Posts tagged bild
Draussen so
fruelink-1.jpg
fruelink-2.jpg
fruelink-4.jpg
fruelink-5.jpg
fruelink-6.jpg

(Manifestation der Zeit, die ich mir in diesen Tagen nehme. Und dessen, dass ich diese Formen nicht benennen kann. Und der Sonne, immer der Sonne.)

Ricarda Kielalltag, bild
Lisboa

Heute Flohmarkt, und die kleinen schmalen bunten Gassen hinter unserem Haus, die Vollverkachelung, steilen Anstiege, jeder Hügel von jeder Seite und der blaue Himmel darüber, dort Pornos auf Video-Kassetten für 50 Cent und kleine rote Ansteckpimmel, daneben eine Schale mit einem Hahn bemalt und alte Gläser mit verwaschenen Aufdrucken, und eine kleine Band mit zufriedenen Gesichtern, die spielte und spielte während wir am Plastiktisch aus Alu-Geschirr zu Mittag aßen in einem schattigen, vollen Bistro.

IMG_20160920_203831.jpg
IMG_20160920_203901.jpg

Wir werden vermutlich nicht wieder kommen, denke ich heute. So schön das hier ist und so gut jeder Hügel und Blick: Eine Stadt, die nur touristisch funktioniert, macht keine richtige Freude. Und mich nicht neugierig. Wir stolperten in der Dämmerung über eine Feier in Alfama, es standen junge Menschen mit bemalten Gesichtern und manche mit Umhängen an einer Straßenecke unter drei hohen Bäumen voller Singvögel, die pfiffen und piepsten nach Leibeskräften, es war schon recht dunkel und nur das Neonlicht des Bistros leuchtete, und wir waren die fremdesten Fremden.

IMG_20160920_103538.jpg
IMG_20160920_104321.jpg
IMG_20160922_114743.jpg
IMG_20160919_130059.jpg

Ich sah eine Taube im Straßenrand sterben. Wir traten in eine gekachelte Bäckerei, die Fußball zeigte und Lose verkaufte, und ich bestellte eine dieser kleinen Nata-Pasteten, und bekam einen Zimtstreuer dazu gereicht.

Ricarda Kielreise, bild
Scraps of Paper

“HI!!” I’m shouting right now from the middle of the storm; wind gusts blowing scraps of paper and compost and peanuts all around us … “HOW ARE YOU??!”

Ricarda Kielgedicht, bild
Oh Quappe

Wir sind völlig vernarrt in unsere Kaulquappen.

Sie essen und saugen und schwänzeln und legen lauter klitzekleine Kackstifte in ihrer Schüssel ab.

Wir sind neugierig auf das Leben, wir wollen ein Teil sein von, wir sind scharf auf die Hinter- oder Vorderbeinchen, was immer zuerst kommt.

Als wir begriffen hatten, wie illegal das Halten dieser Tiere ist, da hatten wir ihnen schon längst Namen gegeben. Jetzt sind wir angetrieben von Sorge und schlechtem Gewissen und einer mütterlichen Liebe, die uns überrascht: Wir wollen unbedingt, dass diese drei Kerlchen es zur Kröte schaffen. Ich will sie wachsen sehen.

Diese Zehen! Die durchsichtigen, geästelten Schwanzflossen! Die klitzekleinen Glupschaugen! Die amphibische Metamorphose — der Körpersack, in dem sich Beinchen bilden!

Nichts, wenn man es sich genauer anschaut, ist gewöhnlich.