Hier ist ein Kompost, auf den ich täglich etwas werfe.

Manches davon wird vermutlich irgendwann zu Material für etwas anderes, zum Beispiel für etwas im Garten. In dieser Gartenpflanze aka Notiz kannst du mehr darüber lesen, wie der Kompost entstanden ist und wie er funktioniert.

1. März 2024

warum bin ich bisher noch nie durch die höfe der angrenzenden siedlung gegangen? warum weiß ich nicht mal ihren namen? blumen und balkone darin, katzennetze und ein verbeulter federballschläger in den resten der geschnittenen sträuchern.

Wie viel Geschmeidigkeit braucht meine Lust, wie viel Holprigkeit? Lust am Holpern. Lust an Pampe. Lust am wach sein. Bedingt: Lust am Schlafen.

entstanden bei einer Schreibübung, die ich heute im Schreibmonat angeleitet habe, angelehnt an den Beginn von Odile Kennels LUST (schwierig bei dieser Übung der Erwartung zu entkommen, sich in den entstehenden Text direkt verlieben zu müssen, schwierig auch, selber mitzumachen bei den eigenen Übungen, aber ich will es manchmal versuchen)WIE ICH MICH EINMAL IN EINES MEINER GEDICHTE VERLIEBT HABE

komm komm! lock die sprache. tsssssirr plumps. tschilptschilpplipp. ich muss nichts gerade! was für eine farbe spatzi bist du heute? bin ich heute? wer bin ich heute. zu viel zu wollen killt die lust. huch. ein see macht mir gleich lust, großes wasser, da spüre ich die schnellste lust. lust ist, wenn ich los schreiben kann. lust ist das schwappen. schwipp. welche farbe schwappi bist du heute? bin ich heute? eine reise macht mir lust, ein loslaufen, losradeln. tagträume von bewegung und anstrengung und darin ruhe. tagträume von freiheit von der lust, den lüsten, die mich im alltag halten, lust auf neue gedanken, lust auf platz im hirn. was für eine farbe hirni bist du heute? bin ich heute?

ich will auch vertrauen darin, dass ich aufgefangen würde und mich orientieren könnte auch ohne Telefon auf einer mehrtägigen Radreise, ganz old school wie noch vor läppischen 20 Jahren – wie entstand in dieser kurzen Zeit diese Vorstellung von Gefahr ohne Handy und Sicherheit durch Handy?

Und ich bin eh GLÜCKLICH und FROH, ich hüpfe wie ein Häschen / und heute auch null Scham darüber und bin heute auch fürs Tanzen ich bin für Baby-Igel ich bin für alle gemeinsam und etwas wagen

Gott ich freue mich auf den ersten Kuckuck.

Ich brauche meine Albernheit und meine Spielfreude und meine Intution, dass ich mich von ihnen leiten lasse und von der Grundstruktur, die wir geschaffen haben, dass es einfach sein darf, dass eh schon eine riesige Fülle da ist, dass wir nichts beweisen müssen, sondern es um etwas Zärteres in dieser Gruppe geht.

die Feige trägt schon ganz viele Knubbel und die Vögel singen so schwungvoll und unterschiedlich

29. Februar 2024

wir arbeiten GEMEINSAM diesen Monat, das spüre ich wirklich ganz deutlich, wir tragen alle unsere Schreibprojekte ein Minizipfel mit

Musik als Süßigkeit

Um die Muster unserer Tage festzuhalten, braucht es keine Vollständigkeit. Man kann ein Bild auch zu fest weben.

Etwas weiter fand ich einen gegabelten Ast, den ich halten konnte.

Verhältnis von einzelnen Menschen zur Geschichte der Menschheit; also zu Menschen von ganz früher – wie schwer fällt es mir zu glauben, dass jemand vor 100 Jahren das fühlen konnte, was ich fühle? Dass jemand vor 1.000 Jahren das fühlen konnte, was ich fühle? Dass jemand vor 10.000 Jahren das fühlen konnte, was ich fühle? Woher kommt diese Jetzt-Arroganz, warum glauben wir, dass nur wir wirklich existieren? Weil wir uns nicht vorstellen können, dass 1.000 Jahre nach uns noch ein Mensch hier lebt, leben kann?

das wird immer toller hier im Schreibmonat, so viele Schreibanlässe, so viel Eintauchen in die Welten anderer, und alles mit einfachsten Mitteln, es hat so sehr etwas REALES, obwohl wir wochenlang jetzt miteinander im Zoom abhängen

(beim Video bearbeiten) ich bin überraschend selber auf dem Start der Aufnahme von Kathrins Workshop zu sehen, und schaue mir kurz zu, wie ich die anderen rein lasse und ihnen zu winke, und betrachte mich mit Zärtlichkeit

oh du schöne kokosnuss

entstanden bei einer Schreibübung, die Kathrin heute im ersten Schreibmonats-Workshop angeleitet hat, angelehnt an Peter Wehrlis Katalag von allem1 – Faden: Der Faden des Schreibmonats, der noch um unsere Hefte gebunden wird, was die anderen noch nicht wissen, kleiner Zauber, Magie mit einfachsten Mitteln und ein feines Wortspiel für die Bach.

2 - Vernebler: Das zweite von drei Geräten, die ich in den letzten Wochen kaufte, die Wasser transformieren. Dieses hier schwingt über Ultraschall, glaube ich, Wasserteilchen winzig klein in die Luft und damit die in ihnen gelösten ätherischen Öle, also ihre Duftstoffe. Das erste Gerät macht Wasser zu Dampf, in dem Reis kocht, das dritte vernebelt Wasser und Salz, damit ich beides inhalieren kann, um einen Tag Meerluft zu atmen in 10 Minuten.

3 - schwarze Stoffkatze: Die kleine Sotffkatze von der Mama, steht auf meinem Schreibtisch wie das Äffchen an der Lampe beim Papa (und wie mein kleineres Äffchen an der Lampe am anderen Schreibtisch), Kinderblick in Büros: Was ist interessant? Immer nur die Deko.

ebenfalls entstanden bei einer Schreibübung in Kathrins Workshop, hier ausgehend von Elke Erbs Gedicht „Was über mich erzählt wird“WAS ÜBER MICH ERZÄHLT WIRD (oder erzähle ich das)

eine souveräne Sonne die Tee säuft
ein Hacker vorm Herrn
ein Sticheln auf jeder Haut
die weirdeste Brille durch die du schauen kannst
planvoll bis über die Planken da quillt’s
vor Struktur Kinde seines Vaters eine Frucht
wirklich aus dem gleichen Holz geschnitzt
ein Löffel für alle
das will wirklich einen Löffel für jeden
machen und jede und jedes und hat so viel
Sprache dass die auch immer quillt &
flickt gern die alten Stoffe
es mag den Moment wenn ein Stoff dünn wird
und von einem zweiten unterstützt wird
und von mindestens hundert reiskorngroßen Stichen
die alle aus einem Faden kommen
Verstärkung ist gut & doppelt hält besser &
wenn das eine durchs andere scheint ist das
doch das Schönste was uns passieren kann
diesen Punkt will ich in die Hand nehmen &
wie eine knatternde Fahne flattern lassen

WAS ÜBER MICH ERZÄHLT WIRD

ich bin schön & groß
ich habe ein einsnullabi
ich kann schwimmen wie ein profi
ich bin profi
ich bin verheiratet
ich bin anarchist
ich bin weiblich
ich bin eher männlich
ich bin süß
ich bin herb
ich kümmere mich & die sonne geht auf
ich schwitze schon auch mal
ich will immer am höchsten springen
ich will immer alles wissen
ich bin nervtötend besserwisserisch
ich trinke keinen alkohol
ich bin spaßbremse
ich bleibe angezogen
ich hab keinen zugang zu meinen gefühlen
ich mag keine affirmationen
ich bin viel zu pc viel zu stadt viel zu anstrengend
ich halte mich für zwanzig & denke ich kann jederzeit alles an mir verändern
ich hab immer so pointen auf denen was enden soll

WAS ÜBER MICH ERZÄHLT WIRD

ri hat ein atelier ri hat ein patenkind ri will alles haben ri tut so als hätte ri alles & kennte ri alles & beträfe es alles ri weiß schon viel aber macht halt auch viel fehler ri will den außenblick abschütteln aaah hilfe ich will nicht weiter von außen auf mich schauen aber das könnten alles federn sein mit denen ich mich schmücke das könnten meine verzierungen sein was ist die lustigste lüge über dich was ist der beste gossip über dich was würde ich wollen dass die erzählen und was wäre wenn ich darauf einfluss nähme wenn ich so täte als könnte ich das

(wie fast alle im workshop vorgelesenen schnipsel zu diesem thema sich mit gender beschäftigten, es ist eben doch die ganz große erzählung über uns)

wann dreht man als dichti irgendwie so richtig durch, weil alles text und alles wahr und wichtig und ist das iwann nicht auch GAGA oder genau schön und sollte eigentlich für alle greifbar sein?

Elke Erbs Formulierung in diesem Videokumpelhaftigkeit zum eigenen text

ich mag es, mit musik momente zu gestalten, das ist etwas ganz neues und spannendes für mich und es FUNKTIONIERT, auch mein aufwachen mit musik neuerdings, das färbt schon, das ist auch material, das hören gerade als sehr intensiver sinn, auch die eine person, die nicht stumm geschaltet ist und deren papier und stift ich ein bisschen kratzen und rascheln höre, so etwas schönes

Sind die Mittwoche immer so kompostionell unergiebig, weil ich an denen so sehr von hier nach dort, von einer Person zur anderen renne?

Extratach

28. Februar 2024

die KIEL POPO Mappe

keine Scham an mir kleben lassen, keinen Dreck behalten, sondern alles menschliche als natürlich betrachten und jeder:jedem das zurück geben, was ihr:ihm gehört

die Safranfäden, die mich seit Kind berühren

how to get into poetry cheap

Traum: statt Atelier hatte ich einen Raum in einem Studentenwohnheim, aus dem ich aber rausgeschmissen wurde, ich stand plötzlich in der Wohnung anderer Menschen und wusste nicht, wo meine Sachen hin gebracht worden waren, der zuständige Mensch fand sich nicht sehr zuständig und machte blöde Witze. Eine Gegend wie Grünau, besondere Spätis u Supermärkte, die etwas verlockendes Geheimnisvolles für die einen haben, trister Alltag für die anderen sind.

27. Februar 2024

Und vielleicht habe ich einen Dosenöffner für das Textknäuel gefunden, die Stelle, die mich wirklich gerade lebendig interessiert: Wie sprechen wie eine Queen? = Wie sprechen mit erarbeitetem Selbstbewusstsein? Mit Schmiedespuren. Aus dem Inneren vor allem, ohne Angst vor Reaktionen des Äußeren auf das Innere, weil man da längst drüber hinweg ist, weil so viel anderes passiert ist, weil Alter und Schmerz und Kraft und keine Zeit dafür.

Das erarbeitete Selbstbewusstsein - ist das die Maske, die ich umkreise? Die Freiheit, zu lügen. Oder zumindest falsche Spuren zu legen.

Mary RuefleHands are unbearably beautiful. They hold on to things. They let things go.

Ein Mal raus gehen mit der Säge und dem Beil im Rucksack, zwei kleine Baumteile abtrennen und nach Hause bringen und anfangen, sie zu behauen, und meine Hände tun weh und meine Arme tun weh und der Löffel ist krumm wie noch was und es macht mich über die Maßen FROH.

Mary RuefleOf course, underneath it all, the insects are tearing each other to pieces.

hierhow to get into pottery cheap

hier10 sounds that make you feel more alive

Heute im Hinterhof: wie eine Krähe erfolglos versucht, eine Maus zu erbeuten, das kleine Ding rannte um sein Leben

was ist mein Verhältnis zu Königinnen
zu QUEENS
zu Mächten verschiedener Art
die ich sein könnte oder auch nicht
und
was für Übertragungen mache ich da unbewusst
wie viel Macht gebe ich einer selbstbewussten
Person einfach so
wann wirke ich selber selbstbewusst und bekomme Macht
einfach so

menschen, die in texten erzählungen von träumen überspringen, würden vermutlich auch erzählungen von tarot readings überspringen – weil beides zu komplexe symbole oder impulse sind, die zu interpretieren man nur die energie hat, wenn sie einen selber betreffen?

& das ist schon sehr schön, in die anderen konzentrierten Schreibgesichter zu schauen, keine Gesichter aufgesetzt, alle am Seufzen, Grübeln, Nachdenken, Recken, Rausschauen.

Manchmal ist es auch schön und wichtig, stumm sein zu dürfen. Alles immer Kontextfrage.

Wer schaut wo hin und durch? Blicke bleiben interessant im Zoom. Und wo sind die Vöglein in meinem Haar, und was kommunizieren die Pilze auf mir und unter meinen Füßen, und was für eine Brille trägt Lupe Fiasco?

Matsch- und Wasserträume, das Eis wurde immer dünner, ich konnte zum Schluss nur darauf krabbeln und mich raus ziehen, auf dem Seematsch fuhr ein Matschbootauto, im Fluss tauchte ein riesiges Kreuzfahrtschiff auf, die Veronica.

26. Februar 2024

Cannondalecanyoncube

auf dem Heimweg einem Gravel Bike gefolgt, mit einer langen Person darauf, die ich weiblich las, ich im Windschatten oder ein ganzes Stück dahinter, aber wir in einem angenehmen Fluss, an der Ampel kniete eine Person, die ich auch weiblich las, bei ihrem Rad und fummelte die Kette wieder rein, Gravel fragte sie, ob alles okay ist, sie nickte, und das war ein schöner Moment, ein Moment, in dem die Welt vor mir aus radfahrenden und sich gegenseitig unterstützenden Frauen bestand, hi Barbie

Jean Valentine, via Sean Singer, via Kathrin Bach, die diese Zeile heute im Schreibmonat teilteWrite from the fungus of your feelings.

Noch ist es etwas rutschig auf dem Delfin, aber ich werde meinen Griff finden, auch ohne Zaumzeug, kollaborativ, mit den Kräften arbeitend. / Diesen Faden nicht verlieren. Welchen. Den gemeinsam gedrehten, den fließenden. Den, der durch seine Machart, wie er angelegt und ineinander verdreht ist, überraschend viel Kraft entwickelt.

gumo!

Ich fuhr in der Morgensonne über die Brachfläche, die Luft frisch und die Stimmung vorfreudig, radelte auf die Wiese und streckte mein Gesicht dem Licht entgegen und in genau dem Moment kam von einem Menschen, der auf den großen Steinen am Wiesenrand saß, ein durchdringend lauter RÜLPSER.

Traum: wir waren in Japan, ich gerade angekommen, wir flogen im Flugzeug über die dunkle Megastadt, ich sollte auf Google Maps einen Strand suchen, ich stellte mein Weinglas währenddessen außen auf das Flugzeug, das hielt. In der Stadt angekommen sollte ich laut dem Freundi eine Sänfte nehmen, das mache man hier so und in Bochum neuerdings auch, das Stühlchen der Sänfte war viel zu klein für mich, ich schrammte auf dem Boden, warf die Wasserflasche nach hinten zum Freundi u fiel dabei raus, die Trägerin lachte sich kaputt über mich.

25. Februar 2024

Du machst mich fernsichtig
Erst Tattoos
Dann radls
WhatsApp comes next?!

es war WALD, wir aßen WILD

Kegel mähen
Kägel mehen

Wir laufen durch ein Dorf:
ZAUNFREUDE

24. Februar 2024

POPO
KIEL
PIPI

einfach so rum sitzen und in die luft schauen

zwiebeln gemalt, und dann ein meer, und ein paar zwiebeln mag ich aber es ist auch so egal, ich lerne in jedem hinschauen und in jedem hinfühlen, ich kann sie nur malen, wenn ich in mir die zwiebel fühle, und das meer hatte ich nicht gefühlt, das habe ich aus einer oberflächlichen vorstellung heraus gemalt, einfach nur blau und gewellt; ich habe beim malen musik gehört und mitgepfiffen und mitgewippt, und das sind meine glücklichen momente, egal was dabei entsteht

manchmal zerkrümelt durch das besprechen etwas zu staub

ich find die stinkwanze nit aber die muss hier irgendwo sein

die swirls der Marmelade auf der Erdnussbutter die swirls des Ahornsirup im Joghurt (glänzt) Lupe FiascoI like my pancakes cut in swirls

ich hab was gelesen über eine Tante
das war voll lustig wirklich sehr lustig
die malte nur Zwiebeln
dann nur das Meer
dann Delfine
dann Meerjungfrauen
dann Einhörner
und zum Schluss
zum Schluss nur noch Socken und Unterwäsche

23. Februar 2024

Die Katze in der Kneipe, wie der nette Barkeeper ihr die Tür aufhält und sie entspannt hinaus trottet.

den Blick auf den Horizont legen und dort ausruhen lassen / wie Arme die auf dem Wasser treiben

huch wo kommt denn dieser getragene Tonfall her

Jetzt kommt auch die Müdigkeit, ein kleiner Crash, eine kleine Traurigkeit, Hunger
Warum klingen die Notizen vom Lotz so viel besser als meine
Was ist mit meinen Sounds
Will ich doch mehr schreiben, mehr rum schieben, mehr in den eigenen Text gucken

workshop als performance / theaterstück

künstlerisches Arbeiten heißt auch: nicht wissen was man tut, keinen greifbaren Plan haben

Lust und Wut hängen auch eng zusammen, sagte das Freundi, und es weiß das genau so gut wie ich.

