Natürlich kannst du das nicht lesen. Das ist meine Handschrift, die kann nicht mal mein Papa lesen. Vor allem mein Papa nicht.

Mir geht es nicht nur um den Text. Sondern um das Schreiben an sich, in der Öffentlichkeit und von Hand, darum, wie Bilder zu Text gehören, Text zu Bild wird und wie wir auch dann Verknüpfungen schaffen, wenn wir etwas nicht sofort lesen, verstehen und einordnen können.

Angenommen, ich kann deinen Text lesen – verstehe ich ihn dann auch so, wie du ihn gemeint hast?

Angenommen, ich kann deinen Text lesen – wer kann ihn dann noch lesen? Wenn er ehrlich ist und von Herzen kommt, willst du ihn nicht lieber verschlüsseln?

In diesen Texten, die du nicht lesen kannst, geht es darum, wie ich auswähle, was mir gefällt und darum, was du daraus machst.

Ich zitiere eine Zeile aus einem Gedicht, das über dem Eingang des Palais de Chaillot steht:

    Il dépend de celui qui passe
    Que je sois tombe ou trésor
    Que je parle ou me taise
    Ceci ne tient qu’a toi.
    Ami, n’entre pas sans désir.

    – Paul Valéry

(Es hängt von dem ab der kommt / ob ich ein Grab bin oder ein Schatz / ob ich spreche oder schweige / liegt nur an dir. / Freund, trete nicht ein, ohne etwas zu wollen.)

Ich finde, das sollte am Eingang zum Internet stehen.