Experience on the page

As kids we went to the page to find something, to have an experience. As adults we have it backwards. We think that we need to have an experience before we go to the page.
— Lynda Barry (via Austin Kleon)

Genau das: Früher habe ich gezeichnet, und es war ein Erlebnis. Im Zeichnen habe ich Geschichten, Orte, Wesen erfunden und gelebt, im Zeichnen war ich woanders, Zeichnen war Leben wie alles andere auch.

Wenn ich heute versuche zu zeichnen, versuche ich, etwas zu erreichen. Ich will eine Person sein, die zeichnet. Und scheitere, denn so und zur Zeit bin ich keine Person, die zeichnet.

Was vermutlich daran liegt, dass ich im Zeichnen selbst kein Erlebnis mehr habe.

Was ich so sehr vermisse.

Da will ich wieder hinkommen. Durch den Schmerz hindurch, durch die Scham, durch die krüppeligen Collagen, durch die hässlichen Striche. Oder an ihnen vorbei, in einem anderen Boot.

Auch hier – on the page – beim Zeichnen und Schreiben und Collagieren, geht es wieder um Intuition und das Auswählen und Nutzen der Werkzeuge dafür.

Und auch hier um die Erfahrung, um so etwas wie Präsenz und Ziellosigkeit und Unoptimierbarkeit: nicht zeichnen, um so oder so zu sein, sondern zeichnen, weil es Spaß macht.

    Ricarda Kielzitat, alltag