22. Februar 2024

als ich nachts an der Ampel stand, hinter mir ein Auto, aus dem dröhnte ein Popsong und aus dem Pflegeheim daneben kam in beinah rhythmischen Abständen ein klagendes AUA

GLEICHZEITIGKEIT

Rush Hour des Lebens
meine ist höchst ungerusht

Ich muss weiterhin über Dinçers Reaktion auf die eingeschlagene Autofensterscheibe nachdenken, bei der er die Person, die den Stein geworfen hat, zu Apfelkuchen und Gespräch einlädt und erzählt von den Menschen in seinem Leben, um die er sich kümmern muss und für die er verantwortlich ist. Das rührt mich sehr, natürlich. Die Einladung zum Gespräch ist ein mutiges Beispiel eines Transformative Justice Angebots, wenn auch vielleicht fraglich, wie realistisch das ist, dass es wirklich angenommen wird. Die Ergänzungen zu der Verantwortung, die er für andere trägt, verstehe ich als den Versuch zu zeigen, dass man ein liebender Mensch in einem Netz liebender Menschen ist, und damit hoffentlich, vielleicht, Empathie bei einem:r Täter:in zu wecken. Und gleichzeitig widerstrebt mir daran ganz viel – ich will eigentlich in einer Welt leben, in der niemand Dinçer eine Scheibe einschlägt, selbst wenn er sich um keine Menschenseele kümmern und den ganzen Tag alleine in seinem Zimmer sitzen und Videospiele spielen würde. Sprich in einer Welt, in der ein türkischstämmiger Deutscher nicht das Gefühl haben müsste, dass er sich als liebenswerten Menschen zeigen muss, um dessen würdig zu sein, dass er keine Gewalt abbekommt. Und auch in einer Welt in der wir netten, liberalen Bio-Deutschen nicht so sehr auf den Guten Ausländer abfahren würden.

Das hat alles auf eine Art auch mit unseren Bildern vom Erwachsensein zu tun, wen wir als erwachsen empfinden, ob wir uns selber als erwachsen empfinden, welche Marker für uns dafür relevant sind. Ob wir erwachsen sein wollen oder müssen. Bei mir hat das tatsächlich mit Kindern und Autos zu tun, das Bild, ein Kind in einen Autositz hinein zu hieven und es anzuschnallen. Was natürlich Blödsinn ist, daran ist an sich erstmal überhaupt nichts erwachsen, es sind einfach nur zwei Marker, die ich nicht habe, weder Kind noch Auto.

Dieses Kernfamilienhierarchisierungsding ist auch ein Teil Scham, die Scham, für niemanden da sein zu müssen, die Scham, keine Familie gegründet zu haben, die Scham, aus der Norm zu fallen, die Scham, nur eine Tante zu sein, egal wie sehr ich sie Tante Alles nenne, die Scham, dann auch noch ein Onte zu sein.

21. Februar 2024

Ich muss mir selber das Selbstvertrauen und die Kraft (die recklessness und die shamelessness) geben, die andere daraus ziehen, dass sie für andere da sein müssen.

claiming my sunshine, claiming my rain

es bleibt AUFGABE für mich, die blutbanden und familienbanden und klassischen kernfamilienverantwortungen nicht alle unkommentiert zu schlucken, oder ihre hierarchisierende wirkung nicht automatisch mitzutragen, sie weiterhin und in jeder konstellation zu hinterfragen. meine themen daneben zu stellen und nicht in mir selber sogar auch ein bisschen davon auszugehen, dass sie weniger schwer wiegen. das schleicht sich alles sehr schnell ein.

die AUFGABE der GLEICHZEITIGKEIT

Dincer Gücyeterund bitte nicht vergessen, wir haben keinen zweiten ort, wir müssen hier zusammenleben.

diese verschiedenen wutqualitäten gestern – wie verbindend und beinah lustvoll bestimmte arten von wut sind, andere eher ernüchternd und manche herausfordernd. und alle so wichtig und alle müssen gefühlt werden, und das sagt sich viel leichter als es ist.

seit langem mal wieder ein alptraum. dann lag ich wach und versuchte mich abzulenken, indem ich krampfhaft darüber nachdachte, wie ich den geburtstagskuchen des freundis dekorieren könnte.

20. Februar 2024

Kopfweh den ganzen Tag. Dafür Nase allmählich frei. Gehört auch alles hierher, weil Körper liest mit und Körper schreibt mit.

Ist das laufende Schreiben und Teilveröffentlichen von Notizen auch ein Grund dafür, warum ich das Gefühl habe, dass ich immer arbeite? Könnte ich hier auch viel mehr PAUSE machen?

Hieße das dann viel mehr Sprachquatsch? Wie geht PAUSE machen im Schreiben? Wie geht Pause machen überhaupt.

MEINE KRONE IST AUS BROT

Machen die zehntausend Stunden auch Sinn, wenn es um sich überlappende Fähigkeiten geht? Also wie viele meiner (vielen) zeichnend verbrachten Stunden kann ich jetzt auf meine (extrem wenigen) tätowierend verbrachten Stunden dazu zählen? Ah, immer diese Zahlen, immer diese Ziele. Ich spüre das doch, wenn ich da bin, wo ich sein will. Es gibt doch eh immer noch mehr zu lernen und noch mehr, und solange ich grundsätzlich Freude am Prozess habe, kann ich die Durststrecken überbrücken und einfach WEITER LERNEN. Muss weder Meisterschwimmi werden noch Meisterschnitzi, und auch tätowieren werde ich so lange und so oft, wie es mir Freude macht und ich es brauche. Alles Teile meines Repertoires, und meine Krone ist eh aus Brot.

so mag ich gerade gern die Dienstage nutzen, notieren, weiter notieren, verknüpfen, und Notizen fallen mühelos von selber aus diesem Beutel

was dann mit den Notizen, das ist die andere Frage

Youssef MaguidFOR NOW MY PLACE IS HERE

birdsong as a way to activate the vagus nerve (a feeling of safety, because no predators are around when the birds are singing)

James Baldwin via adrienne marie brownFor nothing is fixed, forever and forever and forever, it is not fixed; the earth is always shifting, the light is always changing, the sea does not cease to grind down rock. Generations do not cease to be born, and we are responsible to them because we are the only witnesses they have. / The sea rises, the light fails, lovers cling to each other, and children cling to us. The moment we cease to hold each other, the moment we break faith with one another, the sea engulfs us and the light goes out.

Beginner’s Mind.

Was hat es mit diesem Konzept der Meisterschaft auf sich? Das „vollendete“ Handwerk und die Perfektion stecken darin, ein kraftschonender, geübter, eleganter Prozess, ein bezauberndes Endprodukt usw. Eine Art von Schönheit also, und ein Staunen darüber, wozu menschliche Körper und Köpfe fähig sind. Sehr viel sofortige Achtung und Bewunderung. Und ich bewundere das genau so, ich könnte stundenlang Barn beim Löffel schnitzen zusehen oder die japanischen Keramiken in The Unknown Craftsman betrachten oder den Ebinum Brothers beim Tanzen zuschauen oder Anne Carson lesen usw.

UND. Meisterschaft hat mit täglich zu tun, mit den zehntausenden von Stunden, die es angeblich braucht, um ein Handwerk zu beherrschen, mit der Entscheidung für dieses eine Ding, diese eine Tätigkeit. (Das die sogenannte Leidenschaft?) Was mir immer schwerfällt, Entscheidungen für EINS sind nicht so meins. Also beginne ich Sachen und lerne Sachen und habe Freude an Sachen und werde ein bisschen gesehen in Sachen und mache dann andere Sachen.

Notieren, dieses kleine Schreiben.“ – Wolfram LotzVielleicht bin ich meisterhaft im Notieren.

Es steckt so viel Hierarchie in der Meisterschaft. Das besser sein als andere, das beherrschen, die Macht darin, der Meister sein, Meisterschüler:in sein. Das angekommen sein.

Vielleicht will ich nicht herrschen und ich will auch nicht ankommen.

Lehrer:in sein ist ein völlig anderer Vibe. Das Metier auch, das Geschäft, das jemand betreibt oder (lol) versteht.

Erinnerung an die Übung, ein Gedicht einer anderen Person von Hand abzuschreiben – auch hier geht es doch um Repertoire Aufbau, darum, sich Information einzuverleiben

in den LEIB hinein werfen, aufessen

Sich mit fremden Flocken schmücken

Sich mit fremden Federn schmücken

letztes bild aus dem traum: eine bildtafel mit lauter pflanzen darauf, von denen man über schnittflächentriebe ableger bilden kann, sehr viele kakteen aber auch eine reihe gurken.

ich verstehe nicht, wie ich so oft mit kopfschmerzen aufwachen kann – was mache ich falsch? ist es der viele bildschirm? sind es die vielen gedanken über andere? ist es zu wenig luft, zu viel restschnupfen, zu viel zucker, zu wenig schlaf oder bewegung …?

19. Februar 2024

Repertoire ENTWICKELN

Kompost eben schon auch als Keine Scham Übung

ich kuriere meinen schnupfen jetzt mit supermarkt meerwasserspray

Wann tragen wir vor uns selber Masken? Vielleicht das eine interessante Frage. Soll es in dem Knäuel eigentlich vor allem um die Masken gehen, ist es das, was es zusammenhält?

Was brauche ich? In den Abgrund schauen und nicht hinein fallen, das, JA.

Ich brauche Pausen von einem im anderen, ich brauche heute Abend eine feste Umarmung, ich brauche ein leckeres Essen, ich brauche einen kleinen Spaziergang, microdosing my pleasures, Kleinigkeiten aus dem Repertoire.

18. Februar 2024

WEITER ÜBEN.

Ich bin genau so, ich kann genau das, ich lerne genau das, ich zeige mich genau so.

Ah stimmt, und dann kommt der Moment, an dem ich mich daran erinnere, dass ich ja nicht gerade erst begonnen habe zu zeichnen, und dann hole ich die Skizzenbücher und die Kartons voller Zeichnungen und bemalter Zettel und Karten, und ich durchforste sie noch viel hemmungsloser, denn von mir selber kopiere ich am liebsten, und eigentlich habe ich schon ein ganzes Flash Book beisammen, jetzt muss ich nur noch die Technik lernen und üben und üben und weiter zeichen, immer einfach WEITER MACHEN und WIEDERHOLEN.

Ich will einfach viel selber machen können (der Dinge, die ich nutze, der Dinge, die mich schmücken) – interessiert mich Meisterschaft vielleicht gar nicht?

Glaube ich an Kopien? Also natürlich weiß ich, dass nur zu oft bestimmte (sichtbarere) Menschen Ruhm und Achtung und Geld bekommen haben und bekommen für etwas, was andere (weniger sichtbare) Menschen zuerst versucht, gedacht, ausprobiert, formuliert haben, und dass diese Achsen der Un/Sichtbarkeit natürlich Achsen von Macht und Privilegien sind, und dass das Plagiat genannt wird, und dass das oft über Gerichte und Geld geregelt wird, und dass das trotzdem Grauzonen sein können. Glaube ich neben diesen strukturellen und kommerziellen Fragen daran, dass eine Person wirklich etwas kopieren kann von einer anderen Person? Ist der Strich nicht immer ein bisschen anders, ist der Tonfall nicht immer ein anderer, weil Körper, weil Kontext? Kommt es auf den Grad der Andersartigkeit an? Kommt es auf den Grad der Veröffentlichung an? (Für mich im Zimmerlein kann ich ja üben und kopieren so viel ich will und brauche)

Das sprachliche Flash Book als Repertoire für eine Textperformance (egal ob auf Bühne oder auf Blatt, ob einzelne Sätze, Phrasen, Wörter als wiederholbar gedacht sind oder nicht)

Repertoire = Portfolio?

Ah! Repertoire kommt auch von der Liste (der Inventur), from Latin reperiō (“I find, find out, discover, invent”), from re- (“again”) + pariō (“I produce”)

I produce again and again and again

Repertoire = Vorrat an Spielen jeder Art, Menge der Möglichkeiten, die für die Bewältigung einer Aufgabe zur Verfügung stehen, the set of skills, abilities, experiences, etc., possessed by a person, the set of vocalisations used by a bird

Ein Sonntag alleine mit mir und meinen Gedanken und Werkzeugen

PAUSE

hier höre ich vor allem vogelstimmen

Interessant, dass ich kaum Neid auf das Freundi spüre, für dessen Manuskript sich nun mehrere unabhängige Verlage interessieren – ich freue mich für das Freundi und glaube, dass das der viel fruchtbarere Weg ist als bei einem der großen, und es fühlt sich an, als hätte es erstaunlich wenig mit mir zu tun, als hätte ich nicht auch etwas da liegen, was ein Manuskript ist oder hätte werden können. Ich glaube, ich bin wirklich zufrieden gerade mit meinen anderen Experimenten und Tätigkeiten, und die fühlen sich sinnvoll und ausfüllend an, die Sehnsucht nach Anerkennung durch den Betrieb, durch irgendeinen Betrieb, ist gerade einfach nicht vorhanden, und auch nicht der Drive, diese Geschichte fertig zu stellen und in die Welt zu schicken.

Mal schauen! Eccomi! In all meinen Firmen! Beziehungsweise Formen!

17. Februar 2024

huchnoch gar nicht zähne geputzt
istgut habe auch noch hunger

Mit Metier ist im Allgemeinen ein Geschäft gemeint, das jemand betreibt oder versteht

Emerit, Eremit, meiert, Mieter, reimet, reimte
Er-time
Air-Time

Ist diese Übung des Kopierens von Zeichnungen auf Text übertragen ein wildes Übersetzen?

Die meisten (Tattoo) Künstler:innen, deren Arbeit mich anzieht (deren Arbeit ich kopiere, um die Information in meine Hände zu laden), haben vermutlich bei Kindern kopiert. Ich kopiere knallhart vom Kind. Das Kind sagt: Ich wusste, dass du mir das nachmachen wirst.

Nachdenken über das Kopieren beim Zeichnen, über die Lücke zwischen dem Erkennen der Linien und Formen, die einem gefallen, und den Linien und Formen, die auf dem eigenen Papier landen, über diese Phasen, in denen einfach gemacht werden muss, eins um andere, auch eins ums andere kopiert werden muss, damit die Information in mir ankommt und dann, wenn ich weiter mache, weiter verarbeitet wird, um als etwas von mir gefiltertes ganz anders und doch ähnlich auf dem Papier zu landen.

ein Metier haben

LUXUSBESUCH

Mit dem Freundi, das kurz zu Besuch war, gesprochen über: ein Repertoire an Bewegungsmöglichkeiten haben, ein Repertoire an Dingen, die man gerne tut ←→ eine feste Routine haben, die man machen muss, damit man einen guten Tag gehabt haben wird

Die neuronalen Netze brauchen oft nur ganz wenig von etwas, um es erlebt zu haben; microdosing pleasure als immer vorhandene Option (einmal um den Block)

Und nee es ist nicht beunruhigend, dass fast jedes Mal, wenn ich in mich hinein höre und mich frage, worauf ich gerade LUST habe, ich mich als erstes einfach nur hinlegen und die Augen schließen will.

