so laut oder leise wie ich will

When automation frees all workers we will be able to ask, ‘What was it I was thinking that fascinated me so, before I was told I had to do something else in order to make a living?’“ – Richard Buckminster FullerIch will ruhen, schnitzen, nichts tun, spazieren gehen, einfach nur um des Ruhens, des Holzes, des Nichtstuns, des Spaziergangs willen. Und nicht, um danach besser zu arbeiten, besser zu denken, mehr zu sein.

(Ist das heute überhaupt noch möglich? Noch denkbar?)

Ihr Meditations-App-Entwicklerinnen, ihr Self-help-Autoren, ihr versucht, mich von innen her zu optimieren, aber ich mache nicht mit. Mein Innenraum ist meiner, und hier ist kein Platz für diese verzerrten Wertungen, hier ist schon genug los.

Nichts in mir ist kaputt, nichts muss repariert werden.

Fangen wir wieder dort an, bei der Dankbarkeit: Ich bin dankbar für den ersten Morgen im Jahr, an dem ich mit offenem Fenster Übungen machen kann, für diese süße Mango in meinem Mandelmüsli, für Rosen, die gedeihen, für eine durchgeschlafene Nacht mit Träumen von einem wildbemaltem Overall und Artischocken-Marmelade in Schokoladentafelform, für Umarmungen und Anrufe.

Und fangen wir wieder bei den Zweifeln an: Dienen die Dankbarkeitsübungen, verankernden Meditationen, Atemübungen – dienen die nicht hauptsächlich dazu, mich still und stumm zu stellen? Voller Ruhe und innerer Stille, damit ich aushalten kann, was kommt? Wäre es für mich nicht wichtiger, ich würde eine Praxis des Laut-Seins kultivieren?

Ich muss mir das gestalten, was mir dient, und selber die Verantwortung darüber behalten, wie laut und leise, wie still und stark ich sein und werden will.

„Die wollen, dass wir …“ ist eine wichtige Aussage.

„Aber ich werde nicht.“ ist doch die wichtigere Aussage.

Wie laut muss diese zweite Aussage sein, um gehört zu werden?

(What fuels me?)