Hello World.

What is important now is to recover our senses. We must learn to see more, to hear more, to feel more.

[…]

Our task is not to find the maximum amount of content in a work of art, much less to squeeze more content out of the work than is already there. Our task is to cut back content so that we can see the thing at all.
— Susan Sontag in Against Interpretation

Jetzt steht alles nebeneinander und sieht völlig anders aus als gedacht. Wir schieben, legen, drehen. Zu dritt, zu zweit, zu viert. Grübeln und schauen und denken.

Notizen zu diesem Zeigen von Kunst:

1. Keiner hat das schon mal gemacht.

Keiner hat eine Anleitung. Die sieben Schritte zur raumbezogenen Installation.

Wir kommen da hin und haben die Augen dabei. Das sind unsere einzigen Werkzeuge.

2. Habe ich überhaupt ein Recht, zu ihren Arbeiten und dem Raum etwas zu sagen?

Dafür spricht, dass ich C’s Arbeitsweise in unserer Werkstatt und ihre Denkweise aus der Nähe kenne. Ihre Gedanken, ihr schnelles Herz, ihre Ideensprünge gehören zu mir wie der kleine Hund, der mir heute Nacht im Traum die Pfote in die Hand legte, um mir den Garten zu zeigen. Ich kann sofort spüren, ob das, was sie bei dieser Ausstellung legt und zeigt und erzählt, nach ihr schmeckt oder ob es fremd ist.

Dagegen spricht, dass es ja nicht nur die eine C gibt. Vielleicht ist die Diplom-C ja eine, die ich noch gar nicht kenne. Eine, die anders arbeitet und den Glanz im Auge an anderer Stelle sitzen hat.

Außerdem: ist es ihre Ausstellung. Spüren, wann es richtig ist, kann sie letztendlich nur selber.

Dafür spricht, dass wir ein kleines Team bilden. Team gibt Vielfalt und Ideen und Sicherheit. Lauter Frauen mit kurzen blonden Haaren und fleckigen Hosen, jede legt den Stein mit Loch woanders hin, jede spürt Dunkelheit und Licht und die Natur woanders.

(Dass die Naturelemente zum Fenster müssen, weil dort draußen die Natur beginnt, ist aber irgendwie Quatsch, oder? Wir tragen doch alle mehr Natur als uns lieb ist in uns selber herum.)

3. Wir müssen akzeptieren, dass das Ausprobieren eine gültige Form der Arbeit ist.

4. Wir müssen auch akzeptieren, dass es okay ist, beim ersten Zeigen keine Abkürzungen zu kennen.

Und können dann vielleicht entscheiden, dass wir keine Abkürzungen wollen. Dass wir gar nicht wissen wollen, wie etwas schnell und zügig geht, dass sehen, hören, fühlen für uns genau richtig ist.