Making it all count, somehow, carrying it all softly.

ein Flash Book ist ein Buch mit allen Vorlagen einer Tattoo Künstler:in, aus dem sich die Person, die eine Tätowierung wünscht, ein Motiv aussuchen kann; manchmal gibt es jedes Motiv nur einmal, manchmal wird ein Motiv auf mehrere Menschen gestochenEin sprachliches Flash Book
???
wär aber geil

16. Februar 2024

vielleicht braucht das Waldwolfdragknäul einen ordentlichen Namen, damit ich besser verstehe, was ich damit will, damit der Beutel einen Griff bekommt

INFORMATION

Mein Kopieren vorhin im Skizzenbuch holprig und nicht zufriedenstellend, aber das ist ok, ich kann mich da durchwurschteln, das ist der gefährliche Gap, durch den man immer wieder durch muss, damit kann ich umgehen inzwischen.

das Freundi hat mir Videos von IGELBABIES gezeigt, die aussehen wie Esskastanien, wie Aliens, wie Spielzeug, die so süß und so seltsam sind

wenn ich in der Natur unterwegs bin, habe ich meistens etwas Proviant dabei
zum Beispiel einen APFEL

eigene Seile aus eigenen Materialien

SCHWUNGLINIE

Und ja zum hemmungslosen Kopieren, denn es wird eh anders, ich mische das Kind und den x und den y und die z, das sind mir eh zu viele Machomännchen, ist schon gut, wenn wir das anders und für uns machen und es hat eh keiner alleine was erfunden.

KÖRBE

TÄTOWIERUNGEN

KÖRPER

LUST

UNTERLEIBSKRÄMPFE

LEIBESKRÄFTE

15. Februar 2024

nächstes Jahr kann ich aus unserem geschnittenen Wein große grobe Körbe flechten

Dattelnacht LOL

Die Weiden müssen vermutlich wirklich gefällt werden, und ich habe nicht geweint, und habe statt dessen ein riesiges Bündel abgeschnittener Weiden eingesammelt, im Pulli an der Sonne, und es war traurig und schön gleichzeitig. Wie wenig Menschen von einem weidensammelnden Menschen Notiz nehmen. (Notiz nehmen). Wie gut mir das tat, an der Luft mit etwas Großem zu hantieren.

Oder vielleicht hab ich’s auch einfach vercheckt und das ist nur das ganz normale Zurückschneiden der Kopfweiden??

Blutbanden

und auch auf Text muss ich nicht immer Lust haben, und ich darf ihn essen wie fünf Pfannkuchen

Odiles LUST, und wie die richtigen Bücher doch immer passend wieder auftauchen: „aber wo ist sie hergekommen, die Unlust? Warum der Widerwille des ersten Wortes? Weil es zu viel zu sagen gibt, weil ich Plattitüden fürchte? Oder weil ich fürchte, dass die Lust mir auf den Leib rückt, mir ans Leibchen will? Mich bloßstellt, mir Fragen stellt, was weiß ich was mit mir anstellt? Weil ich mich hinter ihr nicht verstecken, mich nicht losgelöst von meiner persönlichen Geschichte mit ihr auseinandersetzen kann? Aber kann ich mich überhaupt mit irgendetwas ohne meine persönliche Geschichte auseinandersetzen? … eine andere Vergangenheit hab ich nicht. Ich setz mich ganz weit weg! Ich rücke ganz nah ran! Wo ist sie hergekommen, die Lust, die Lust auf Welt, auf Körper, auf Text? Wann und weshalb hat sie mich überkommen? Was war der Preis? Was gebe ich preis? Wie viel Ich stecke ich in den Text?

das Freundi erzählte von einem durch mehrere Hände weitergegebenem Rezept für eingelegte Zitronen, wie rätselhaft die Alchemie darin wurde durch die Übertragung aus dem Indischen ins Handschriftliche einer Freundin, put them in the living.

Ob die Nachbarn glauben, dass die neu installierten Rauchmelder eigentlich Überwachungskameras sind?

Ich hätte gern einen großen Korb für meine Bettwäsche. Was ist mit den Weiden am Tor zur Siedlung? Wenn sie ganz gefällt werden, muss ich weinen.

ich mag auch nicht alle fragmentarischen Texte viele nerven mich auch

und ja es macht einen Unterschied ob fast alle Menschen im Umfeld erwerbsarbeiten oder ob auch viele nahe Menschen dabei sind, die zb hauptsächlich pflegen oder krank geschrieben sind etc, die um uns leben uns so viel vor

Ich denke weiter über die sehr enge Beziehung von Zeit und Erwerbsarbeit nach, über all das, was wir tun „müssen“ und was wir als (halbwegs) sinnvoll verbrachte Zeit einsortieren, also auch Prioritäten, die wir setzen oder setzen müssen.

In dem Zusammenhang auch die Frage nach den verschiedenen Planungstools – nach dem künstlerischen Arbeiten und dem unternehmerischen Arbeiten, und wie sich diese Grundhaltung auch in dem abbildet, was wir uns für bestimmte Zeitabschnitte vornehmen und wie wir sie planen. Arte Útil taucht wieder auf, darüber habe ich schon lange nicht mehr nachgedacht, was das ist und sein kann. Habe ich es verinnerlicht? Ist es gar nicht mehr so relevant für mich gerade? Dochdoch, es wird eigentlich immer relevanter.

(Du musst auf deiner Kunst sitzen wie auf einem kleinen Pferd. Sie muss dich woanders hintragen.)

und es liegt in Teilen ja auch an den Zeitungen selber, daran, dass die aufreißerische Überschriften schreiben wollen, immer provokanter und spaltender, Paula hatte doch nirgendwo wirklich geschrieben, dass sie „Freundschaft statt Familie“ wolle

diese Spielzeiten sind wirklich anders als Urlaube, weil sie keine sozial geprägten Zeiten sind – Urlaube ja meist schon und dadurch sind sie oft auch Beziehungsarbeit, oder zumindest einander aufnehmen und verdauen, Spielzeiten sind PAZ Zeiten, das ist anders

LUST- und LAUNETAG

so viel Lichtlust, Frühlingslust, Vogellust, ich will euch alle singen und sprießen hören

14. Februar 2024

schmink dich groß
find ich gut

Fühle mich selten so kompetent und erwachsen wie wenn ich gerade die Reifen des Rads aufgepumpt und die Kette frisch geölt habe.

Tätowierungen als Markieren von Zeit

über das im „Hier und Jetzt leben“ gesprochen und wie seltsam das ist, sich gar nicht in seine Zeit und in sein Leben hineinflechten zu wollen, das geht doch parallel zu einem präsent-Sein im Jetzt, jemand versuchte mal ein Abendessen lang nur über das Jetzt zu reden und scheiterte daran, jemand trug mal eine Uhr, auf der statt Ziffernblatt das Wort „Jetzt“ stand

immer mehr spüre ich, was ich durch das Tätowieren noch alles lernen kann, nämlich eine andere Art von Körpergefühl, Ausdrücke meiner sehr eigenen Körpersprache, das ist auch eine Form von Poesie und vielleicht Poetik, ich gehe damit so um, wie ich mit allem anderen auch umgehe – es ist letzendlich alles ein Vorgang in so vielen unterschiedlichen Formen, ich brauche keine Scham spüren darüber, dass ich gerade nicht schreibe oder vielleicht nie mehr schreibe, außer im Kompost, dass ich gerade keinen Schmuck mache oder vielleicht nie mehr Schmuck mache, dass ich gerade wenig auf Papier zeichne, ich weiß, ich werde weiter zeichnen

„zeitsouverän“ hat wenig damit zu tun, wie viel Zeit wir letztendlich zur Verfügung haben, sondern ist mehr eine Haltung, eine Frage davon, wie weich und präsent wir in dieser Zeit, die uns frei zur Verfügung steht, sein können – wie weich und sicher wir uns in das Auf und Ab begeben können

das Kind sagt: KNALLE SCHNUPPE

das Freundi schickt mir Bilder von zwei dicken Kartoffeln

Freundi sagt: das Freundi riecht das wenn die Kartoffeln fertig sind

Freundi sagt: deine Tätowierungen sind ja auch Veröffentlichungen

die Karte sagt: Flüssigkeiten austauschen ist das Intimste

Smiley Spuren im Kerzenwachs von Abend zuvor

13. Februar 2024

hat Fisch auf dem Bein und Fisch im Bauch

warum interessieren mich fragmente und tagesmitschnitte zurzeit mehr als fertig geformte, durchdachte, durchgearbeitete erzählungen und narrative? weil ich mehr freiheit im selber zusammenfügen habe? weil ich zurzeit keine lust habe, den vollständigen langen gedankensträngen anderer zu folgen? weil mich das „fertige“ immer weniger interessiert, und ich nur noch den prozess mag? i dunno.

12. Februar 2024

Tortuga Film, Hallo Tortuga ich kooomme!, und die Schildis und das Meer und die Aufnahmen waren so schön und so erstaunlich, und der Text obendrüber so entsetzlich. Wie die Schildi ihre Eier aus dem Schlauch drückt und Hannelore Elsner völlig entrückt ruft „Nun ist die kleine Schildkröte eine: MUTTER! Jetzt endlich hat sie die BESTIMMUNG IHRES LEBENS gefunden!“. And they interviewed all of them and everyone of them / Not one could give any hint of a clue what they were doing here either // It’s all so pointless / It is and that’s beautiful, I find it humbling, sincerely (aus dem Lied 100% Endurance von Yard Act)Als ob die langen Reisen dieses Tieres nur dann Sinn machen, wenn es irgendwann Eier legt, als ob die 20 Jahre, die es sich davor im Meer und in den Strömungen herum getrieben hat, nicht auch so Sinn machen würden, oder eben keinen Sinn, wer weiß das mit dem Leben schon so genau?

Auf jeden Fall fuchst mich die Vermenschlichung in diesen Dokus so sehr, allein die Behauptung, wir würden da einer einzelnen individuellen Schildkröte über Jahrzehnte durchs Meer folgen ist doch schon eine Lüge, und dann auch noch unsere klebrigen kleinen menschlichen Vorstellungen von Sinn und Sehnsucht darüber zu kippen. Es ist doch alles so schon schön genug und schrecklich genug, so lernen wir doch nicht, genau hinzuschauen.

PUNKTESCHWUNGLINIE

20 Minuten in der JBL Hotline wegen meines kaputten Lautsprechers, in denen mir der nette Mensch am Telefon erklärte, wie die „Harry“ Brotfabrik funktioniert, also wie die die Platzierung ihrer Brote im Regal testen, was dann auf Augenhöhe sei, er sei allerdings zwei Meter groß, bei ihm wären dann andere Produkte im Regal auf Augenhöhe, und wie generische Produkte unter allen möglichen Preisen und Markennamen in allen möglichen Supermärkten auftauchen, und wie man das erst bei Rückrufaktionen bemerkt, zum Beispiel wenn Glassplitter in gesalzenen Mais-Chips stecken.

SCHNEEFLOCKE

Äpfel die nach Rosenblüten schmecken

Ehe als Tarnung
Namen als Tarnung

Könnte man diese Kostüm-Aufregung lösen, indem man im Kindergarten in den Wochen vor Fasching gemeinsam Kostüme bastelt? Im Zweifel alle Kinder also einfach Pappmasken und Geweihe aus Stöcken und Ästen tragen? Würde man ihnen damit etwas „nehmen“? Weil so ist das doch auch nicht sinnvoll, der ganze Glitzer und die ganzen Stereotypen und die Vergleiche und die Nerven, und das kommt doch auch noch früh genug. (ja wenn man denen einen Finger reicht jetzt wollen die auch noch Fasching abschaffen ihr spinnt wohl)

11. Februar 2024

(Netz sein, viele sein, alle einander tragen)

die Großzügigkeit und FREUDE, mit der das Freundi Halbedelsteine verschenkt

APFELHUNGER

schreibt Paula Fürstenberg hier und in mir ruft alles JAAAA (VatiNr1 kommentiert erwartungsgemäß: So läuft das. Mit einem Zugeständnis oder Entgegenkommen ist die Diskussion nicht etwa vorbei, da beginnt sie erst richtig. Wir haben jetzt den kleinen Finger, nun quengeln wir weiter, bis wir die ganze Hand bekommen. Gleichstellung von Ehe und Freundschaft. Sorry, aber ihr sp… wohl?) (Dann muss ich ganz schnell raus aus der binären kernfamilien-, sex- und hierarchiefixierten Kommentarspalte, sonst verliere ich alle Lust zum Weiterleben.)„Ich erlebe [Freundschaften] als die krisenfestesten und dauerhaftesten Beziehungen – vielleicht weil sie strukturell polygam sind und nicht alle Erwartungen und Bedürfnisse von einer Person erfüllt werden müssen. Vielleicht auch weil die Kulturgeschichte nicht zugerümpelt ist mit Erzählungen davon, wie erwachsene Freundschaften auszusehen haben, und sie keinen vorgefertigten Mustern folgen müssen. (…) In dieser weder institutionalisierten noch reglementierten Beziehungsform liegt eine besondere Schönheit und Freiheit. Einerseits.

Andererseits haben erwachsene Freundschaften ein Repräsentations- und Anerkennungsproblem. Eine Frage wie “Ist da nicht mehr zwischen euch?” offenbart die Hierarchisierung: Als wären Freundschaften weniger als romantische Paarbeziehungen und nicht einfach etwas völlig anderes. Und für den Schmerz, wenn eine Freundschaft in die Krise gerät oder zu Ende geht, gibt es nicht mal ein Wort.“

(wieder die Ränder, an denen unsere bisherige Sprache nicht ausreicht)

ich schaffe es nicht, den gtp chatbot zu etwas anderem zu bewegen als langweiligem, pseudo-kontroversem, alles nochmal besänftigendem politiker:innen-geschwurbel. nicht mal mit fragen wie „kann meine echtheit jemals so opulent glitzern und so gut unterhalten wie eine kunstvolle drag performance, kann mein hunger jemals so rein sein wie der eines wolfes?“ (lol). das vielleicht höchstens nützlich: ich kann damit schnell und gründlich abklopfen, was die bekannten und oberflächlichen aspekte und verbindungen meiner themen sind, und von dort aus selber loslegen.

jetzt wo ich gerade nicht schwimmen kann, kommen die schwimmträume, alles findet im pool statt, lauter begegnungen, kleine rennen, schnell noch eine bahn delfin

10. Februar 2024

Bin ich eine amorphe Masse? Well, who knows.
Brauche ich einen Griff? Well, who knows.

gemueseschaeler.pngdas als Sprachtechnik: auf alles, was aus Metall ist, einen Streifen Zinn legen und darin Steine und Muscheln und Nüsse und Körner und Knochen fassen

aber die pfeile treffen mich nicht

Muss ich mir das abgewöhnen, dass ich zig Sachbücher parallel über Jahre hinweg lese? so ergeben sich zwar punktuell schöne Reibungen und unerwartete Parallelen, aber ich behalte so wenig von dem einzelnen Gedankenbogen. Aber vielleicht würde ich auch dann wenig behalten, wenn ich sie in einem Rutsch durchlesen würde, und dann hätte ich nicht die Freude der Crossthoughts.

9. Februar 2024

Lewis Hyde in Trickster makes this worldWe always inhabit a story that others have shaped, but we also always participate in the shaping.

das Freundi würde als Feuersalamander zum Fasching gehen

rest your ears & mouth

Schablonen
die sich wie Schatten
auf das nächste Blatt legen

(kleiner Unsinn aus dem Schreibnachmittag)

Zwei erstaunlich jahreszeitlich passende Blickwinkel:

aus einer Broschüre zu einer Ausstellung der Truppe FledermausMikhail Bakhtin, a Russian philosopher and literary critic developed the term carnivalesque to characterize writing that depicts the de-stabilization or reversal of power structures. Bakhtin based these theories on the medieval carnival, which he describes as “a second world and a second life outside of officialdom”. All Medieval people participated in the carnival; in some European cities it lasted up to three months of the year. Bakhtin believed the “comic rituals and spectacles” of the medieval carnival are “life itself, but shaped according to a certain pattern of play. In fact, carnival does not know footlights, in the sense that it does not acknowledge any distinction between actors and spectators”. The carnival is dualistic and ambivalent; it unites—the sacred and profane, high and low, wisdom and stupidity, old and young, birth and death. “The theme of death as renewal, the combination of death and birth, and the pictures of joyous death play an important part”.

