Mond doch kein Mond

In der Morgendämmerung koche ich mir in der dunklen Küche Tee, mit Hunger nur auf den Geruch des Earl Greys und den Geruch des swooping, umfassenden Regens draußen, ein Regen, bei dem man früher zur Schule musste, ein Regen, bei dem man früher bei der Tante Anne gewohnt hat. Jetzt wache ich auf von Träumen von Holzbrücken in Fischgrätparkett, frisch geölt, und von einer Reise, die ich unternommen und von der ich nur halb zurückgekehrt war. Ich lasse das blaue Schlafzimmer hinter mir, in dem ich einen Baukran mit seinem leuchtenden Werbeschild fotografiert hatte, Mond doch kein Mond.

Jetzt habe ich auf dem Küchentisch einen Lichtkegel gemacht, mir zwei orangene Kugeln hingelegt und den cremefarbenen Tee in seinem weißen Gefäß. Unsere Balkongräser sind nass und tastend und beweglich, wie Fühler an der Schnauze unserer Wohnung. F in Leipzig wird auch schon wach sein, es wird dort auch regnen, er wird sich um die Küchenwände kümmern, ich mich um Knie und Kunden, die Dämmerung wird verschwinden und ein helles Grau da lassen. Es regnet weiter und ich will nie mehr vom Küchentisch aufstehen.