Ein Polizist

Ich kann mir selber Herzklopfen machen, indem ich eine Frage einfach nicht stelle. Ich stelle sie über Umwege, über das Licht ist schön und fahren Sie nach München, dabei möchte ich doch nur wissen, wie der Alltag dieses Polizisten ist, der mir gegenübersitzt. Wie das ist, aus vielen Metern Entfernung erkennbar für etwas zu stehen, das wenig mit Individualität und Selbstbestimmung zu tun hat; wenn man ein Bild abgibt, das jeder zu kennen und zu interpretieren können glaubt; die Aufgabe hat, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, was auf jeden Fall eine zu große Aufgabe für einen einzelnen Menschen ist. Wie sich das anfühlt, das ganze Gedöns am Gürtel baumeln zu haben.

Der Polizist isst eine Tafel Nuss-Schokolade, tupft auf seinem Telefon herum, schaut manchmal mit seinem finnischen Blick aus dem Fenster. Ich starre abwechselnd auf meinen Bildschirm und nach außen, um Mut zu sammeln, unser Abteilschweigen zu brechen. Er ist müde, das sehe ich, ein müder Polizist, der keine Großstädte mag, aber in einer arbeiten muss, das erzählt er mir dann doch. Seine Antworten sind Arbeit für ihn, er hat seine Uniform noch an, muss also aus der Uniform heraus antworten. Natürlich mache ihm das trotzdem Freude, sagte er beim Jacke-Anziehen, sonst würde er sich eine andere Arbeit suchen.

So geht das ja auch gar nicht, Kiel, so macht man keine Recherche.