Und Lewis Hyde in seinem Trickster-Buch:

The stock anthropological and literary understanding is that carnival celebrations, despite their actual bawdiness and filth, are profoundly conservative. Especially in highly ordered and hierarchical societies, carnival reinforces the status quo because, first of all, it provides the exceptions that prove the rules. We may laugh at men dressed as women, or greasy food eaten at the altar, but when the laughter ends, the normal patterns return all the more solidly. Carnival is, after all, officially sanctioned and clearly contained. (…) Fat Tuesday never leaks over into Lean Wednesday. When Lent begins, the normal hierarchy reappears with a sheen, the rest of its internal tensions burnished away by their exposure. (…)

Where change is not in order, then, ritual dirt-work offers the virtue of non-violent stability. But where change is in order, dirt-work also has a role to play, for it simply isn’t true that these rituals are always conservative. Dirt rituals may stabilize things for years on end, but when the order is in fundamental crisis these rituals can become the focal points for change, catalytic moments for dirt’s revaluation and true structural shifts. Every so often Fat Tuesday does leak over into Lean Wednesday, and into the rest of the year as well. (…)

The historian Natalie Zemon Davis has argued that the gender reversals of various early modern European festivals served to „undermine as well as reinforce“ prevailing social structures. (…) Davis is well aware that letting carnival’s „women on top“ have power during the holidays usually served to keep women on the bottom when the holidays were over, but once such an image exists it is hard to control, and this one sometimes also „promoted resistance,“ and „kept open and alternate way of conceiving families structure,“ and served as „a resource for feminist reflection on women’s capacities.“

I assume that trickster tales serve an analogous double role; usually they bring harmless release but occasionally they authorize moments of radical change. (…) Stories like these are not about conservative dirt-work but about the end of one world and the beginning of another.

Auf den Kompost posten wie eine Zeichnung abpausen, ein Üben wie bei den Schablonen

Robert KroetschWe go through a day picking up the fragments everywhere and somehow patching them together so that we don’t fall off the edge of the world, or through a hole in the story.

Überhaupt Verhältnis Original – Schablone – Ergebnis

rest your ears & mouth

Ich mag meine zartrosa Tulpen und esse sehr viel Zucker zurzeit und verliere somit auch praktisch immer mehr einen Anspruch auf Reinheit, auf eine fiktive weiße Form von Gesundheit oder eher Gesundheitserzählung.

Was ist der Kern in diesem Waldwolfdragtarnungsknäul? Was reizt mich daran? Ich will da einem Glitzern folgen, da ist viel Grün und Matt und es gibt aber eben auch eine Spur Glanz darin, der will ich folgen und schauen, wo sie mich hin führt.

Das Freundi teilt seinen Ärger über ein Buch mit mir, das ich auch gelesen habe, es sei die Geschichte einer empathischen deutschen Person für andere deutsche Personen über eine ukrainische Frau, in der es eigentlich nicht um die ukrainische Frau geht, sondern um das Bedürfnis der Erzählerin, eine gute Person zu sein, dabei geht die Selbstbestimmung der Hauptfigur verloren – und ich habe das Buch genau so gelesen, als deutsche Person, die versucht, eine gute deutsche Person zu sein, und oh, was das alles schon für Unglück mit sich gebracht hat … heiße kleine Scham. Und das Freundi denkt weiter nach, darüber, wie wir nicht so sehr Gespräche anregen unter Menschen, die sich eigentlich nicht auskennen, sich aber vor allem gut positionieren wollen, sondern mehr fransige, weitreichende, vielschichtige Gespräche, die sich nicht auf schnelle Kategorisierungen verlassen müssen. Und ich denke, wie mühsam das ist und wie wichtig, und dass es für das weitflächige Führen solcher Gespräche vielleicht erstmal das bedingungslose Grundeinkommen und das Abschaffen des neoliberalen Kapitalismus bräuchte, damit Menschen (wieder?) Kapazität bekommen, sich mit Neugier einander zuzuwenden. Und nee, das geht auch jetzt, das muss auch jetzt schon gehen.

Spannend in dem Kontext nochmal die Frage nach ContraPoints Canceling, wie in ihrem Fall dieses Gespräch unter Menschen, die tatsächlich unmittelbar mit etwas Erfahrung haben, völlig ausrutscht und in eine höchst binäre und extrem kategorische Richtung kippt – allerdings ist es ja auch kein „wirkliches“ Gespräch, sondern ein aufgeheizter Twitter Mob, das ist schon ein riesiger Unterschied. Die Frage also weiterhin: Wie diese fransigen, unkategorischen, weirden, vielschichtigen Gespräche ermöglichen? (und das tut Natalie sehr, wie ich finde, und es ist nicht ihre Schuld, dass es dann so kippt)

Traum: Ich war Austin Kleons Sohn und wir machten Musik zusammen, ich sollte Blockflöte spielen, was ich nicht kann und nicht mag, ich umklammerte das dunkelblaue Ding und gab mein Bestes, ein Ton war klar, der Rest Gepfiffe; Kleon der Vati war offensichtlich verwirrt darüber, warum ich das nicht mehr kann, das ging wohl schon mal besser, blieb aber nett und geduldig. Später kam die Mutti dazu und ihr Gespür war genauer, sie wusste, dass ich fremd bin. (ihh selbst im Traum schematisch binärgeschlechtliche Zuweisung von Intuition)

Im nächsten Traum bekam ich nur vom falschen Kuchen auf dem Faschingsfest des Kindergartens, das im Helgoländer Hinterhof stattfand. Aber ich wollte doch den Brownie!!

8. Februar 2024

Maya Angelou in diesem Interview„struggling towards being free … you work all day long and achieve some kind of level of success by nightfall, go to sleep and wake up the next morning with the job still to be done.“

und auch ContraPoints Hauptthema ist eigentlich Veränderung, und das Potenzial, das wir Menschen für Veränderung haben, und ihr Glaube daran, dass wir Veränderungen gestalten können

Rezensionen lesen (nachdem ich selber geschaut oder gelesen oder gehört habe), fühlt sich an wie ein wichtiger Abgleich mit der Welt, und im besten Fall wie ein Lernen darüber, wie ich noch etwas hätte empfinden oder was ich noch hätte sehen können, also ein Erweitern von Sinnen. Und ich bin oft einfach neugierig auf Eindrücke anderer Menschen. Ich schämte mich bisher immer ein bisschen für dieses Lesen, als ob das bedeuten würde, ich wäre unsicher in meinen eigenen Ein- und Abdrücken der Schau- oder Leseerfahrung und würde nach einer Autorität suchen, die mir eine klare Meinung dazu vorgibt, aber das ist es nicht und ich lege diese Scham hiermit ab.

There is so much room still to tuck anarchist tools into any place, to practice skills of freedom, to jump, skip, dance around the binaries and hierarchies.

wie gern ich das mag, dass die Truppe Fledermaus sich auch nicht darum schert, ob eine Tarotkarte bei einem Reading verkehrt herum liegt, da eh immer alle Bedeutungen der Karte gleichzeitig in Betracht zu ziehen seien, medicine and poison, we already see multiplicity & contextual tonalities in each card, auch das ein sehr nicht-binärer Zugang

Wieder über die Brache gefahren und wieder daran gedacht, dass sie dieses Jahr vermutlich noch verschwinden wird, und wie schmerzlich ich sie vermissen werde, und dass ich nichts dagegen tue und wenig tun kann, dass ich vielleicht wenigstens wirklich ein gemeinschaftliches Ritual anstoßen sollte? Und dass es in meiner Fabrik-Geschichte ja vermutlich vor allem um Veränderung geht, die äußere durch Abrisse und Bebauungen, die Landschaften verändern, und Tätowierungen, die Körper fortlaufend verändern, die selber nicht still stehen, der Prozess der Tätowierung ein Auftakt für sichtbare langfristige Veränderung (was für eine Rolle spielen dann touch-ups?), die innere Veränderung durch Freundschaften und Bilder, die von außen nach innen einsickern. Und ich denke an Octavia Butler, und dass es ja wirklich vor allem darum geht, die Veränderungen zu gestalten.

Ich bekomme zurzeit erstaunlicherweise auch ein bisschen Verkleidungslust, wie all diese Themen ja auch überall drin stecken, ich will als Harlekin gehen, wohin auch immer, ein Anlass wäre schön, mit bemalter Hose und Hemd mit Bobbeln und einem riesigen riesigen losen wippendem Kragen.

Ich muss weiter über das Mangeldenken nachdenken – mehr Möglichkeitsdenken wäre vermutlich eine Antwort darauf, nicht so schnell zumachen und verzweifeln, warum passiert das so schnell? Und wann ist Mangeldenken-Gerede spiritual bypassing, weil es so tut, als gäbe es gar keine tatsächlichen Mängel? Der Reflex ist das Gefährliche, vermute ich, dass es so schnell geht und man sich in dem Moment nicht mehr raus snappen kann.

Ist ein guter Jugendfilm automatisch wholesome? Das war auf jeden Fall die Qualität, die ich gestern gesucht habe, allein diese lustig weirde aber überhaupt nicht creepy Onkel-Nichte-Beziehung, das tut so gut, eine solche Beziehung so in einem Film zu sehen, egal wie albern er sonst ist.

(wie „wholesome“ übersetzen? Gesund meine ich nicht, eher erbaulich, aber das klingt auch iwie unpassend?)

7. Februar 2024

Und das Freundi steckt mir den glatten schwarzen Troststein zu

fully grounding myself in the fact that no father can tell me to move again, I move on my own accord now

ein deutscher Jugendfilm heute genau richtig für meinen müden erkälteten Kopf, there’s magic to be had in there, too

habe ich jetzt muskelkater von zwei downward dogs? oh je oh je

bezieht sich auf Die Stille nach dem Schussin filmen fällt mir auf, wie menschen, die ich weiblich lese, ihr lächeln so oft als werkzeug einsetzen (aber immerhin hat der stasi-mitarbeiter auch erstaunlich viel gelächelt)

(immer noch baff über ContraPoints Bericht über ihr Canceling, in was für einen Wahn sich Menschen auf Twitter schreiben) (schrieben?) (ich bin aufrichtig dankbar, dass ich es, aus welchen zufälligen Gründen auch immer, geschafft habe, diesen angsterfüllten Morast nie wirklich zu betreten)Nicht-binäres Denken zu üben als eines der großen Vorteile des nicht-binär Seins

6. Februar 2024

der Himmel leuchtend bewegt rosa beritten

im antiken Griechenland gab es mini Delfingeld, ganz kleine in Bronze gegossene Delfine

5. Februar 2024

find the medicine in the poison

Ricard*a

Ich mag, wen und was Ball glorifiziert, den Künstler, der seine Kunst auf der Straße verschenkte, die Zeichnerin von toten Säuglingen in einem schottischen Krankenhaus.

Jedes Mal eine andere Bedeutung angeben, wenn jemand nach einer bestimmten Tätowierung fragt

Die neue Nachbarin unten singt mit voller Kraft in ihrer Küche und das macht mich glücklich

WASSER

ein Delfin der beritten wird, der Geschwindigkeit hat, der rettet, der spielt, der über Musik mit uns verbundenen ist

Maskiert durch Bewegungen

HARLEKIN

Ist auch Trickster, who would have known! Und wurde in der Aufklärung verbannt, richtig als Puppe auf der Bühne verbrannt, und lebt als Modus weiter, und blitzt manchmal unter dem Kostüm auf.

Balls Neid auf alte Männer, die eine Zwiebel zum Mittagessen essen; ich verstehe die Anziehungskraft dieser Einfachheit und Bedürfnislosigkeit.

Erkältet. Dann liege ich heute eben mit den Tarotbüchern und süßem Tee hier, lese über die verschiedenen Enden der Welt und welche Werkzeuge in den Karten liegen können, was das Wasser mit all dem zu tun hat und ich fühle das, ich fühle das Flüssige und ich fühle das Brennende und ich fühle das Erdende und ich fühle das Wehende.

Rebecca Solnit„Amnesia says the way things are now is inevitable, change is impossible, change for the better is beyond our power. Memory says, not so fast, ordinary people have changed the world again & again.“

Wieviel vom Freundi habe ich mitgenommen? Dieses Mal, aber auch in meinem Leben? Wie sehr sind seine Zellen teil meiner Zellen, wie sehr denke ich wie es, was habe ich abgeschüttelt, was habe ich gerahmt, was ist fest eingeflochten?

Kurz den Geruch von Play-Doh in der Nase.

jesse balls autoportrait gerade fertig gelesen, es hatte eine weile gelegen, weil ich so viel ICH von ihm nicht auf einmal aufnehmen konnte. es hat mir weiter freude gemacht und ich bin mir nicht ganz sicher, ob es für außen oder innen geschrieben wurde. ich kann mir nicht vorstellen, dass ball irgendetwas für sich schreibt, ich glaube auch nicht, dass er tagebuch schreibt, also ist es wohl für außen, und da bekommt es zwar einen zauber und eine ganz eigene textur und ich will das alles wissen, aber ich frage mich auch, ob ich das alles wissen muss und er nervt mich immer wieder mit seinem drang zum besonderen und ich mag seinen kopf gleichzeitig sehr, und da kippt die frage mit dem außen/innen, er schreibt einfach sehr konsequent was er fühlt, das geschrieben werden muss. ich glaube, am anfang ging es auch um das veröffentlichen, aber das habe ich schon wieder vergessen, ich kann mir das nicht alles merken, das buch steckt voller zettelchen.

er schreibt über tattoos: People tend to assume that a tattoed person hopes the tattoo will remain perfect for the duration of the life. But the degradation of the tattoo – its blurring into a vagueness that in the final case speaks only of a profound desire, the snake writhing its way out of its skin – this is what I am looking for each time I sit for the needle. Why should I choose not to adorn this dirty skin-sack with arcane symbols and outlines of animals and plants?

was ich gelesen hatte, bevor ich diese erfahrung selber gemacht habe, und ich hatte diese textstelle vergessen; ich konnte sie geschrieben nicht aufnehmen und verstehen, erst durch das eigene erleben kam das bei mir an. nur die frage am ende hatte ich mitgenommen.

4. Februar 2024

Kindersprache ist auch so eine Art KI-Sprache, sie fügt zusammen, was sinnvoll klingt oder passen könnte

es gibt Vessels und Zeiten und Ansätze für alles, und nichts Menschliches ist unnatürlich, und im Garten sind kleine Salatbabies mit langen weißen Wurzeln und die Rosinenscones heute morgen waren einwandfrei fantastisch

Alles Schreiben entsteht in der P.A.Z.
Mein tätowierter Körper ist eine P.A.Z.

Mein queerer Körper ist eine P.A.Z.

Horos, schreibt Hoof, Hovard Humber Hunsinger

Matsushita, schreibt Martorana, Mayberry Mcconville Mccoun

die 25jährige in der bar hatte so viel energie, dieses ausgehen braucht so viel energie, um spaß zu machen, sie drehte sich zu mir, strahlte und rief HI! und bot mir einen schluck aus ihrem weinglas an

wie wir alle ein bisschen klischee sind und ein bisschen auch nicht

die vielen frühlingsvögel auf einmal

3. Februar 2024

und ist das Grundstück auf der karibischen oder pazifischen Seite

Relationship fluidity: das Konzept, dass sich eine Beziehung in ihrer Form endlos verändern kann, ohne dass sie mehr oder weniger wert ist, dass also Nähe und Liebe verschiedene Formen finden können, dass es kein Beziehungsergebnis gibt, kein fertiger finaler Zustand.

lass uns doch gegenübersitzen dass wir uns ansprechen können

Die Unmengen von Notizbüchern und Blöcken, mit denen ich zurückkehre, unter großem Einhornhimmel, leuchtend rot und rosa und orange.

1. Februar 2024

Einer im Zug klatscht sich auf die Armbeuge und erklärt dem anderen die Geste, also weißt du, wegen Drogen

Mein Misstrauen bei den sehr simplen Fragen der vielleicht Vierzigjährigen, die anscheinend noch nie Bahn gefahren ist, ich erklärte ihr, wo das Gleis ist und ja, dass es im Zug eine Toilette gäbe, und hatte gleichzeitig Angst, dass mein Rucksack gerade heimlich ausgeräumt wird, aber nee, sie wusste das wirklich nicht, und bedankte sich, sie hätte gleich geahnt, dass ich mich mit Zügen auskenne.

Die elf Bücher, mit denen ich für 48 Stunden verreise

tattoos in stockfotos. interessant, wie bilder von weißen menschen mit tattoos für werbezwecke eingesetzt werden, was sie aussagen sollen, welche arten von tätowierungen das dann sind, wie sie kombiniert werden zB mit weichen, hellen textilien und sehr gepflegten nägeln usw und man sieht dann meist nicht die gesamte person sondern nur die arme und hände am laptop oder an der tasse - und was das mit mir gerade macht, dass ich dann überlege ob die person, deren website das ist, ob die das ist auf den bildern und ob sie tatsächlich selber tätowierungen hat und ob genau diese und wie das alles eigentlich zusammen geht - werben mit identitäten? werben mit symbolen anderer?

noch im liegen mit meinem wecklied mitgetanzt.

