Sobald du einschläfst, singe ich dir ein Konzert

2004 verbrachte ich einen langen Sommer in Rumänien. Ich arbeitete in einer Stahlfabrik und reiste ein wenig herum, wohnte zuerst in einer Pension und dann bei neu gewonnenen Freunden. Das sind meine Aufzeichnungen aus dieser Zeit.

Das erste Haus

Wir unternehmen einen Ausflug in die Berge, in seinem neuen Auto gleiten wir über die buckligen Straßen, trinken 7-Up und ich frage ihn auf rumänisch wie es ihm geht. Wir haben nur noch zwei Stunden Zeit, bevor er zurück nach Bukarest muss, aber es fühlt sich an wie ein kleines Wochenende. Wir streicheln die Schafe, die sich am Auto vorbeidrücken, die Schäfer pfeifen alte Melodien und die Hunde bellen dazu. Auf einem Heuwagen liegen zwei Buben mit dem Rücken in ihrer kratzigen Fracht und dem Gesicht im Himmel, ihr Pferd kennt den Weg nach Hause. Aus VW-Bussen purzeln Zigeuner und Bremsen quietschen und in den Wiesen sonnen sich Menschen in Badeanzügen.

Ich liege im Gras und rahme Himmelsstückchen, denke an die Menschen im Allgemeinen. Er ist weiter weg und findet riesige Pilze. Die Grillen fragen nach deinem Namen übersetzt er deren rumänisches Gezirpe für mich, Ricarda heiße sie und sei deutsch – oder russisch, da sei er sich nicht so sicher. Wir müssen wieder los und ich will nicht.

Mihai entschnallt meinen Gurt, er will, dass ich ohne fahre. Ich lehne mich aus dem Fenster, belle Hunden hinterher und kneife die Augen zusammen, wegen dem Wind, mein Arm liegt in der Sonne und meine Haare tanzen. Er redet Mist und ich schreie, dass er still sein soll.

Über staubige Straßen fahren wir in die Stadt. Ein Freund von einem Freund hat eine Goldkette und eine Frittenbude auf dem Volksfest, dort essen wir in der Abendsonne Schnitzel mit Pommes und das ist ok.

Als ich zuhause ankomme, werde ich aus der Pension geschmissen. Beziehungsweise vor die Wahl gestellt, nachträglich Mihais Aufenthalt zu zahlen oder zu gehen. Der Besitzer lügt und droht und spielt sich auf, ich muss nicht lange überlegen. In einer grandiosen schönen Wut packe ich meine Sachen, im grauen Unterhemd und mit blitzenden Augen, so kompliziert ist das nicht. Ich gehe ohne ein Wort und komme später im Taxi wieder, um meine schwere Tasche zu holen, was für ein herrliches Drama. Nur um’s Frühstück ist es wirklich schade, um das weiche Weißbrot und den gelben Käse und die kleinen roten Tomaten mit etwas Salz.

Mit heißem Gesicht laufe ich zu den Mädchen, sie sind lieb und besorgt and we’ll figure something out, ich bin gerührt von ihnen. Wir kümmern uns umeinander, jeder hat einen Mitmensch, den er asshole nennen will. Magda besteht darauf, das Taxi zu zahlen, she’s a nice girl bestätigt der Taxifahrer. Und um fünf uhr morgens sehe ich den Sonnenaufgang von einem neuen Balkon und Adriana bereitet das Frühstück zu, alles ist anders und gleich, liebevoller.

Das zweite Haus

Jetzt habe ich ein Zimmer mit Balkon und wohne mit einer Freundin zusammen, das ist schön, das ist Bewegung. I do sort of like causing this kind of trouble. Abends schau ich mit Adriana die olympischen Spiele an, Rumänien holt Gold für’s Turnen und ich freue mich mit. Ich sehe wirklich russisch aus, sagt mir ihr Badezimmerspiegel.

Auf dem Weg heim (ich habe keinen Schlüssel mehr in meiner Tasche) kaufen wir mit Adrianas Essensmarken Brot und Nudeln und die Salami, die sie so mag, sonst nichts. Sie sucht eine Handtasche für ihre Mutter. Lauter Tchibo-Artikel gibt’s hier, aber die sind immer noch zu teuer für sie. Später kocht Adriana und braucht ewig dafür, die Nudeln werden datschig, sie mischt zu viel Käse und Salami und Ketchup unter und serviert alles lauwarm, talking all the time, und es schmeckt trotzdem wunderbar. That’s romania.

Bleiben darf ich aber nicht – die Wohnung gehört den Eltern ihres Freunds und die finden einen fremden Gast suspekt. Der Freund studiert in Holland, und Adriana klingelt im Viertelstundentakt sein Handy an, und dann lässt er es zur Antwort bei ihr anklingeln. So sparen sie sich die Telefonkosten und wissen trotzdem, dass sie aneinander denken, erklärt sie mir.

