Mitbringsel von Insel

Ich habe keine Kamera dabei und versuche die neuen Welten botanisch und sprachlich zu erfassen. Ich klaue hier und dort Wedel, und hier und dort Worte. Officina Dino + der Salat Ripchevkoya/Ripcovich.

Zwei Tage in einer hügeligen Stadt mit einer uralten Tram, ein liebes Bähnchen. Einmal kurz durch Slowenien gedüst, dann runter zu Joyce’s Silvester Seebad in einer unglaublichen Bucht. Mehr Worte, mehr Stille, alle meine dunklen Süßies, zum Abend ein windiger Prosecco und keiner bereut etwas. I. sieht eine Inversionswetterlage, wir glauben an Berge, alle haben Mückenstiche.

Dann mit einer richtigen Fähre über ein richtiges Stückchen Meer auf eine Insel gefahren, mit quasi-karibisch blauen Buchten.

In einer Bucht zu sitzen.

Die Inselmechanik interessiert uns. Wie wird das Leitungswasser aus dem Süßwassersee in die Orte gebracht? Wie ist die Logistik hinter den Lädchen und der Gastronomie hier aufgebaut? Was machen die drei süßen Küchenhilfen, die gegenüber wohnen, weiß gekleidet wie junge Krankenschwestern, sonst? Wer wohnt hier wo und tut was im Winter?

Wieviel kostet das Haus, das wir gestern gesehen haben, for sale / vendizije? Wie würden wir es umbauen? Mit eigenem Feigen- und Granatapfelbaum im Garten, langschwänzigen Schafen mit gebundenen Füßen davor, ein winziges Aprikosenbäumchen um die Ecke.

In diesem Ort auch die Landschaft, die mir so traumartig vorkam — die steinumgrenzten Abschnitte völlig verwildert, die Mäuerchen bröckeln und die Macchia erobert sich alles zurück und trotzdem sieht es aus wie ein Park, mit menschengemachter Wegführung und Winkeln zum Verstecken.

Und der Blick auf’s Meer, von ganz oben von der Insel. So ein weiter Horizont, dass man erkennen kann, dass die Erde wirklich keine Scheibe ist. Hier und dort flache, waldige Weitere Inseln, ansonsten nur Meer aus großer Höhe, die Wellenlinien ganz fein darin und ein größer werdender Lichtfleck darauf.

Lieben, geliebt werden, Liebe verdienen. Essen verdienen, Sex verdienen, Blüten verdienen.

Tiere

  • 6 Katzen, 3 Salamander, unzählige Wandschnecken, riesige Erhebungen in schrägem Laternenlicht
  • 1 riesige Möwe, immer zwei Hunde, vereinzelte Katzen, ein schwarz-goldener Käfer und eine sehr junge, tastende, fast durchscheinende Nacktschnecke
  • Gänsegeier (fliegend), Möwen, Schwalben, Trinkinsekten (?) wie Kolibri
  • Winston der Weberknecht, gelbgepunktete Spinne (u.a. sehr groß), Kellerasseln, Centipedi
  • Dicke weiße Falter
  • Daumennagelgroße, transparente Skorpionbabies
  • Hund mit Raccoon-Schwanz
  • Fische (Schwarmsilber, gestreift)
  • Eine Sprungfischschar beim Abschiedsessen, der italienische Papa lachte über unser Staunen und sagte: stupende.
  • 2 sehr weiße Schafe (wie Jesus über den Schultern trug)

Pop

Und ich habe Lyrics für einen Sommer-Hit geschrieben:

Ich weiß nicht wie spät es ist / Deshalb sage ich Wind-Zeit / Das ist nämlich wahr so wie diese Bora bläst / Unter meinen Sohlen und quer über den Tisch

Da muss das Hirn ran / Oder nennt man das Herz? / Ich will nicht vergessen wie diese Wolken rasen

Aber der Wind macht mich müde / Ich pflücke dir Pflanzen die dich / Nicht begeistern werden / Aber der Wind strengt mich an