31. Januar 2024

adrienne maree brown what we give our attention to grows

Prentis Hemphill Boundaries are the distance at which I can love you and me simultaneously. (auch hier das wieder Zurückkehren zu einem Zitat, wie gut das ist, von manchen Sätzen begleitet zu werden, nicht immer wieder neue Sätze zu brauchen, sondern die vorhandenen aufblättern, immer wieder.)

Kali, sinngemäßI strongly believe that we want to be close and that we need to be close and that at times we can put our focus more on the together part and not so much on the different we parts

Freude über den Küchentisch im Atelier voller Skizzenbücher und Farbe und einem Guten Ast, Vorfreude auf das Tätowieren als Prozess und als Lernprozess und auf die Tattoos selber, ich habe so gar keinen Zweifel daran, dass das gerade dran ist, überhaupt keine Angst davor, das irgendwann zu bereuen, falls ja, werde ich auch damit umgehen können, aber nichts in mir will diesen Körper „rein“ halten, er hat vielleicht nochmal 40 Jahre und die darf er bunt und bemustert verbringen, und so schlabbrig und faltig wie er will, wir können jede Freude dringend gebrauchen.

Mama das ist jetzt echt gezogen, sagte das Kind im Traum über den Burger mit Kuscheltierhund drin zu mir, und dann hab ich’s gegessen oder doch wir beide.

30. Januar 2024

ein notat: kuschi mein armadillo du gürteltier an meinem oberrücken

dorothea prühls ketten gezeichnet, als ansätze für eine tätowierung; schmuck zu schmuck machen

ich mache ein experiment, will für einen textauftrag verschiedene notizen erweitern und zusammenfassen oder verflechten oder nebeneinander stellen. in den themenbeutel stecke ich den wolf, die wildnis, die tarnung als queere praxis, die notiz zur reinheit, die noch nicht veröffentlichte zu drag und noch ein paar fäden mehr, arbeitstitel: wolfwalddrag. ich habe dafür einen bündel notizen ausgedruckt, und den rotkäppchen-moment gehabt (duh natürlich trägt der wolf drag), und es geht auch in diesem bündel um weichheit und wut und widerstand und werkzeuge und wald, wie an fast allen anderen stellen auch, das sind gute beutel in beuteln zurzeit.

ich habe die handreichung zu meiner genderqueerness veröffentlicht! in einer ersten version, es ist das drin, was ich jetzt gerade brauche und das, was ich jetzt gerade sagen kann.

Tagebuch als ein Ort wo wir so spezifisch und weird sein und schreiben dürfen wie wir es sind

die vielen wilden lebensläufe, dieser papierabdruck von versuchen und ansätzen und irrwegen

wir können alle kleine mafiosi sein, die seitwärts deals aushandeln und unangezündete kippen in den mundwinkeln hängen haben

Auf die Frage wer bist du muss ein Name immer reichen (die Erwartungshaltungen, die wir in sozialen Kontexten haben, was wir alles glauben, wissen zu dürfen oder sogar Anspruch darauf zu haben)

Wie unfassbar schwer das ist, etwas zu machen, das nichts bedeutet – ich versuche das bei den Tätowierungen und scheitere sofort, es kann nicht nur verzieren, es hat sofort Kontext und Geschichte und Platzierung und und und – weil nichts aus dem Nichts kommt und weil wir so sehr Sinn in allem suchen

queernature hierMost Things Leave a Trace. This is the premise of Tracking, the oldest science. This is really more spellwork than critique, but we are able to believe it’s possible to Leave No Trace because of a deanimated view of the world that was/is imposed upon us. Obviously, we can still refrain from littering, we can reduce our impact, and practice awareness of the traces we do leave, while still believing in the inevitability of Traces; participating in that animistic revival. (…) Tracking is a way of seeing that anticipates animacy everywhere by looking for its effects on matter. This includes the scuff of paw on dirt, but also extends to the low hanging branch sweeping a crescent on the ground below as the wind blows, the seaweed and driftwood etching a water line across the beach. Rare is the surface or substrate that is free from traces of the animate.

ich mag, wie das freundi mit gedichtzeilen arbeitet, sie als nahrung und anregung und behälter verwendet

29. Januar 2024

Verbindlichkeiten und Nebenverbindlichkeiten

An so vielen Stellen in meinem Leben gibt es noch keine flüssige Sprache für das, was ich bin und das, was wir sind und das, was wir tun. Also suchen wir Sprache und probieren Sprache aus und stolpern rum und wirken von außen wirr und sind aber innen so klar, so klar wie selten, und stark und verbunden, nur die Sprache dafür gibt es noch nicht. Ich tröste mich immer öfter damit, dass das zwar anstrengend wie sau ist, aber eine zutiefst fruchtbare Anstrengung. Ich würde das gerne noch mehr als Spiel sehen können, wie ich es gestern mir schon in dem Gespräch zur Lesung wünschte, damit die Anstrengung sich nicht so existenziell anfühlt, damit sie beiläufig produktiver werden kann.

eine wolke drückte von innen an meinen schädel

28. Januar 2024

Familienformen finden, die sich jenseits der Kernfamilie bewegen, ist ein queerender Prozess, und er ist ähnlichen Bedingungen der Sprachlosigkeit und Fragen nach Sichtbarkeit ausgesetzt (zB wie nennt ein Kind das Kind, mit dem es aufwächst, das nicht sein Geschwisterkind ist?).

27. Januar 2024

lea schreibt im newsletter von materialrecherche und glasurexperimenten, wie das von laborbedingung plötzlich zu einem wilden draußen experiment wird, und genau so will ich das tätowieren angehen lernen, von innen und draußen heraus (Wenn ich den Ton mit meinen eigenen Händen aus der Erde hole, dann habe ich keine Anweisungen auf einer Verpackung, sondern eine Einladung frei und wild zu experimentieren.)

der summer oben summt

türen ölen macht mir spaß

nackter-mann-orchidee.jpg nackter mann orchidee, von hierein Lachanfall

Coming out again
and again and again and again
Maske an Maske ab
Regie!

Haus
wünscht
keine Werbung

Mehrere Grüns in einem Muster

26. Januar 2024

Elke Erbs 5 Minuten Notate nochmal eine ganz andere Herangehensweise, weder Kompost noch Tagebuch noch Hirnschwapp, oder zumindest nicht der Schwapp, wie ich ihn zurzeit schwappe, die Notate sind ein literarisches Vorgehen und kein Weltbewältigendes, oder eben genau beides, es ist Stimme und nicht Meldung. Ausprobieren.

mal schauen wie schnell so ein Bein voll ist

ein Blatt ist schnell voll

Palme, Pfeil, Tanne, Pilz
Wolke, Blüte, Sonne

Hat alles inzwischen eine bittersüße Qualität? Wie ein Apfel, ein Apfel mit immer angeditschter Stelle. Ist wirklich überall eine Verunsicherung dahinter?

Wo genau bin ich wirklich tiefenentspannt.

Und wer profitiert von meiner Grundanspannung.

Trainerin
mit
Trillerpfeife

Es schüttet wie aus Kürbissen
Eine Stunde hat tausend Stunden

Hilfsbereite Nachbar:innen klingeln, weil der Nachbar von oben sein Schlüssel an der Autotür hat stecken lassen, macht gleich kleinen Dorf-Vibe, hier oben bei uns in der Siedlung

Jesse Ball in Census keeping a strong mood of joyfulness and gratefulness, and trying not, in our attitudes or speech, to lay the world out in hierarchies

Motto der Website also Motto meines Lebens gerade

(Da ist auch die Frage nach dem Lieblingsding, der Lieblingsperson drin, denn das sind Hierarchien)

Ich glaube ich habe sogar im Traum Kompost bearbeitet

25. Januar 2024

gestern 1 Fuchs
heute 1 Vollmond

das Lewis Zitat mit den Spuren von uns, die wir überall hinterlassen, erinnert mich an eine Vorstellung, die ich als Kind hatte – wie es wäre, wenn man anhand von Farben erkennen könnte, wo Menschen sich überall gegenseitig berührt haben (wie Wetterkarten mit verschiedenen Temperaturzonen oder Sturmdichten), also dass die Hände eine viel dunklere Farbe hätten, weil sie so oft berühren und so oft berührt werden, und intimere Stellen viel heller wären - ich glaube, das hatte keinen direkten sexuellen Bezug, war aber auf jeden Fall gemischt mit einer kindlichen Neugierde darauf, wo Menschen sich überall berühren; die Vorstellung war schön bunt und geheimnisvoll

da gäbe es auf jeden Fall auch berufsbedingte Abweichungen

Mobile Komposte, Kompostreisen

Draußen pustet einer die Blätter weg und wird vermutlich keinen Kompost daraus machen. Obwohl? Auf jeden Fall bekommt die Wiese nicht die Düngung.

24. Januar 2024

Lust auf estnische Zimtkekse

so lebendig das Wetter heute, so hell und so viel Wind

der Stall ist eine Schutzkappe, ein Regenmantel, ein Regenbogen, eine große Maske

Elke Erb, Ich wache aufUnd: Mein Pferd ist im Stall.
Es ist nicht der Sinn eines Pferdes, sich zu zeigen.

Yi Jin Jing ist ja auch eine Art von Selbstregulierung, ein tägliches Ausprobieren von und Erinnern an verschiedene Masken und Werkzeuge und Energien, die wir zur Verfügung haben.

Im Traum war das Freundi nicht mehr in der „zarten Phase“, und fuhr deshalb auf großen Felsbrocken, die es anstieß, in den eiskalten See hinein.

Paul McCartney, Maybe I’m Amazed(help me with my song)

Ich habe gestern in einer digitalen Gruppensituation angeregt, dass wir gemeinsam singen, oder summen – ich! eine Person, die doch gar nicht singen kann, und da immer so Panik davor hat! – und es war genau richtig, wir haben im Kanon froh zu sein bedarf es wenig gesummt, und es war chaotisch und lustig und verbindend und auflockernd und irgendwie dran.

23. Januar 2024

Ich wolke, ich will wolken.

Ich renne, ich will regnen.

Ich galoppiere, ich will ankommen.

Widerstand, Weichheit, Wut als Werkzeuge (die wir wie Masken selber auf- und absetzen können, die wir und mit denen wir uns selber regulieren, es gibt so viele verschiedene Arten von Schalen, papierdünn und spröde wie Litschis, weich wie Pfirsich, rückenschützend wie Ohrensessel)

Wolken als Verb.

🐎🌧

Interessant, dass ich keinen Duft mehrere Stunden lang ertrage – was für eine Kraft diese Pflanzenöle tatsächlich haben, das ist richtig Chemie und macht was mit mir (lernen, auch mit diesem Werkzeug umzugehen)

Elke Erb ist gestorben, und durch die Bach fühle ich einen näheren Draht und eine Traurigkeit, und wir sprechen über die Hirnschwapps und wie wichtig sie sind und über das Knüllpapier, und sind dankbar und ich zünde noch eine Kerze an

Ich empfinde das als hilfreich, dass der Kompost, sowie Lotz' Heilige Schrift und Goetz' Abfall etc, keine Bilder enthalten – das ist ein großer Unterschied zB zu Instagram, die Bildgewaltigkeit dort ist mir oft anmaßend, bleibt mir anders kleben als Text (stimmt das?) (zumindest was offene Alltagseindrücke anderer Menschen angeht, es ist dann, als hätte ich ganz schnell ganz kurz viele Menschen besucht)

Manchmal muss man einfach los tippen, wir geben uns viel zu selten Gelegenheit, einfach los zu tippen, bei uns zu sein und dem Ausdruck zu geben = das ist eine wichtige Arbeit, die die Bach und ich mit dem Schreibmonat machen. Wir haben gestern eine sehr bunte sehr freudige digitale Postkarte als Antwort auf unsere Postkarten-Mail bekommen, von einer Leserin, die sich so gefreut hat über unseren verspielten Ansatz, und ich freue mich so über ihre verspielte Antwort, auch das ist wichtige Arbeit, wir zeigen, dass auch das sogenannte ethische Marketing keine starren Regeln hat, sondern ein Spiel ist.

Ich bin leicht schräg drauf, was heißt, ich bin sehr bei mir, ich habe heute Spieltag aber ich spiele im Schreibmonat, ich mische alles zusammen mit großen Händen wie gestern das Kimchi in seinen fünf Schüsseln, und danach werde ich auch alle Schüsseln spülen müssen, aber das gehört eben dazu, ich atme, ich versuche mir, die Qi Gong Sequenzen einzuprägen und eigen zu machen, ganz weich sie ernst zu nehmen.

Die Welt ist hell heute, klingend, sie ist sie selber, sie weiß nichts von den Gefahren, sie weiß alles über die Gefahren, wo liegen die Schlangen gerade in der Brache, wo schlafen die Rehe im Wäldchen?

welche künstlerin war das noch, die tatsächlich kleine wolken in galerieräume eingeladen hat, sie dort fabriziert hat (was ist das richtige verb?)

und der kleine duftvernebler macht ja auch die ganze zeit eine kleine zimmerwolke

„We leave traces of ourselves wherever we go, on whatever we touch.“ fand ich auch bei den Wolkenhänden, es ist ein Zitat von Lewis Thomas, dessen Lives of a Cell ich vor Ewigkeiten mehrfach angefangen und (wie so viele Bücher) noch nicht zu Ende gelesen habe, aber als ich jetzt wieder hinein lese, ist mir vieles ganz vertraut, eine große Zelle zu sein heißt auch, keine Insel zu sein. Und wie diese Zitate Fäden weben.

Bergamotte riecht tatsächlich erstaunlich lavendelig

Verschiedene Qualitäten von weich – die Weichheit in einem Streit, um die wir so ringen mussten, die ganz viel Kraft brauchte, um nicht überrollt zu werden, die dann so tief ging und so viel aufgemacht hat. Die Weichheit in meinem Körper, die ich zurzeit erforsche, dieses immer und immer wieder Loslassen einer Spannung, im Nacken, in den Händen, in den Armen, in den durchgedrückten Knien, und auch hier wird so sichtbar, wie anstrengend diese Weichheit ist, wie sehr mich die Verhärtung und Spannung eben auch stützt und wie viel Kraft ich in anderen, neuen Muskeln aufbringen muss, damit die Knie weich und locker bleiben können.

Im Traum einen Christstollen geklaut, aus einer Schulbäckerei.

22. Januar 2024

Heute hat das Sternzeichen gewechselt, sagt das Kind, jetzt ist Wassermann. Und überhaupt erzählt es so viel, obwohl es eigentlich krank ist, es berichtet mir alles vom Zirkusaufbau und dem Meerjungfrauenschwanz und den Sturmstufen im Hörspiel, violett ist nämlich der stärkste Sturm, aber es war ein roter, und sie haben alles gesichert und die Tiere in den Stall geholt. Und es will mir auch einen Stall malen, was für ein Glück ich habe, dass mehrere Menschen mir einen Stall malen.

Die Kompost-Notizen geben erstaunlich wenig darüber preis, wie sich mein Tag tatsächlich angefühlt hat, was für eine Stimmung sich durchzog, was ich erlebte. Die veröffentlichbaren Gedankenstränge einfach ein eigener Strang, der manches im Tag immer wieder berührt und sich darum wickelt, und manchmal völlig eigen ist.

Handgelenk schmerzt kann nicht tippen
Stimme rau kann nicht sprechen
Sooooooorry

alle Früchte so Natur Wunderwerke, wenn man da mal anfängt drüber nachzudenken

Plötzlich taucht auch noch ein Wolkenworkshop auf (But does a cloud criticize itself for being a cloud? Is it prone to over-analyzing or shaming itself when it takes the shape of a storm?), auch hier gibt es ein Emotional Storm Support Kit, überhaupt das Gefühlte Wetter, das Innere Wetter, was bedeuten die Wolken noch, was bedeuten sie mir gerade? WOLKEN. Wolken tragen, Wolken spielen, Wolken zeichnen. WASSER, das da oben hängt, das sichtbar ist. Das mit Pilzen und Bakterien gefüllt ist, oder sich an Pilze und Bakterien hängt, ich weiß nicht, wie rum.

manchmal schmeckt eine Walnuss richtig wie eine Frucht

Lieblings-Etwas oder Lieblings-Soundso kann aber vielleicht auch eine schöne Genauigkeit und Bewusstheit enthalten, genau zu wissen, was ich selber mag, genau zu spüren, was ich an einer bestimmten Person mag. In nahen Beziehungsgeflechten ist das doch auch hilfreich, weil es so klar und spezifisch jemanden sieht, mit dem, was genau diese Person mitbringt, und in dieser Spezifität ist gar kein Platz für Eifersucht, weil das ja per Definition nicht vergleichbar ist – und/aber es wertet doch einfach sehr, oder könnte ich das abschütteln? Weil es ja so viele Varianten gibt, jemandens Liebling zu sein? (Wäre es nicht schöner, ganz das Liebling sein wollen abzuschütteln?)