Das dritte Haus

Am Abend des zweiten Tages dort packe ich wieder meine Sachen, schultere meine Tasche und wir marschieren zum neuen Haus. Mit roten Striemen auf den Schultern komme ich bei Magda an, der Hund ist deutsch und hat einen italienischen Namen und wir mögen uns. Das Haus ist sehr quadratisch und kühl, die Rolläden unten und die Wände hellgrün.

Es ist das Paradies. Das Bettzeug, in dem ich schlafe, und die Teppiche auf dem Fußboden hat Magdas Oma gewebt, ihre dicke Mama bietet mir Creme brûlée an, dein Lieblingsnachtisch, aus der Milch von ihren eigenen schwarzen Kühen und den Eiern von ihren eigenen Hühnern. Die Mutter lacht mich an, heute sei ein besonderer Tag, sie will mir soviel erzählen aber ihr Englisch ist brüchig, my heart is over sagt sie und heißt mich damit willkommen.

Sie erzählen mir mehr von den schwarzen Kühen, die sie auf dem Land haben, bei ihrem anderen Haus, das seien ganz dicke und dunkle Tiere, fast wie Büffel. Ich darf die Haut von der Milch essen, auch hier mag das außer mir bloß Magdas Mutter, very rare. Abends sitzen wir in Magdas Zimmer auf dem Boden, essen Boiled Sweet Corn mit Salz und Bier und natürlich ist das sehr schön.

Es berührt mich seltsam, dass ihre Mutter Paulo Coelho liest und dann mit ihrer Tochter darüber sprechen will, sich wünscht früher solche Bücher gelesen haben zu können.

Magda erzählt mir eine mysteriöse Geschichte von ihrem arabischen Verlobten, und dann sehr viel über ihre angeblichen Gewichtsprobleme und noch viel mehr über ihre heißgeliebte Schwester, die im Ausland lebt. Ich versuche ihr Mut zu machen, sie ist so zart manchmal.

The important thing is not getting bored by someone. Ich würde mich in den allermeisten Fällen lieber über die Farben, mit denen das Badezimmer gestrichen wurde, unterhalten als über die letzte Beziehung meines Gesprächspartners.

An einem anderen Abend erzählt mir Magda, wie sie den Ausbruch der Revolution erlebt hat. This was one of the saddest new years eves ever, anstatt von Revolutionären spricht Magda von Terroristen, die sich in Speichern verstecken und auf Nachbarn schießen. Sie war neun und hatte keine Angst. Ihre Mutter arbeitete als Telefonistin und konnte tagelang nicht nach Hause, sie tippte tagsüber und schlief nachts unter ihrem Schreibtisch. Militärs brachten Lebensmittel aus den offenstehenden Supermärkten. Magdas Vater war mit seinen Töchtern zu Hause, sperrte sie ein und ging auf die Straße, zu den Militärgebäuden, direkt vor ihm wurde einer erschossen, die Mädchen standen am Tor und hörten Schüsse um’s Haus herum und Schreie. Nachts lagen sie zu dritt im Bett und warteten auf einen ruhigen Moment, morgens um vier war der Himmel blutrot und sie fuhren auf’s Land zu den Großeltern, zu den schwarzen Kühen, den Panzern aus Bukarest entgegen. Ihr Vater ließ das Auto dort stehen und trampte zurück nach Sibiu, um seine Frau zu holen.

Kurz darauf durfte Magda als Klassenbeste auf eine Reise nach Wien, es gab Cola und Fanta und Westkleidung, aber beim Abendessen steckten Magda und ihre Freundinnen Brötchen ein, die sie dann auf dem Zimmer mit der Schweinesülze aßen, die Magdas Mutter ihr in einem Glas mitgegeben hatte.

Jedesmal wenn ich mich für etwas bedanken will, grinst Magda nur und ruft: oh shut up!

Später, in den letzten Tagen dort, will ich nicht mehr dankbar sein, es gab so vieles, für das ich dankbar sein wollte und ich fand kaum eine Gelegenheit, etwas zurückzugeben. Dankbarkeit vernebelt alles und schärft nicht den Blick. Aber manche Erfahrungen bekommt man nur geschenkt.

Ich hinterlasse überall Kuli-Flecken und schäme mich nicht mal.

I thought I saw a dog with two heads

Teil 2 meiner Aufzeichnungen aus Rumänien, in der Stahlfabrik und in einem Auto.

DIE ARBEIT

Die Stahlfabrik Bilstein stellt Federn und Stoßdämpfer her, sehr begehrt bei jugendlichen Auto-Tunern. Der Werkleiter weiß nicht so recht, wie sie mich einsetzen können, ab und an geben sie mir Daten, die ich in eine große Excel-Tabelle eintippen soll. Manchmal spaziere ich stundenlang durch die Fabrik, mit dem Auftrag irgendwem irgendetwas zu bringen, aber keiner vermisst mich, also schaue ich mich um.

