Wie lange braucht ein Buch?

Ich entdecke Jesse Ball. Jesse Ball schreibt einen gesamten Roman in sechs Tagen, weil das Schreiben für ihn eine Performance ist, die an einem Stück durchlebt und für die Leser erlebbar gemacht werden muss. Vergleichbar mit einem Klavierkonzert, das Fehler enthalten darf, aber durch das Erleben am Stück mehr Reichtum enthält, als wenn es fehlerfrei aus einzelnen Aufnahmen zusammengstückelt würde.

“It’s a matter of just setting the things down and accepting that other people might not like them. You set a sentence down and it should be the least that’s possible to say about the subject.” — JESSE BALL

Daran merke ich, wie sehr ich selber offensichtlich glaube, dass ein Buch lange brauchen muss, und dass auch dieser Glaube abschüttelbar ist. Vielleicht könnte das Schreiben ja Spaß machen und schnell gehen? Ich traue dem noch nicht.

Seine Freundin braucht länger für ihre Bücher und findet, dass das Ding mit der Zeit überbewertet und ein Buch kein Kuchen ist:

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Ball wird hier gefragt, wie er sich auf das Schreiben seines Buches vorbereitet, und er antwortet:

“The preparation is about paying attention to what you love and to be able to see as clearly as possible. It’s a matter of your whole life’s regime.” — JESSE BALL