21. Januar 2024

Mein Handwerk mein Handwerk

Deane Juhan in Job’s Body, a handbook for bodywork, aus diesem Essay unter anderem über Contact ImprovisationBy rubbing up against the world, I define myself to myself.

Und die Traurigkeit tragen wir alle.

Die selber bestückten psychischen Notfallkoffer, selbstgemachte Notfallkarten, was für ein gutes Konzept, warum werden solche Konzepte nicht in Schulen beigebracht? Das müssen doch alle wissen.

Saugt der Kompost meine Kommunikationskapazität ab?

der kalte Schnee an meinen Händen

wir werfen Schneebälle auf einen Baum und treffen beide nicht

Die heimliche Sehnsucht am Abend nach einer solchen Demo: in den Nachrichten zu hören, dass das Problem gelöst ist, die Partei eingeknickt, der Hocker abgesägt, es waren genug Leute da, hat gereicht, danke.

Hab einen Stall auf Post-it bekommen
Der gleichzeitig auch ein Rätsel ist

Michael P. Garofalo zu seinem Blog Cloud HandsIs drawing or painting clouds on paper a form of moving hands like clouds?

Die Griff und greifen Metaphern, die Schmerzen im Handgelenk und die Übungen dafür, die cloud hands, Spannung und Entspannung, das Berühren mit Händen, sich unterhaltende Körper, die Freiheit im Schwimmen, im Tanzen, im Schnitzen, Wolken zeichnen und malen, schreiben ohne zu schreiben.

= Ich entdecke Muster im Kompost

Im Traum schaute ich Tattoo Motive mit meiner kleinen Schwester an, sie wollte unbedingt ein Herz, sie wollte es direkt gestochen haben, obwohl sie noch ein Kind war, sie hatte differenzierte und kluge Meinungen zu den Motiven. In einem Kleintierfachgeschäft fragte ich nach Fischen und Fischfutter, denn ich bräuchte die Fische, um sie meiner Eule zu füttern, die Verkäuferin tippte mir lachend an die Stirn.

20. Januar 2024

Warum sind Filmsynchronisierungen auch immer so schlecht? WILL niemand, dass die besser sind?

Vielleicht sollte ich wirklich mal beobachten mit welchen Übersetzis ich gut leben kann. Lieblings Übersetzis finden. Ann Cotten fällt mir erstmal nur ein. Muss ich mal drauf achten.

Ich leide oft unter deutschen Übersetzungen aus dem Englischen, wie in dem „Warum wir schwimmen“ von Bonnie Tsui, das sind doch einfach keine schönen Satze mehr. Auf Deutsch blättere ich das Buch relativ distanziert durch, auf der Suche nach Momenten, die mich wach machen, aber vielleicht hatte es im Englischen einen komplett anderen Sog?

Charles Tomlinson in Swimming Chenango LakeUnd frei zu sein zwischen Griff und Greifen.

mit einem Freundi über das tägliche Schreiben gesprochen bzw über Schreibprojekte, die leicht und flüssig laufen, die voller Spaß und Drama sind, und wie sie unserem Hirn dann melden du hast ja heute schon geschrieben und wir dann nicht mehr an den anderen Projekten weiter schreiben, an den ernsten ernsthaftigen

ich weiß so wenig über Tricky

Und ich bin geschwommen, in einer neuen Halle, die gleich aufgebaut ist wie die anderen alten DDR-Schwimmhallen und ich kurzsichtige Person bin froh darum, denn dann kann ich mich auch brillenlos orientieren, aber das goldene Abendlicht habe ich gesehen, das in die Schwimmhalle geflutet kam, und dann der rosablaugoldleuchtende langsame Sonnenuntergang, den habe ich auch aus dem Wasser gesehen, das ist alles ein Glück, das ist mir so ein Glück, so komme ich wieder zu mir und bin wieder ansprechbar und kann Neues wieder aufnehmen und überhaupt da sein. Bin ich im Wasser wirklich da? Die Zeit verfliegt beim Schwimmen immer so schnell.

19. Januar 2024

diese woche überhaupt nicht gezeichnet
aber bilder im kopf und worte fließen an manchen tagen und die spuren im schnee waren so schön

freude über eine aus dem nichts aufploppende lesungsanfrage, anne munka mischt wieder musik und texte und ich mag mischwesen doch so gern, sie erinnert sich an unseren briefwechsel, an den text über die nachbar:innen, den ich ihr damals schickte, ich glaube, es war auch eine zeichnung dabei

ich fühle mich, als müsste ich weinen, bin aber gleichzeitig eigentlich glücklich, ich bin müde, aber nicht erschöpft, ich habe den schweiß vom pferdchen abgewischt, ich habe es gekämmt, ich habe ihm die hufen ausgekratzt, jetzt locke ich es mit schönem stroh in den stall

mein kleines lichtermärchen

Hobbies als Verbindungsmomente, als kleine unauffällige Bühnen für Spiritualität

Senfbrote

ein total
schönes
kerzenmeer

Wie ich dem Freundi ungefragt mit meiner Meinung zu Hausgeburten begegnet bin, genau das wollte ich doch nicht tun

Wie das Freundi sich heute daran erinnert hat, dass ich beim Weichen Website Kurs vorgeschlagen hatte, man könne sich einen Altar bauen, und dass der Altar auch mit Kippen und Keksen bestückt sein könne, und dass das dauerhaft die Vorstellung des Freundis davon, was ein Altar sein kann, verändert habe

Ich habe ja ungern Lieblings-Irgendwase, weil sich gefühlt alles so oft bei mir ändert und weil ich die Wertung in einem Lieblings-Ding oft unsinnig finde (Superlative nerven so oft) UND ich merke, dass ich natürlich Lieblinge habe, zu denen ich immer wieder zurück kreisele, Tricky zB als Musiker, auch weil sein Werk so unterschiedlich ist, immer erkennbar auf eine Art und immer sehr anders, so eigen und durcheinander wie Björk zB, nur mehr noch auf meiner Wellenlänge, als würde mein Blut in tricky beats fließen höhö

Was mich vermutlich auch ziemlich genau zeitlich verortet

Soll heißen ich finde eine ziemliche Bandbreite meiner Emotionen in seiner Musik wieder

Was vermutlich auch an der hohen Dichte seiner Kollaborationen liegt, es ist ja nie nur er zu hören, es ist immer eine kleine Welt, eine Gruppe, eine Partnerschaft

Tricky Ununiform

heute ein Tag an dem ich eigentlich nur den gesamten Tag durch den Schnee stapfen will

hart verzaubert von der Schneelandschaft auf der Brache in der Sonne

ich habe darüber schon mal geschrieben, über den Positionierungs-Aktivismus, ich habe da schon oft drüber geschrieben

Das Ding mit Demos, das Ding mit den Grundrechten, die man Hocker entziehen will, wie ich gehört habe, es sei eine Petition „gegen ihn“, aber Grundrechte entziehen ist schon noch mal was anderes als „gegen“ jemanden zu sein usw, wieder mal hab ich mich zu wenig damit befasst, wieder mal denke ich alles gleichzeitig, also ich denke warum nutzen wir nicht jedes Werkzeug, „die“ nutzen doch auch alles, was ihnen so einfällt, und ich denke gleichzeitig was passiert denn dann wirklich, wenn man einen der Fratzen ein bisschen entmachtet hat, hilft das tatsächlich, oder sitzt seine Macht nicht woanders, in all denen, die ihn als Figur brauchen, und würden die ihm als Opfer nicht noch viel mehr beistehen usw.

Was ist wirklich wirksam? Worüber werde ich mich ärgern, es nicht getan zu haben, was werde ich mir vorwerfen? Ich weiß nicht, ob ich mir vorwerfen werde auf eine Demo nicht gegangen zu sein. Aber wer weiß, das Ding mit den Körpern und sich hin stellen – aber wer sieht das und was macht es?

Was braucht es wirklich und was kann ich dafür tun und wo bin ich einfach nur bequem und wo bräuchte ich Mut? Antworten bitte.

Im Traum viel Wasser, mit dem Freundi schwomm ich gekachelte Wassergänge hinauf und hinunter, es waren Verbindungen zwischen Häusern, wir hatten uns etwas darin verschwommen, wir waren einfach rein gesprungen / eine Küste, an der ich mit dem Zug oder der Drohne entlangraste, ich sah wie viele Hochzeiten gefeiert wurden in leerstehenden Häusern und an Stränden, wie Omis lachend ins Wasser gezogen wurden / mit Freundis verreist oder in Residenz, auch hier ein See mit Holzsteg und es zog uns dort hin, Freundi, gehen wir noch ins Wasser?

(vielleicht alles schon der Einfluss von dem Schwimmbuch, das ich gestern auslieh)

18. Januar 2024

brauche
neue
hände

ich will bronzene kerzenständer und schälchen und seifenhalter mit langen staksbeinchen machen
& ich will stoffe weben in alle richtungen mit farben
& schnitzen schnitzen nähen nähen quilti quilti

am nacken jetzt immer eine brise, so frisch kurz rasiert wie er nun ist

Möchtest du wissen, warum ich dich so selten sehe, mein Freund? In der Einsamkeit habe ich ein Paket für dich zusammengestellt.

Schreibt Thoreau und mir schnürt es alles zusammen. Ich schnüre Pakete für das Freundi und kann sie nicht übergeben.

Wenn ich auf die Einträge von gestern im Kompost schaue, spüre ich nicht die Stimmung oder die Stimmungen des Tages, da ist vor allem ein Gedankenstrang abgebildet, an dem ich mich offensichtlich gestern abgearbeitet habe, und da wird die umgekehrt chronologische Reihung dann fast seltsam, aber vielleicht auch gut seltsam? Weil sie sichtbar macht, wie ich kreisele?

Und eine Leserin schreibt, sie lese den Kompost von unten nach oben und hänge irgendwo in meinem Dezember und was für eine Freude ihr das sei, und auch das ist so etwas Schönes.

Und zu heute gehört, dass ich mich erstaunlich sehr auf meinen Duftvernebler freue, ich frage mich, warum ich bisher noch nie auf die Idee gekommen bin, auf diese Weise bestimmte Gerüche in mein Leben zu bringen, ich sehe mich schon mit dem Ding verreisen und es überall hin schleppen, eine tragbare Duftbubbel.

Ich habe mich sehr gefreut über meine Idee gestern, für die Textanfrage Notizen zu schreiben bzw zu verknüpfen und zu verbinden, von online auf Papier und wahrscheinlich wieder zurück.

Verliere ich meine Persönlichen Autonomen Zonen, wenn ich so viel für den Kompost schreibe? Wo habe ich gerade PAZ? Ist das der entscheidende Punkt bei den PAZ, dass in ihnen nichts veröffentlicht werden kann? So hatte ich sie definiert.

okay vielleicht doch nicht Thoreau, der Arme hat viel Wetter erlebt

Als Vorbereitung für den Workshop habe ich mir Michael Maars Tagebuch-Buch ausgeliehen, schlage es auf und bin wieder mal fassungslos, wo mir überall was für ein Alltagssexismus entgegenkommt. Es sind fast nur Texte von cis Männern darin, es wird nur generisches Maskulinum verwendet, auf den ersten drei Seiten (!) werden drei Mal in Zitaten Frauen veralbert oder irgendwie ins Lächerliche gezogen … spitzen Anfang … meine Güte Maar

habe jetzt vorerst den älteren Text des mittelalten weißen Mannes mit einem noch sehr viel älteren Text eines alten weißen Mannes ersetzt und lese mittags jetzt die Tagebücher von Thoreau

Heauheau

Der Frisör erzählt von der Doktorarbeit seiner Freundin, die sich mit der medizinischen Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen beschäftigt habe, dann präzisiert er, von trans Kindern und Jugendlichen, wir sprechen eine Weile darüber und ich freue mich, dass das Thema auf diese Weise präsent ist, da ist plötzlich eine Verortung da und ich fühle mich ein Mü sicherer noch als vorher. Das also eine Positivsortierung.

Später zeichnet er Horrorvisionen von einem AfD-Deutschland, mit Hocker als Bundespräsidenten, und noch etwas später sage ich, dass ich unter anderem deshalb Sorge habe, meinen Geschlechtseintrag anpassen zu lassen, auch wenn ich mich gleichzeitig für diese Sorge schäme – aber muss ich das so zentral staatlich verankern, wenn ich doch überhaupt nicht weiß, welche Auswirkungen das in nächster Zeit haben wird? Das ist schon eine ziemlich zentrale Frage für mich im Moment, die ich doch häufig verdränge, die so sehr auch an mein Staatsverständnis geht, und an meine Kampfbereitschaft. Und dokumentiert ist es ja eh alles schon, es steht doch alles auf meinen Websites, immer mehr, dass ich genderqueer bin und welche Pronomen ich verwende. Die Person, deren Haare im Stuhl neben mir geschnitten werden, dreht sich zu uns und fragt, ob sie kurz was fragen dürfe, was ich denn für Pronomen verwende.

Werden bei Schnee mehr alte Straßenbahnen eingesetzt?

Von hinter mir in der Tram schallt es nach vorne c’est trop gai (eine Gruppe von Menschen, die sich kannten, hatten sich in der Tram verteilt und führten nun eine laute Unterhaltung über viele Sitze hinweg, ein multidimensionaler Hörraum, wie die Lautsprecher Tests beim IMAX Kino am Anfang)

Naja und dann ist der Wald auch einfach weiß

Umarmungen die nicht enden sollen

Ist die Spiritualität nicht eigentlich noch viel weiter, eine untrennbare Verknüpfung zwischen allen Lebewesen, nicht wieder nur dieses menschenzentrierte Ding? Bedeutet das nicht, dass ich genauso meine untrennbare Verbindung zum Stein fühle wie zur Wolke wie zum Nachbar dem Rocker? Und das ändert natürlich nichts daran, dass ich wenig Erlebnisse habe, in denen ich Freude und Leid mit anderen, nicht von mir ausgesuchten, Menschen teile. Öfter teile ich Freude und Leid mit einer Gruppe Wolken.

Im Traum wurde uns das Kind zurückgegeben, das wir anscheinend ein paar Jahre zuvor abgegeben hatten, ein ängstliches dünnes Kind, das natürlich völlig verunsichert war, so auf einmal bei fremden Menschen. Wir wohnten in einer Bretterbude und hatten rein gar nichts für das Kind und auch kein Geld, und irgendwie freuten wir uns trotzdem, jetzt war es ja eben so und wir richteten uns innerlich sofort auf das Kind und dessen Sorge aus, wir spielten mit ihm, wir wollten ihm Pommes kaufen, aber da war es schon eingeschlafen, erschöpft nach dem langen Tag in neuer Familie.

17. Januar 2024

Noch mal zu Brené Brown, die ich weiterhin nicht mögen will, die aber etwas formuliert, wieder zum Thema Spiritualität, was mich trifft und anhand dessen ich bemerke, dass ich wirklich keinerlei spirituelle Praxis habe und auch keine hatte jemals. Spirituelle Praxis hier gedacht als eine Praxis, die mich mit den Freuden und Schmerzen einer größeren, nicht von mir bestimmbaren, Gruppe an Menschen verknüpft. Die mir also diese untrennbare Verknüpfung zu anderen Menschen, zur Menschheit in irgendeiner Form, vorleben würde. Und es ist ja im Gegenteil so, dass ich mich scheue wie noch was vor Konzerten und Stadien und Gruppenveranstaltungen jeder Art.

Am nächsten komme ich dem bei Aufgüssen in der Sauna.

Zu Kleon: Ich habe mich ja schon lange gefragt, was eigentlich seine Arbeit ist – er ist ja vor allem ein Kurator, er sucht Sachen zusammen und bündelt sie zu bestimmten Themen, mit mehr oder weniger sinnvollen Titeln dazu und macht da so ein moderneres Self Help Genre draus. Aber die eigentliche künstlerische Arbeit, die er macht oder behauptet zu machen, bleibt mir immer ein bisschen unklar. Er ist sehr fleißig, er ist sehr konsequent, er ist sehr aktiv in seiner Praxis, er ist überhaupt ein spannendes Beispiel für kontinuierliche Praxis. Und in aller Sichtbarkeit bleibt er gleichzeitig darin auf eine Art unsichtbar, vor allem in so Grundverortungsfragen. Vielleicht ist das eine interessante Achse mit den Sortierungsfragen und der Sichtbarkeit – wo will ich denn auf eine Art auch sortiert werden, weil ich damit sichtbar werde mit bestimmten Werten und mit bestimmten Überzeugungen?