Für Herr D. soll ich deutsche Kinderreime sammeln, damit sein Sohn gut lerne. Küss die Hand, sagt er manchmal. Schwesterchen sind diese Federn sagt er, um mir den Zusammenhang zwischen zwei Federsorten zu erklären.

Der ungarische Mann erzählt mir von seiner Tochter, seinem einzigen Kind, die für sechs Monate in Indien ist und zurückkommen soll. Sie fehlt ihm so.

Der deutsche Abteilungsleiter hat eine Perle als Sekretärin, das macht ihn stolz. Ihr Handy lacht ein Geisterbahnlachen wenn sie eine SMS bekommt.

Ich stürze vor Langeweile in meine Exceltabelle, erst in Reihe 5657 kann ich mich halten. Ich klettere wieder aus dem schwarzsausenden blitzenden Schacht und notiere alles.

Die rumänischen Frauen haben die rumänischen Männer nicht verdient! behauptet Herr S. und streichelt die Schenkel seiner Mara-Maus.

In den Tiefen der Tabelle habe ich ein bäh hinterlassen.

Der Logistics Boss will eine Popcornmaschine auf Firmenkosten. Ich soll sie für ihn recherchieren, der Preis spiele keine Rolle. Magdas Eltern wollen ihre andere Tochter zurück, Priester wollen Geld für Begräbnisse und Magda will nicht alleine einschlafen, also lässt sie den Fernseher an.

Es gibt hier sogar digitale Kameras die mit Floppydisks funktionieren.

Herr D. erzählt von seinen Türkeidienstreisen, die waren mehr Vergnügen als Dienst. Er erzählt von riesigen Basaren und verhandelnden Händlern, völlig überfordert von der Warenvielfalt diskutierte er mit den Türken, trank Tee und rauchte, probierte Bluejeans an und handelte sie von 35 auf 7 Euro. Und feines Essen habe es dort gegeben, meine Nase ging nach da und nach da, stundenlang geht das jetzt schon wieder so, Eiskrem gab’s dort – ich dachte ich muss sterben, alle Gewürze alle Geschmack, ein bisschen von da und da, alles, alles was du willst, gibt es in 4 Sternchen Hotels. Auf einem der Fotos sieht er meinem Oppa in jüngeren Jahren ähnlich, ich grinse und nicke.

Der Geschäftsführer der türkischen Firma erzählte ihm vom Stau in Istanbul: Er wollte seine Tochter morgens um halb neun zu einer Prüfung fahren und musste bis abends um sechs vor einer Brücke warten. Fussball hätten sie dort gespielt und Kekse und Cola aus einem kleinen Lieferwagen gekauft, ohne Grummeln und Generve, so sei das in Istanbul. Ja und dieser Geschäftsführer war mal in Schweden auf Dienstreise, und am Abend drängte ihn der schwedische Mitarbeiter, Lass uns jetzt gleich gehen, sonst geraten wir in den Stau. Sie fuhren fünf Minuten später, standen als viertes Auto vor einer Ampel und der andere sagte Siehste: Stau.

Ich lerne hier, wie es sich anfühlt, ein offensichtlicher Außenseiter zu sein, ein Einzelwesen, ein Außerirdischer. Ich laufe durch die Fabrik und sie starren mich an und kichern und tuscheln. Ich fotografiere das Gelände und werde mehrmals drauf angesprochen, von wegen Genehmigung, für meinen Praktikumsbericht sei das, sage ich und lächle, von Thyssen-Krupp in Deutschland hätte ich die Erlaubnis, sage ich und lächle, wie alt ich denn sei, ach so jung und so schön, ich lächle weiter. Ich lächle überhaupt alle an, manchmal zwinkern oder winken sie zurück, der Paradiesvogel bringt Glück oder Pech, keiner weiß das so genau zu sagen, meine Wangen schmerzen vom Lächeln.

Heute hüte ich Ramonas Büro, sitze hier und sehe wichtig aus. Keiner sieht mich. Ich hab zu viele Kekse gegessen. Ich könnte meinen Bauch laminieren. Den Rest des Tages stehe ich bei der Walze Hille und flirte mit dem Kleinen, der mit den dünnen roten Lippen, wie aus einem Märchen sieht er aus und mit Zangen liest er glühende Federblätter auf.

DIE FREIZEIT

Ich lag im Bett und blickte durch die Fensterläden, es blitzte paradeisisch und krachte in Transilvanien, der Soundtrack zu einem schwarzweißen Gruselfilm. Ich lachte und küsste meinen Stoffbär, mir fällt nichts ein, wovor ich Angst habe.

Am Telefon mit C. hatte ich Schwierigkeiten, deutsche Wörter und Tonfälle zu finden. Ich will mit ihr hierher zurückkommen und ihr alles zeigen. Die Plateausandalen, die Plastiktüten, das rosa Klopapier. Ich werde sie vor streunenden Hunden schützen und mit ihr wäre ich in das Kellercafé mit den singenden winkenden Männern gegangen.

