Hohe Hüte, kleine Knöpfe. Ein Pilztagebuch.

Ledrig, wie lackiert, wie schon gekocht, wie leuchtend im dunkeln, matt, stumpf, zerbrochen, zerfleddert, geschuppt, glitzernd vom Schneckenschleim, genoppt, beperlt, sandig, auf dürren Stängeln, auf dicken runden Hälsen, kugelig wie Astronauten, verschrumpelt, zusammengezogen wie Haselnuss-Umhüllungen, mit gelben leuchträndern, mit nassen schwarzen Triefrändern, hohe Hüte, kleine Knöpfe, gesprenkelt, gepunktet, in matten braunen Massen, einzelne stolze Skulpturen, leuchtrot, lackrot, lachsrosa, zartrosa, hellweiß, beige, gelbocker, lederbraun, grünlich leuchtend, violett mit zarten Streifen.

Nature is full of things that we can all agree on and I trust the power of that more than anything these days.
— Sarah Ryhanen

Wie er sich im Bad einen winzigen Waschlappen nimmt, um sein Gesicht damit abzutrocknen. Wie sie mit den weißen Haare in der Gaststube mit dem Strohhalm in ihrem Glas stocherte, eine Frucht herausfischte, so aussah, als kenne sie weder das Getränk noch das Prozedere. Wie der Koch von seinen Waldpilzen schwärmte, wie g’molt hätten die dagelegen. Die Katze, die uns auf der Straße um die Beine schleicht, Socks, sage ich, Sockety Sock, sagt er.

Auf dem öden Rasenstück vor dem Wohnblock gegenüber vom Friedhof wachsen dicke weiße Champignons, von Hundeschnauzen zerschnüffelt.

Laurie Anderson sagt:

The world may end. You’re right. But that’s not a reason to be scared. None of us know what will happen. Don’t spend time worrying about it. Make the most beautiful thing you can. Try to do that every day. That’s it.