Und natürlich lese ich die Artikel, die mich von dem Heinzi interessieren, doch weiter – er gibt mir mit seinen Behauptungen immerhin Anhaltspunkte, mit denen ich arbeiten kann, dann kann ich ihm kritisch begegnen, und wenn ich an anderen Stellen von ihm lernen kann, dann ist das eine Art von Reparatur. Vielleicht doch alles ähnlich wie mit dem Nachbarn.

Diktieren und Notieren sind für mich völlig unterschiedliche Denkvorgänge, Sprechen ist SO ETWAS ANDERES als Schreiben. Was habe ich da bisher eigentlich meinen Kundis immer erzählt? Aber vielleicht ist Diktieren ja wirklich hilfreich, wenn jemand im Schreiben stockt, ich stocke ja meist nicht im Schreiben, sondern eher im Sprechen.

Kleinen moralischen Wettbewerb mit mir am Laufen, was. Und ich erkenne inzwischen, wie geschickt Kleon jegliche Positionierung vermeidet, jeglichen Hinweis darauf, wie er eventuell zu bestimmten Themen steht. Und auch wenn ich gegen die große Sortierung bin, und ich verstehe und daran glaube, dass wir uns nicht einsortieren müssen, habe ich offensichtlich doch eine gewisse Sehnsucht an manchen Punkten nach einer Grundorientierung.

Jetzt konnte ich nicht mal richtig mein schönes Wecklied hören, weil mich der christliche Touch darin, den ich gestern Morgen noch so stehen lassen konnte, heute an den Typ von gestern Abend erinnert. NEIN natürlich muss ich den weder lesen noch seine interessanten Gedanken zitieren (andere Menschen haben auch interessante Gedanken), ich brauche nicht noch mehr Menschen oder Impulse, die meine Identität anzweifeln, auf diese Traurigkeit und Verwirrung kann ich verzichten, die ist nicht fruchtbar. Bei bestimmten Themen aka diesem kann ich mich einfach entziehen, da schulde ich keinem Fremden ein Interesse, da muss ich keine Ausgewogenheit beweisen, Brené Brown hin oder her. Und wenn es mein Nachbar wäre, wäre es möglicherweise nochmal ganz anders, aber auch da: in bestimmte Situationen muss ich mich nicht bringen.

(Umso mehr Verbündetes sein für andere Themen, die nicht so nah an mir sind)

(Und ja, es macht mir schon Fragezeichen in Richtung Austin Kleon auf, dass er diesen Typ verlinkt und sich mit ihm befasst – was ist das wiederum für ein Impuls? Will ich vorgewarnt werden? Habe ich Angst, dass Kleon heimlich auch so denkt, und dass der andere heimlich viel krassere Sachen denkt? Yup, letzteres.)

Im Traum meine Schwerter geschärft.

16. Januar 2024

Ich habe heute eine Einladung zum Schreibmonat als Gedicht verschickt, das macht mich erstaunlich glücklich. Und die Traurigkeit, die auch da ist, nehme ich mit dazu.

Dieses halböffentliche Schreiben ist eine dauernde Herausforderung und eine gute Übung für meinen Selbstauftrag, bei mir zu bleiben. Ich darf etwas performen, wenn ich das will, ich darf überlegen, was ich als nächstes lese und dabei meine eigenen Mitlesenden mit denken, ich will das alles im Blick behalten und mit einschließen, ich muss mich weder in die eine noch in die andere Richtung zensieren.

Ich habe heute eine Erläuterung zum Kompost geschrieben und darin jemanden zu einem bestimmten Aspekt von Notizenarbeit zitiert. Und später habe ich in dem Blog dieser Person weitergestöbert und festgestellt, dass sie nicht an Genderfluidität „glaubt“ und eine relativ deutlich kritische Position gegenüber Trans Menschen hat (keine offensichtlich aggressive, aber auf jeden Fall ablehnende, aus einer christlichen Kernfamilienverherrlichung kommend), und ich habe daraufhin deren Zitat wieder von meiner Webseite genommen. Obwohl der Gedanke, den die Person hatte, rein handwerklich ja interessant war, und jetzt frage ich mich, was mein eigenes Mini-Canceln mit mir macht, und ob ich mich vielleicht umfassender mit den weiteren Gedanken dieser Person hätte befassen sollen, sie nicht direkt vehement ablehnen – aber NEE, ich muss mich nicht mit jeder Person befassen und so bedeutend war dieser eine Gedanke, den die Person hatte, nun auch wieder nicht, dass ich dafür deren sonstige faulen Gedanken durchkämmen müsste.

Wie stark ist dieses Bild, das Goetz der Schriftsteller in Abfall von sich und seinem Schreibleben zeichnet? Auf wie viele Menschen wirkt so etwas, wer empfängt das, wen stachelt es an, wer glaubt dadurch, nur noch genauer zu wissen, nicht mitreden zu können, nicht dazu zu gehören, nicht mit dieser Krankheit, nicht mit dieser Hautfarbe, nicht ohne Studium, nicht mit Baby auf dem Arm usw? Und wem genau ist das vorzuwerfen?

Ich will selber nicht mehr daran glauben, dass jedes Buch alles und alle mitdenken muss. Aber ich spüre es eben so stark (wir alle spüren das vermutlich so spitz), wenn ich nicht mitgedacht werde. Aber das ist wiederum auch keine reale Erwartung, die ich an Goetz' zwanzig Jahre altes Tagebuch habe. Aber warum beschäftigt es mich dann so? Ich hänge da gerade so ein bisschen in einer Meta Schleife, und ich sollte vielleicht mal was anderes lesen, aber ich habe einfach so viel SPASS an diesem voyeuristischen Tagebuch-Format, das mir so eine NÄHE vorgaukelt.

Vom Lotz hätte ich genau so eine Live-Kommentierung machen können, nur hatte ich da noch keinen Kompost.

Wie S. sagte: Kompost ist einfach Praxis

Füße wie die Lappen

Ich kann im Kompost das öffentliche Sprechen (das Melden) üben, ohne dass ich ganz stark vorauseilend in einen Resonanzraum höre, ohne, dass ich augenblicklich Reaktionen (oder ein Ausbleiben von Reaktionen) erhalte. Vermutlich sollte es da nicht stehenbleiben, Resonanz ist natürlich relevant, aber ich fühle mich als dermaßen nicht-öffentliche Person, dass ich diesen Zwischenschritt gut gebrauchen kann.

Muss die Lässigkeit (in der Sprache, oder die Grobheit im Schmuck etc) klug sein, damit sie funktioniert? Ist eine Form von Intelligenz hier entscheidend?

Das Freundi sagte gestern, die Füchse erkennen mich bestimmt, wie ich da immer in meinem Dreieck zwischen Zuhause, Atelier und Schwimmbad umherradele.

do not disturb modus

generativ ja auch so ein computer und ai wort - wie färbt das aufeinander ab, was bedeutet hier was?

Ich lese den Goetz inzwischen fast genau so gern wie den Lotz. Beim Goetz habe ich weniger parat aus der Zeit, in der es geschrieben wurde, weshalb ich weniger Zusammenhänge sofort erkennen kann. Gut, ich war da auch vierzehn. Aber ich mag seine Energie und Getriebenheit, zumindest auf dem Papier.

Bei beiden ist es so ein angenehm arbeitsorientierter Ort, so viel mediengetränkter Fokus, bei Goetz nochmal mehr, hier ist alles Denken und Verknüpfen und Bewerten und Durchdringen, und kaum Körper, kaum Natur, kaum Fürsorge (keine bisher benannt, um genau zu sein), kaum nahe Beziehung. Bei Lotz ist das mit der einen nahen Beziehung, über die er nicht schreibt, immerhin eine markierte Leerstelle, bei Goetz bleibt es offen, ob das nicht vielleicht wirklich einfach Realität ist, oder war, oder zumindest für diesen relativ jungen Mann in der Hauptstadt in den Neunzigern Realität war.

Hab schon lange keinen solchen Text mehr gelesen, fast alles, was ich inzwischen sonst lese, ist getränkt von Fürsorgefragen, von Körpern, von Körperflüssigkeiten, von Aushandlungen von Macht und Privilegien und Strukturen nicht nur im Großen, sondern im sehr konkreten Alltäglichen, von einer von außen bestimmten Dringlichkeit der Klimakatastrophe, der politischen Zuspitzungen. Goetz lesen also ein Pause machen.

(Ah lustig, kaum notiert, stoße ich zumindest auf eine winzige Markierung, dass ein Mensch mehr ist als ein Kopf: „Ich frage mich dauernd, wie andere Leute das machen: Beruf und Haushalt. Gottseidank hat man wenigstens keine Kinder. Bei Rutschkys, wo alles so intellektuell und toll ist, macht alles die Frau, ganz traditionell. Und er sitzt als Pascha da und schwadroniert rum und kennt sich aus. Streichelt den Hund, spricht mit der Katze. Auch super.“)

All I ever really want to know is how other people are making it through life—where do they put their body, hour by hour, and how do they cope inside of it.Miranda July in It chooses you Ich komme immer wieder zu Miranda July zurück, zu dem, dass ich offensichtlich auch einfach wissen will, was andere Menschen Stunde um Stunde tun, denken, notieren, und dass es mir gar nicht so sehr darauf ankommt, wer diese Menschen sind und was sie sonst tun und wann sie das taten und notierten. Das passt auch zu Geigers Abfall Buch, das ich inzwischen doch weiter lese, in dem er von den Briefkonvoluten erzählt, die er findet, und wie lebendig und spannend die meist seien. Mich erstaunt allerdings, dass er erst über diese Briefe die „Stimmen des Volkes“ hört, die hört man doch auch sonst im Alltag?

Und warum hat Goetz dann in der Zeit, als er kleine Kinder hatte, nicht auch so ein öffentliches Tagebuch geführt?

Mir jetzt wirklich so ein ganzes Shrimpsalat-Kästchen rein gepfiffen.

Warum sind Rollenspiele für die Entwicklung eines Kindes so wichtig? Habe ich viel Rollenspiele gespielt? Kann ich denn heute noch Rollenspiele? Zählt da auch das Zeichnen dazu, Erlebnisse auf dem Papier haben? Zählt da auch dazu, alleine mit dem Puppenhaus zu spielen (ganz großes Ding bei mir gewesen), oder mit Kastanien oder Steinchen etc, ihnen Wesen zuzuweisen? Oder braucht es verteilte Rollen mit anderen Menschen? Müssten die Rollenspiele des Kindes den Erwachsenen Spaß machen?

Shrimps und Krabben verwechselt. Der muntere Jazz im Bioladen war auch sehr konsumanregend. Jetzt frühstücke ich Brötchen mit Shrimps in Cocktailsauce, und es ist auf eine Art sehr geil.

Essbare Masken (Pfannkuchen, Mortadella, Fruchtleder)

15. Januar 2024

Das Hallenbad als einer meiner wenigen regelmäßigen öffentlichen Begegnungsorte. Supermarkt noch, und meine Spaziergangsstrecken. Gelegentlich Bibliothek, Kneipen, Restaurants, Theater, Kino, Museum, Öffies etc. Aber das ist so ein Unterschied zu der geballten Öffentlichkeit, die andere Menschen täglich abbekommen und mitgestalten.

Im Schwimmbad immer so eine Dankbarkeit, dass das noch geht, dass ich noch dermaßen Wasser nutzen darf, mich darunter stellen, hineinspringen, stundenlang darin rumpaddeln. Ich fürchte, ich werde das noch anders erleben. Dazu einen Ärger auf diejenigen, die ihre Duschen hinter sich laufen lassen, der gleiche Gedanke wie auf der Brache, vielleicht haben wir es ja wirklich nicht anders verdient.

2 Füchse

Vielleicht ist da was dran an den Rückenschmerzen aufgrund der durchgedrückten Knie - ich übe seit ein, zwei Tagen das weiche Stehen, das Qi Gong Stehen, und spürte plötzlich, wie anders die Beine arbeiten müssen, und wie viel weniger der Rücken

das ein WEICHER Moment
der eine andere starke Struktur braucht (die Muskeln der Beine)

Der Nachbar der Rocker wünscht mir ein extrem erfolgreiches neues Jahr

Die Frage, die Goetz nach der Lässigkeit in der Sprache stellt und wann die gut ist und wann sie läppisch lässig wird, die gibt’s genauso auch im Schmuck, wann was grob ist und wann es genau richtig grob ist, und die gibt’s auch in Zeichnungen und Malerei, und Fotografie auf eine Art auch, zum Beispiel wann was unscharf ist und was scharf ist und was gut unscharf ist.

Wieder neue Müllhaufen auf der Brachfläche, und da denke ich, wir haben es doch vielleicht gar nicht verdient, dieses Land auf das wir aufpassen könnten.

In welcher Sprechsituation denke ich mich im Kompost? Also zuerst spreche ich nur für mich und mit mir, idealerweise. Und im Sortierungsschritt sehe ich mich dann in welcher Situation? Klingt banal aber ist entscheidend, vermute ich.

Und die Semi-Öffentlichkeit ist sneaky, die mitlesenden Augen schleichen sich schnell ein. Ein Teil des Schreibens, also des Handwerks, ist es, in bestimmten Phasen niemanden mitlesen zu lassen, auch gedanklich nicht, nur für mich und aus mir heraus zu schreiben. Und dann erst überlegen und spüren, was davon weiter nach außen soll. Oder?

Na Falke
isst du Lachs
nee eben nicht ne

14. Januar 2024

spätabendliche tahinkeks-backung

Treppenhäuser auch eine Semi-Öffentlichkeit

Wald ist echt das halbe Jahr braun, kaum grün

Knall macht der Pizzakarton auf dem Sitz, so von mir aus kanns weiter gehen, sagt der dazugehörige Mensch und meldet der Tram, wie rum sie fahren soll, jetzt hier rechts

Ich will in kein Café
Ich fahr ins Atelier

Rehäugleinwimpernkranz

Schmuddelkind der Branche? Books on Demand in der Deutschen NationalbibliothekWas mir fehlte in der Ausstellung war die gesamte ökologische Achse, Berücksichtigung für das Material, das mit Books on Demand ja mitunter auch munter verschwendet wird, dieser Ressourcenverbrauch an Papier und Tinte und Strom und Versand etc. Also ja, Internet braucht auch Ressourcen, aber Papier ja wohl eher noch mehr? Das ist eine Leerstelle, die heutzutage einfach nicht mehr geht.

Die gedruckte Wikipedia, 7.350 Bände für die englischsprachige Ausgabe.

Wie Bücher eben auch Konzept sein können, es muss sie als Objekt geben, aber ich muss sie nicht lesen, will sie vielleicht gar nicht lesen, nicht als Objekt haben, aber ich will vielleicht wissen, dass es sie gibt und wo sie stehen. Bibliotheksbücher also, nicht im negativen Sinne. Das ist eine Berechtigung. Und aber bewegen sie denn etwas in mir? Und ist das eine Frage an diese Bücher oder (m)eine Frage an Konzeptkunst insgesamt?

Bei der gedruckten Wikipedia macht es mir Sinn, einfach als Veranschaulichung, als greifbar machen von dieser sonst unfassbar großen Datenmenge.

Wie war’s beim Geburtstag? – Ein Mädchen hat gesagt, dass ich nicht gut sprechen kann. – Und hat sie Recht? – Nein.

Den Kompost als Buch, einmal im Jahr? Books on Demand auch eine Semi-Öffentlichkeit.

Klassische Ballettkunst in ihrer reinsten Form

Blumenstrauß in Alufolie

Die zum Gang ausgerichteten Einzelplätze in der S-Bahn, kleine geschützte Orte (Dieser bescheuerte Video-Titel, der mir ungefragt auf YouTube angezeigt wird, etwas mit die Ehe als letzter Safe Space für Männer, so eine Verdrehung dieses Begriffs, und was soll damit überhaupt gemeint sein, ein Ort, an dem Mann nicht herausgefordert wird, sich nicht verändern muss? Ich will, dass all meine Beziehungen Orte sind, an denen ich mich verändern kann und verändert werde, ich will ja eben genau darum in Beziehung treten. Aber ich habe das Video auch nicht angeschaut, könnte völlig falsch liegen, don’t know tho.)