Vorgestern fotografierte ich zur Beruhigung eine blaugelben Mülleimer.

Heute fotografiere ich im Traum und mache mir selber meinen Frühstückssandwich. Draußen treffe ich auf ein winziges Kätzchen, völlig spielbesessen jagt es imaginäre Insekten. Als es mich bemerkt hält es inne und miaut ein paarmal klagend, dreht sich um und spielt weiter.

Ein rumänischer Witz, erzählt von Magda: Eine Frau erklärt ihrer Schwiegertochter - Trage ich den Hut nach links gekippt, bedeutet das, ich bin schlecht gelaunt, trage ich ihn nach rechts gekippt, heißt das, ich habe schlecht geschlafen, zieh’ ich ihn ins Gesicht, solltest du besser nicht mit mir reden. Und die Jüngere antwortet - Siehst du mich mit ’nem Kaffee in der einen Hand und ’ner Kippe in der anderen, bedeutet das I don’t give a shit about your hat.

Auf den Krankenwägen steht hier Feuerwehr Bochum, und Flughafen Frankfurt auf manchen Bussen.

An meinem letzten Tag in Sibiu verliebe ich mich oben in den Bergen in einen jungen Schäfer mit Hut. Er hat Schafe, Hunde, Esel, ein T-Shirt unter einem Bermuda-Hemd und ein Pullunder drüber, dicke Stiefel (die Hose reingesteckt), ein ruhiges Lächeln, zwei Töchter und einen Stock, auf dem er sich nachdenklich abstützt.

Mihai liest neben mir seine Finanzzeitung und es ist ganz still, er hat sich lange mit dem Schäfer unterhalten und ich hab ein bisschen was verstanden. Er will mir Zeit und Ruhe geben, weil ich ja tiefer sei als er und mich eingehender mit den Dingen beschäftige. Der Schäfer hat gefragt, ob wir verheiratet sind. Beides lässt mich kichern.

EIN AUSFLUG (MIT EINEM ABTEILUNGSLEITER UND SEINER FRAU, DIE MIR ETWAS GUTES TUN WOLLEN)

Wir fahren in Draculas Heimat, dort gibt es sogar Touristen, und touristisches Essen. Auf dem Weg kommen wir an einem riesigen Hanffeld vorbei und Herr W. will mich davor fotografieren, das sei doch witzig.

Wir fahren durch Dörfer, in denen Zigeuner Haus-an-Haus mit Rumänen wohnen, wunderschöne Zigeuner mit langen Haaren und Bärten auf dem Kutschbock, sternäugige Kinder winken uns nach. Wir fahren sehr eng an einem alten Mann vorbei, er erschrickt und ich lächele ihn an, grinsend und zahnlos dreht er sich um. Wir haben alle unsere persönlichen Legenden, glaubt Magda, Symbole und Menschen, die uns immer wieder begegnen. The Gypsy King lives in Sibiu - wusstest du das?

Wir fahren nach Hause, die Musik und die Müdigkeit treiben mich in den Wahn, in Wähne, in Schwäne. Hier gibt es Storche, sagt Herr W., das ist auch ein Dorf, jaja, stimme ich zu, jaja, die haben hier eine Hemdenfabrik, drum tut die Espressomaschine nicht. Ich verstehe gar nichts mehr und versuche aus dem Autofenster den kurzen blauen Zug zu fotografieren, der von Medias nach Sibiu fährt und in dem ich auch schon saß, zu müde, um aufgeregt sein zu können, mit einer Truppe Rocker, die aus den Türen heraushingen. Ich schiele nach den Kilometersteinen, die mir sagen, wie lange ich noch auf dieser unbequemen Rückbank eingesperrt sein werde. Ich frage mich, wer die beschriftet hat und wieso eigentlich niemand aus Scherz eine 1 vor die 52 km pinselt.

In Gedanken lade ich meine beiden Mitfahrer aus, setze Hühner auf ihre Sitze und begrabe sie am Straßenrand, mit japanischen Kletterblüten, die hier wie Unkraut wuchern, in ihren Haaren und Händen. Ich fahre alleine weiter und nehme schwarzgekleidete Priester, die aussehen wie islamische Terroristen, und kleine Zigeunerjungs mit, und ich brauche die Lüftung nicht höher zu drehen.

You are only artist, not human being

Teil 3 meiner Aufzeichnungen aus Rumänien, heute im Vorort.

Ich sitze in 700 Quadratmetern Hässlichkeit. Der Hund hat Fledermausohren und Mihai zählt Geld, er gibt sich soviel Mühe.

Diesig ist es hier und flach, Brachland überall, Ceaușescu ließ damals einen Wohnblock in Mihai’s Garten bauen. Es ist Abend als wir ankommen, ich hatte im Auto amerikanische Kinderlieder gesungen und bin dann verstummt. Ein Pferd büchste aus und rannte vor uns die Straße entlang. Die Landschaft in Transilvanien ist bezaubernd, irgendwann wird’s plötzlich flach und einfarbig. Trabis sind meistens hellblau und Bukarest ist überall 15 km entfernt. Dunkle Männer tragen schwere Säcke auf den Schultern, zwischen ihnen läuft ein Kind mit einem Teddy-Rucksack, einem ganz dreckigen, unter einem Arm einen blauen Luftballon. Eine Frau trägt ein rotes Kleid mit weißen Punkten, und Hexen gibt es hier.

Wir holen Schwester und Kusine vom Tennisplatz ab, klettern hinein über ein schmales Tor. Mihai trägt blau und die Schwester rosa, es passt sehr gut zusammen. So sieht also der seltsame Reichtum Rumäniens aus. Das Haus ist genau so, wie ich hoffte, dass es nicht sein würde – gekachelt und neureich und westlich, voller Möbel mit dreieckigen Elementen, der Hund ist eine hüpfende Wurst, die Katze schläft, die eine Oma ist neugierig und die andere sitzt mit dürren Beinchen in beigen Strümpfen auf dem Bett, sitzt und schaut und bekommt angeblich nichts mehr mit. Für sie könnte ich weinen, und weil ich nicht allein gelassen werde. Werd ich dann aber doch, ich dusche und rauche auf dem Balkon mit Blick in den Vorort. Später teilen wir uns einen Pfirsich und es wird dunkel draussen. Kliketiklat machen die Füße der Riesenwurst auf dem Parkett.

DER FLIRT

Es läuft nicht gut mit uns. Ich schiebe Hände weg und gebe nur kleine Küsschen, und abends im Bett sage ich tatsächlich und ohne zu lachen den herrlich albernen Satz Du bist eher wie ein Bruder für mich. Wenn wir in einem Café sitzen, sind meine Blicke woanders, bei den rumänischen Kerlen mit den tiefen Augen und festen Blicken, und gestern ist das explodiert.

Links von mir schaute mich einer sehr genau an, dreist wie eine Elster. Rechts von mir hielt Mihai meine Hand, seine Freunde sind hin und weg von diesem seltsamen deutschen Mädchen, betrunken außerdem und nicht sehr witzig, prosten auf unsere Hochzeit und klopfen blöde Sprüche. Der Typ von links, mit den Blicken und den Sonnenblumenkernen, steht auf und streift meinen Arm, dass es mich schauert.

Als ich von der Toilette komme, steht vor mir ein telefonierender Mann, mit dem Blick Richtung Biergarten und dem Rücken zum Klo, und in seinem Rücken steckt er mir ein Kärtchen zu. Mit schwachen Knien setze ich mich zurück und keiner dieser Trottel bemerkt irgendetwas. Ich atme tief durch, trinke von Mihais Bier und rauche eine Zigarette, so wie ein Mädchen eben raucht, das eigentlich nicht raucht. Bonjour Bucarest.

Wir verlassen die Meute, wollen Downtown, Mihai klebt an mir und ich nicht an ihm. Wir essen in einer griechischen Fast-Food-Kette zu Abend, auf dem Klo schaue ich das orangene Visitenkärtchen zum ersten Mal an. Oliver heißt er, ein Kleiderbügel ist auf der Karte abgebildet, wie frech kann einer sein, er war schließlich auch mit einem Mädchen da, denke ich, er ist kein Junge auf der Suche nach der Richtigen, und bin erleichtert.

Mihai ist froh, dass er mich kennengelernt hat, da er an meiner kalten Seele spürt, dass er doch true love und eine Familie will.

Nachts um zwei läuft ein sehr kleines Mädchen bettelnd durch die Straße, ich balle die Hände zu Fäusten. Mihai schläft im Auto in meinem Schoß ein und riecht nach Bier, ich möchte gerne eine der Hexen sehen, die hier wohnen.

Ich schicke geheime Textnachichten an Oliver, er antwortet i need to see you. Gut, denke ich, aber wie das anstellen?

Ich habe gestern Abend einen Kater namens Kosovo kennengelernt, er hat den Kopf zwischen meine Brüste gelegt und mein T-Shirt vollgesabbert, so sehr liebte er mich, er wollte gar nicht von mir fort. Er gehörte zwei Schwestern mit kurzen Haaren und wir tranken Bier, über uns war Himmel und Sterne, ehrlich ich mag das hier.

Ich mache mit Mihai und seiner Schwester einen Spaziergang im Park von Buftea, den sie englisch nennen und der wunderbar verwahrlost ist. Sie zeigen mir das Hotel, es sieht aus wie Kommunismus auf Drogen, eine rechteckige Draculaburg. Im Wald steht eine alte Bowling-Bahn und eine Kapelle mit riesigen Treppen wie Arme, ein verrutschter Steg führt zum See und ein Wasserturm ist ganz stark verziert. Ein Märchengarten all das, nur wir und ein paar blau uniformierte Soldaten darin, die freundlich nach der Uhrzeit fragen.

Auf dem Boden liegen Kastanien und Haselnüsse mit Samtüberzug, innen glatt wie Schmuck, wir brechen sie auf und fühlen, und um dieses Innen und Außen scheint sich in dem Moment alles zu drehen. … like a virgin, touched for the very first time … singt die Schwester.

Im Traum bekomme ich eine völlig falsche Brille geliefert, mit einem großen und einem kleinen Guckloch.

S. schreibt wo bist du, hon?, ich gehe nicht sehr darauf ein, in Bukarest, Baby.

Ich lüge, ganz erstklassig, zwischen Subway und Gelateria, einer der Jungs, die ich im Zug nach Sibiu getroffen habe, hätte mir eine SMS geschickt, in Bukarest sei er, ob ich ihn denn mal zurückrufen dürfte? Denn von meinem Telefon aus kann ich ja nicht telefonieren, das gibt meine Karte nicht her. Ich erschrecke vor meiner eigenen Lockerheit. Aber ich werde Oliver treffen, und ich habe seine Stimme gehört - französisch spricht er, und nicht mal schlecht.

Links von mir die Katze, rechts das Dog, Mihai mäht den Rasen und mich stechen die Mücken.

DIE NACHT IN DER STADT

Vielleicht ist doch alles anders. Ich habe Rasen gemäht, mit Handschuhen und ohne Plan, und die Schneidemesser des Mähers hab ich geschliffen. Wie glücklich ich war, mal wieder eine Feile in der Hand zu halten. So fühl’ ich mich wohl, und Mihai ließ mich Expertin sein. Nett war das, wirklich.

Dann ging der Abend los, die kräftige Kusine erschien ganz in rot, wir fuhren nach Bukarest, auf eine riesige Theater-Dachterasse mit großen Eisenskulpturen, viele Menschen dort und die sehen tatsächlich sympathisch aus, eine Pappmaché-Kuh hängt im Treppenhaus und sie spielen Jazzschlager. In dem Park vor dem Theater wohnen obdachlose Kinder in dreckigen Markenkapuzenshirts und fragen nach Tausend, Zehntausend Lei, als wär’s ein Spiel, sie sind frech und gucken trotzig. Es erscheint mir so unlogisch ihnen nichts zu geben, time out, time out flüstere ich.

Die Nacht dreht sich weiter, in einem Club, in dem Mihai davor noch nie war, mit Menschen, die er nicht kannte und die ich mochte, ein Mädchen das mit ihrer Katze in der Stadt wohnt, mit ihr wünsche ich mir Musik vom DJ und gegen die Schwester gewinne ich, ziemlich betrunken, im Armdrücken. Seltsame Ferien sind das hier. Zuhause kommt mir manchmal vor wie ein schöner Traum.

Oliver hatte an Mihais Telefon te sarut geantwortet, per SMS, unvorsichtigerweise, was soviel heißt wie ich küsse dich auf den Mund. Mihai hat mir das erklärt und ist völlig ruhig geblieben. Auf der Rückfahrt wollt ich die Augen nicht schließen, weil ich Angst hatte, dass ich verschwinde.

DER NÄCHSTE MORGEN

Ich hab’ gar keine Lust mehr auf diesen dreisten Oliver. Heute Abend mähe ich den restlichen Rasen mit Mihai, und wir werden Pfannkuchen essen. Ich freu’ mich darauf, das klingt so beruhigend, und ich will nicht ausgehen heute.

Wir sind gestern durch ein Villenviertel gefahren, Tausende von riesigen Häusern und alle ganz neu und ganz sauber, alles Reiche und Europäische ist hier ganz neu und fängt gerade erst an. In einem einzigen Club in dieser Vier-Millionen-Stadt wird Drum’n’Bass gespielt, donnerstags.

Niemand hier schließt Schubladen, und alle treten ein, ohne zu klopfen. Der Hund kommt sogar ins Badezimmer geplatzt, und meine Wäsche wird von der Haushälterin gewaschen und gebügelt, und andauernd klingelt das Telefon.

Mihai dreht meine Morgenmusik leiser, um mich zu fragen, ob ich ein Frühstücksei möchte. Dramaturgisch korrekt zieht er seine Uhr je nach Wohl- oder Unwohlsein aus oder an.

ALLEIN IN BUKAREST

Der geheimnisvolle Prinz verwandelt sich Rolle rückwärts in einen Frosch ohne Sonnenbrille. Die liegt jetzt nämlich neben mir auf der Parkbank. Er wollte sie mir schenken, stand am Auto, war verlegen, wollt mir irgendetwas schenken. Ich fang überhaupt nichts damit an, aber wenn jetzt die Sonne scheint und er seine Sonnenbrille aufsetzen will, muss er an mich denken. Das wollte er vermutlich erreichen.

Vor einem Lagereingang sitzt eine halbnackte Obdachlose, mit einem Handtuch um die Mitte ihres Körpers, und schminkt sich die Lippen. Ich wage nicht zu fotografieren.

Eine andere schläft mit halboffenem Mund auf der Strasse, drei Hunde in Abständen neben ihr. Auf den Landstraßen sitzen und stehen und liegen überall Zigeuner. Die Reichen wollen ganz woanders sein und trotzdem ihr Haus in Buftea bauen.

Ein Wochenende noch bin ich ein Mensch in Rumänien. Abschiede langweilen mich meistens.

Ich bin also mit Cristina-der-Schwester nach Bukarest gefahren, in ihrem Auto, den Führerschein gibt’s hier für 100 Euro (plus 100 für den Polizisten). Sie lässt mich am Theater raus und kaum setz ich mich hin, sitzt Oliver schon neben mir. Irgendwie klein und spitz. Wie man sich Menschen so leicht schöner denkt.

Wir reden holprig französisch, über Montag Abend, über seinen Job und Rumänien. In einer Werbeagentur arbeitet er und die klingelt dauernd in seiner Tasche, er hat nur wenig Pause. In Pitesti bei seinen Eltern habe er eine Kleiderfirma. Frauenkleider. Er wohne für 50 Dollar bei seiner Schwester und habe viele Freunde. Sagt er mir so, und muss dann wieder arbeiten gehn. Er summt ‘Strangers in the Night’ vor sich hin, das hatten wir am Abend zuvor auf dem Theaterdach gehört. Ich bring ihn zum Auto und ihm fällt der Abschied schwer, er küsst mich sehr nah an meinen Lippen und drückt meine Hand, kommt mit der Sonnenbrille vom Auto zurück. Er will einen Teil von sich bei mir wissen. Ich lasse die Brille absichtlich auf der grünen Parkbank liegen, kann keinen Ballast gebrauchen.

Ich bin allein und laufe durch diese fremde große Stadt. Es ist sehr heiß und ich kaufe mir zum letzten Mal so ein weißbraunes Best-Eis. Ich mag den Geschmack von weißer Schokolade weil ich ihn nicht mag, es ist ein starker Stimmungsträger. Ich spaziere durch den Park, fotografiere eine Reh-Skulptur und treffe auf zwei Jungs, ein Grieche und ein Lockenkopf. Der Grieche hat einen schwingenden Blick als hätte er vielem ausweichen müssen, wie ein Tierchen. Sie fragen mich nach Geld für was zu essen oder ein Bier, aber ich unterhalte mich bloß mit ihnen. Gefährlich sei’s hier und ich glaube es nicht wirklich.

Ich lasse mich treiben, sitze am Brunnen, sehe den Studenten zu, wie sie sich treffen und Frauen in langen Röcken, wie sie auf etwas warten. Kassettenverkäufer wechseln sich ab, Zigeuner tauschen Hosen (rosa Frauenhosen), und eine alte Frau mit ihrem Leben in der Plastiktüte schimpft und schlägt einen Mann im gestreiften Hemd, der grinsend davonläuft, sie weint beinah.

Ein Amerikaner im schwarzen Anzug, aus Philly, abenteuerlustig, dauernd auf Reisen und dauernd hinter den Frauen her, setzt sich neben mich: move over, i wanna talk to you. Ein dickes Zigeunermädchen mit unförmigem Gesicht ruft sie wolle sein girlfriend sein, er hält an meiner Hand fest. Wir erzählen uns Geschichten und er will mich gleich zum Essen einladen, ich sage danke, nein und lass mich von Cristina abholen.

Mihai hat nicht nachgefragt, wo wir bleiben. Er saß auf der Schaukel als wir kamen, ich setzte mich dazu.

Ich esse weder Vogelherzen noch -mägen, das erstaunt alle. Wir gammeln und albern so herum, besprechen Seaside-Pläne, umständlich und nervig. Ich bin wach und plötzlich gut gelaunt, will Nintendo 64 spielen, Autorennen, mit N. und ihren Brüdern. Wir werden Samstag früh fahren und so noch das halbe Festival mitkriegen, wir liegen im Bett und es ist warm draußen. Ich tanze den Wurmtanz, rolle mich um mich selbst und höre nicht auf damit, liege quer im Bett mit dem Kopf über dem Rand und stelle dumme Fragen, ich bin ein Flugzeug das abstürzt und explodiert.

Die ersten beiden Maybachs, die ich gesehen habe, habe ich in Bukarest gesehen.

Dor de Casa

Der vierte und letzte Teil meiner Aufzeichnungen aus Rumänien, am Schwarzen Meer.

EIN FESTIVAL AM STRAND

… es hilft nichts, das Meer hilft nicht viel, das Orakel im grünen T-Shirt (ein Lockenkopf) nur kurz, ich sitze in einem kalten klammen Fisch. Mir gegenüber der Mensch, den ich wohl einmal angelächelt habe, mein Bauch grummelt und ich weine vor Verzweiflung. Dorere de stomac bringt er mir bei, headbangt ein bisschen zur Musik aus dem Fenster und hält sich den Kopf, dorere de cap? frage ich und wir müssen lachen.

Have you cleared your head, fragt das Orakel, ein bettelnder Psychologe aus Bukarest den ich dort im Park kennengelernt hatte, if you want to really see Romania: don’t.

Ich hab’ natürlich ein geschöntes Bild abbekommen. Hinter Ramonas Spitzenvorhänge habe ich nicht geschaut, und wie diese Jungs leben kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. It’s a dead and boring country, das habe ich jetzt schon öfters gehört, und er findet es nicht gut, dass ich weiß, was scheiße auf rumänisch heißt.

DIE KÜSTE

Dieser kleine Urlaub in der Reise hat was von einem Road Movie: Meer, Wind, Langeweile, wechselnde Zweibettzimmer in billigen Motels, immer fehlt entweder ein Handtuch oder eine Bettdecke. Ein seltsames Abhängigkeitsverhältnis, Nebensätze und unverstandene Ironie, die Frauen haben immer Ersatzschmuseobjekte, Hunde oder Kätzchen. Ich halte liebevoll zwei Tüten mit Birnen und Pflaumen in meinem Schoß.

Hier ist es ruhig und schön, mein Haar strohig, ich bin entspannt. Ohne all diese rumänischen alternativen Festivalgänger um mich fühle ich mich bedeutend wohler, und so kann ich unser absolutes Nichtstun genießen.

Der Himmel ist sehr groß und sehr blau. Gleich werde ich meinen Kapuzenpulli anziehen. Wieder mal Nachsaison, Strand im September. Mihai baut seine viereckige Burg fertig und dann werden wir duschen gehen. Er ist wirklich ein nimic – ein Nichts, kein Experte in irgendetwas, ein offener Mund. Hier ist das egal. Ich tagträume und bin in Gedanken schon manchmal wieder auf dem Weg nach Hause. Singe auf dem leeren Strand vor mich hin, Plastiktüten schweben, das Meer ist immer noch da.

Oliver schreibt SMS-Gedichte auf deutsch - ich bin hier, du bist dort, vielleicht einer von uns befindet sich in einem unpassenden Platz … Ich stimme ihm nicht zu, ich bin endlich an einem passenden Ort. Morgen stehe ich zum Sonnenaufgang auf.

Was für ein schöner versöhnlicher letzter Tag. Wir sitzen in einer selbstgebauten Strandmulde, Konstruktion des M’s, es windet und das Meer ist weiß vor lauter Gischt. Im Kopf bin ich in Stuttgart, am Bubenbad und in Gablenberg, in dieser seltsam heiligen Gegend für mich, es sind immer wieder die gleichen Bilder, die zu mir kommen. Und in einer prähistorischen Höhlengegend wohne ich und reite ein Pferd.

Wir spazieren zu der Schiffsruine, bleiben nicht im Treibsand stecken, sammeln Muscheln und lassen Steine springen, das Schiff heißt Evangelia. Durch den Ort zurück, alle packen zusammen und bauen ab, die Saison ist gründlich vorbei. Ich genieße diese Stimmung, Mihai findet das traurig. Auf dem Zimmer legen wir uns fünf Minuten hin und schlafen drei Stunden.

Spazieren im leuchtenden Abendlicht in die andere Richtung und kommen am selben Strandabschnitt wieder raus, essen mein Lieblingseis – ein feierliches letztes Mal – auf einem schäbig schönen Rummelplatz, country roads take me home.

Zum Abschied wollen wir groß essen gehen und haben vor allem großen Spaß, mit Lachs der kein Lachs ist, mit Dillsosse aus purem Öl und Kartoffeln, die nach Wasser schmecken, Cordonbleu in Ei-Form und fettigen Pommes, trockenem Brot mit vereinzelten Haaren, laschem Gemüse mit Fantasiesoße … Ich kann gar nicht aufhören zu lachen, das war vermutlich das schlechteste Essen, das ich jemals serviert bekommen habe. Aus Übermut und reiner Freude bestellen wir den Pfannkuchennachtisch und der schmeckt überraschend gut.

Wir hüpfen den gesamten Weg zurück. Nie langweilt es mich in die Wellen zu schauen, es spritzt und tost, die C. wird mich morgen am Bahnhof erwarten, die Welt ist schön.

Ohne genau sagen zu können, wieso, erscheint mir diese Rückkehr triumphierend. Obwohl mir die Reise nicht sehr schwer gefallen ist. Jedenfalls bin ich glücklich, lasse Schönes zurück und fliege noch Schönerem entgegen und es riecht nach Bordkaffee und Stewardessenparfum.

No regrets. But i didn’t buy a comb.