Sahne ist die Maske meines Tees

13. Januar 2024

Wind

Bullshit Jobs, wie die Freundis Sinn und ein DING brauchen, wie wir das natürlich sofort spüren, wenn uns das versagt wird

Heute ist Tag der Aufkleber

Bogenschießen könnte eine Sportart für mich sein, jetzt wo ich Interesse an Qi Gong habe, und damit an nicht-explosiver Kraft, die ohne große Anstrengung wächst

Kraft

Eine Brücke beziehen
Eine Brücke bewohnen

Ein Waldstück als Freundi-Gruppe kaufen und gemeinsam immer wieder dort hin fliehen, anstatt dass alle immer in unterschiedliche Richtungen fliehen.

Briefmarken sammeln: das überwachte Tauschen in einem Verein, ein Verein als Schulhof, diese kleinen bunten Bilder als Zeugen von Welt, als kontrolliertes Fernweh

Was sammelst du? Ist anscheinend die erste Frage im Verein. Antwort: Bunt, Berlin und DDR.

In manchen Gesprächen das Gefühl, ich müsse kleine lustige Anekdoten liefern (im Gegensatz zu wirklich von mir erzählen), um eine gemütliche und angenehme Stimmung für die Runde zu schaffen. Aber was wäre, wenn ich auf einmal wirklich von mir erzählte? In welchen Räumen will ich diese Kraft überhaupt aufbringen, in welchen braucht es mehr Kraft, um diese „Gemütlichkeit“ auszuhalten? Überhaupt Gemütlichkeit als Konzept.

Wie ich Zahlen so schlecht einordnen kann, 4.000 Menschen sind letztes Jahr nach Leipzig gezogen und das klingt für mich erstmal nach wenig und dann mache ich mir klar, dass das ein ganzes Dorf ist, und was diese Menge an Menschen für eine Infrastruktur braucht etc. Und in der Elbe seien „nur“ noch 13% der Fische schadstoffbelastet, und das kommt mir doch recht viel vor.

12. Januar 2024

Angenehm wie der Goetz sich selbst immer wieder unterbricht und befragt und widerspricht, das leuchtet mir sehr ein, so fühlt sich Denken halt an

Bestes Freitagströdeln, lesen und Chili-Ei essen und Tee trinken und darauf warten, dass die Schwimmhalle sich etwas leert.

Der Kompost als Geflecht, das alle anderen Texte tragen können muss, ich muss ALLES, was ich schreibe, auf den Kompost legen können, es muss in allem spürbar sein, dass es durch den Kompost gegangen ist

stimmt das?

Und Goetz schreibt davon, dass die Widersprüche noch viel gleichzeitiger passieren müssten, aber das ist doch inzwischen genau so, oder? Ist das nicht die große Sortierung?

Rainald Goetz' Abfall für alleAufmerksamkeit fürs Wetter. (…) Wenn man sich das durchgehen läßt, wenn das mit einem durchgeht, diese Art Präzision dem Allervergänglichsten und zugleich Hyperpräsentesten gegenüber. Ich glaube, diesen Gedanken habe ich mal vor vielen Jaren bei Julie Burchill gelesen, in irgendeiner Kolumne. Der andere Punkt: daß gerade von den intensivsten Wettereindrücken, vom Versuch wirklich präziser Wiedergaben der sinnlich überwältigenden Daten nur so ein komisch poetisch-sentimentalischer, sehr traditionell kodierter WORTMÜLL schönster Worte übrig bleibt. Überhaupt nichts Vorstellbares. Man liest ein beschriebenes Wetter und denkt sich: Er hat ein Wetter erlebt. Es hat ihn beeindruckt. Er hat sich Mühe gegeben, das darzustellen. Die arme Sau. Was hat der denn für ein Problem?

stelle ich Thoreaus Tagebuch des inneren Wetters gegenüber:

Henry David ThoreauThe poet must be continually watching the moods of his mind, as the astronomer watches the aspects of the heavens. What might we not expect from a long life faithfully spent in this wise! The humblest observer would see some stars shoot. (…) It matters not whether they visit my mind or yours, – whether the meteor falls in my field or yours, – only that it comes from heaven. (…) A meteorological journal of the mind. You shall observe what occurs in your latitude, I in mine.

und Woolfs gigantic Cinema, auch eine Art Probe für das planetarische Theater:

Virgina WoolfImmeasurable resources are used for some purpose which has nothing to do with human pleasure or human profit. If we were all laid prone, frozen, stiff, still the sky would be experimenting with its blues and golds.

und natürlich

W.S. GrahamEnter a cloud.

Es gibt so extrem viele Arten, ein Logbuch zu führen, und alle führen sie zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ist vielleicht entscheidend, was man erreichen oder bewirken will mit dem Logbuch? Auf jeden Fall kommt es beim Stricken dieses Experiments so sehr auf die Details an, darauf, wie man sich mit der Welt verdrahtet fühlt, wann und wie man notiert, wann man es durchgeht, wo, warum und ob man es veröffentlicht, wen und was man auslässt, und die tausend Zwischentöne zwischen all dem. Das hat alles Auswirkungen, und eins ist nicht richtiger als das andere.

Stefanie Wenners Manifest für planetarisches TheaterPflanzen, Tiere, Erden, Menschen, Steine, Mineralien, Mikroben, Planeten, die Sonne: Alles ist Öffentlichkeit. Publika sind lokale Öffentlichkeiten aus menschlichen und nicht-menschlichen Körpern, die als Mitspielende Landscape Plays hervorbringen. Landscape Plays sind Spiele, die Land schaffen, den Boden für Stoffwechselprozesse bereiten. Durch diese Spiele entsteht der Planet, so, wie wir ihn gemeinsam formen. Planetarisches Theater basiert auf diesen gemeinschaftlichen Spielen und verortet sie im größeren Kontext der Himmelskörper und der Sonnensysteme. Die lichtgebenden Himmelskörper sind Taktgeber für diese Plays. An der Pflege planetarischen Theaters sind alle beteiligt.

All die Emoji-Herzies, die ich überall dran klatsche. Ein bisschen ist das ja schon wie mein harmoniesüchtiges 13-jähriges Ich, die Herzen unter jedem Tagebucheintrag.

Traum: Ein Secondhand-Laden, der zuerst nur ein sehr großer Pappkarton war, wie eine Verschenkekiste zum Betreten. In München durfte ich nicht wählen, und ein paar Teenies in der Tram auch nicht, ob wir deshalb etwas Kraftstoff für sie hätten, wir wussten nicht, was gemeint ist und meine Begleitung gab ihnen ein paar Euro. Ich kannte mich dort nicht mehr aus mit den Öffies und auf einem noch nicht abgeräumten Imbiss Stehtisch sah ich mehrere Hunnies liegen. Pfeil hoch Pfeil runter, das war Teil eines Buchtitels und es war mega bedeutsam für mich, ich dachte gleich, dass ich mit diesen Symbolen alles erklären können werde.

11. Januar 2024

Wie das Kind vorhin die Holzpferde an seinem kleinen Tisch striegelte, alles Arbeitsgerät sorgfältig aufgebaut und dann mit Stab die Mähne ausgerollt, mit Schlagzeugstock die Hufen ausgekratzt, mit Bürste den Schweif gekämmt, mit Eifer meinen Vorschlag angenommen und einen Faden zum Drumbinden gesucht, um den Bauch des Pferdes.

Seitdem ich einen Kompost pflege, zeichne ich wieder viel weniger, im Zeichentagebuch nur alle paar Tage. Aber ich bin nicht sicher, ob es da einen kausalen Zusammenhang gibt, es war vielleicht auch schon davor so. Warum ist der Widerstand im Zeichnen so schnell wieder da? Das Zeichnen viel mehr wie die Praxis vom Kind angehen, viel präsenter, schneller, unprätentiöser. Als würde man eben noch nicht schreiben können.

Energie Abfall

Okay ich werde immer mehr wie mein Vater jetzt kommt das Chili-Öl schon auf Pfannkuchen

Nachdem ich vorhin schon ein Ei damit gegessen habe

esse auch
gerne mayo
zurzeit

Das Freundi hat gestern eine Doku über eine schmiedeiserne Pfanne angeschaut

Aus stehendem Auto am Rand des Wäldchens metallisch scheppernde Fetzen eines bekümmerten Gesprächs - weil ich nicht alleine sein will - könnte auch eine Hörspiel Aufnahme sein aber dafür sind die Pausen zu lang

Bin ich bekümmert

Goetz auch unbekümmert was öffentliche Bewertung von anderen Menschen angeht, ich halte mich da so zurück

Ich glaube einfach irgendwie nicht daran, dass alle Menschen mitbekommen können müssen, was ich von bestimmten anderen Menschen halte, ich weiß nicht, ob ich ein Anrecht auf eine semi-öffentliche Meinung über semi-öffentliche Personen habe

(aber ich erlaube mir eine Meinung über Bücher, die semi-öffentliche oder sehr öffentliche Menschen geschrieben haben, und im Falle von Büchern, die sehr nah am Alltagserleben ihrer Autor:innen sind, fühlt sich das an wie eine Meinung über die Menschen haben)

Max
– ohne Weste! –
gesucht
von Manja Sylt 18

Die Freude auf den krustigen stabil eingefroren Miniatur Bergrücken aus Matsch zu gehen

Und sie halten mich

Miniatur
Bergrücken
aus Matsch

sich selber als spirale sehen, also sich eindrehen, kraft ansammeln und wieder aufdrehen. coil and recoil. eine spirale steht ja vielleicht gar nicht still, ist eher eine bewegungsform in sich.

Zurück, zurück zu mir.

Ich hätte gerne eine Landkarte vom Internet, wüsste dann, wo ich wandeln will.

bisschen über goetz gelesen und wow er klingt nervös und wertend und dringlich und auch etwas einschüchternd, wie sein abfall von 98. wie klingt sein abfall heute wohl?

will jetzt auch immer wieder unter die letzten Worte schreiben:
PRAXIS

mit rosinenbrötchen und zopf im korb hüpfend durch die brache geradelt, durch die eisige morgenlandschaft, den kopf kaum richtung sonne drehen können vor lauter großer kapuze

wie ich gestern mich anstrengte im wasser, mich durchmuskelte und die beine wollten schon fast aufgeben und ich mich dann irgendwann daran erinnerte, dass das doch schon leichter ging, dass da etwas mit der technik nicht stimmen kann, dass es nicht so schwer war, dass ich gerade zu sehr aus den knien delfine. und dann ging es auch leichter, ich war gestern trotzdem kein fisch, aber ich konnte das schwingen zwischendrin finden. das wäre vermutlich alles noch leichter, wenn nicht so viele andere mit in der bahn wären, wenn ich nicht immer wieder von der geschwindigkeit anderer angesteckt würde.

Tao Te Ching, Verse 63 act without doing / work without effort / think of the small as large / and the few as many / confront the difficult / while it is still easy / accomplish the great task / by a series of small acts // the master never reaches for the great / thus she achieves greatness / when she runs into difficulty / she stops and gives herself to it fully / she doesn’t cling to her own comfort / thus problems are no problems for her

Traum: versucht, Kreise zu konstruieren = versucht, zu schwimmen = versucht, zu schlafen (sehr abstrakt und gleichzeitig sehr konkret, es waren rote Holzkreise)

Ein altes Freundi wieder getroffen, oder ich war es ein bisschen, oder ich schaute einen Film über das Freundi an, ein First Nation Junge auf einem Quad. Jemand trug eine überraschend große blaue Sonnenbrille.

10. Januar 2024

Alles aufsaugen und dann wieder von allen Vorbildern lösen
So suppt das eigene rein
Es suppe stark

es
suppe
stark

Ich war überhaupt nicht in Form im Wasser, ich habe die ersten Züge gemacht und wusste, das wird heute anstrengend. Woran liegt so etwas?

Wieviel % Schwankung macht Tagesform aus?

% von was

kopf- und augenmüde bin ich zum Schwimmen und jetzt bin ich beinmüde

Ich will gar nicht mit jedem über alles hier sprechen aber mit manchen manchmal

Also vermutlich wollen Goetz und Lotz auch nicht mit mir über ihre Ansichten von vor Jahren diskutieren

aber was ist das dauernd mit der enttäuschten Frau

Zeigen die beiden Jahresbücher auch unterschiedliche Männerbilder über zwanzig Jahre hinweg – also „darf“ Lotz spielerischer, weicher, alberner sein? Oder ist das einfach Persönlichkeit, oder ein Leben mit Kindern in einem Dorf im Elsaß versus Leben alleine in Berlin? Aber auf eine Art sind die beiden doch eigentlich ganz gut als Vergleichsobjekte geeignet, oder?

Rainald Goetz' Abfall für allekeiner darf die Rolle WISSEN, die er besetzt - das muß natürlich auch offen sein, changieren können - gehört zum sozialen »Spiel«, daß jeder in den Augen eines jeden anderen, jeder für jeden anderen eine ANDERE, und außerdem ja auch noch dauernd wechselnde Rolle besetzt, spielt - Zuweisung, Festlegung, Offenheit, Annahme, Verdeckung, Geheimnis - diese Grundregel, daß man über die nahen Menschen nicht wirklich präzise, analytisch nachdenkt, nachdenken darf, um sich offen, zart und handlungsfähig zu halten - man bohrt einfach nicht rum, im nahen anderen Menschen, man nimmt ihn, wie er sich geben will, ganz praktisch, äußerlich, situativ - all das, also das Gelingen auf dieser Ebene der Rollenbesetzung, Annahme und doch auch dauernden Offenheit, bestimmt auch mit darüber, wieviel SPASS ein bestimmtes Agieren in einem definierten sozialen Feld macht - wieviel gute Laune eine Gruppe als Ganzes produziert, den einzelnen Beteiligten macht - nach außen ausstrahlt -

Wie man in den Neunzigern noch unbefangen über Spaß sprechen konnte (stimmt das?). Ist mir jedenfalls interessant, die Wendung von den Rollen und dem Annehmen hin zur Gruppenlaune und ihrem Gelingen, das ist etwas, worüber ich sehr selten nachdenke.

Die Eisblumen blühen immer kräftiger an den Fenstern. In der Stunde, die ich in der Zahnarztpraxis verbrachte, fror mein Fahrradschloss ein, und ich musste nochmal rein, um mir heißes Wasser abzufüllen, um überhaupt los zu kommen, weg von dem vollen überoptimierten Ort.

Die Fachkraft, die meine Zähne professionell reinigt, stellt sich mit Vornamen vor, wie in einem amerikanischen Diner, und auf ihrem Namensschild steht auch nur ihr Vorname. Die Assistent:innen am Empfang tragen Namensschilder mit Vor- und Nachnamen, die Ärzt:innen in der Praxis haben nur ihren Titel und Nachnamen auf den Schildern. Was ist das denn für eine beschissene Hierarchie? Spielt da mit rein, dass die Zahnreinigung der kommerziellste Aspekt ist? Alle Sätze dort klingen geskriptet und trainiert. Je weniger Macht, desto mehr Form, desto mehr Geld macht es dem Inhaber? I don’t know, aber es ist mir auf jeden Fall unsympathisch, und lässt mich noch weniger glauben, dass die Prozedur alle halbe Jahr sinnvoll ist.

Traum: auf der verlassenen Autobahn Richtung Zombieland mit der Mama Inlinern wollen, dann haben wir sehr schnell beschlossen, dass das keine gute Idee ist.

9. Januar 2024

keinen Brief geschickt und nicht schwimmen gewesen

ein Freundi getröstet, das darunter litt, dass ein Arbeitskompagnon wieder mal zu schnell war (auch hier wieder die unterschiedlichen Modi und Tempi, und es kann doch nicht sein, dass daran etwas scheitert, das müsste man doch durcharbeiten können? frage ich mehr mich als die beiden)

Ich mache blöde Denkfehler beim Regal bauen, und es klappt trotzdem, es gibt Spielraum für manche Fehler, es entsteht trotzdem ein schönes und gut nutzbares Regal dabei. Mein schlappriges Lebenshandwerk macht mir Verständnis für das andere gelerntere, eingeübtere Handwerk – so eine besondere Intelligenz, die jedes Bauen und jede Arbeit mit Material erfordert.

Das Kind schickt mir eine Mappe per Post, eine gezeichnete Mappe voller Zeichnungen und ausgeschnittener Sterne und Türmchen und wilder Zettel und Schnipsel und Schneeflocken aus Transparentpapier. Die Mappe ist ein Produkt von Praxis, oder ein Ausschnitt aus einer Praxis, die völlig selbstverständlich ist, höchst produktiv und sehr unbekümmert. So eine Praxis will ich auch. (Habe ich auch ein bisschen.)

immer mehr wirklich spüren, dass ein kleines Regal bauen für die Küche eine genau so kreative und schöpferische Tätigkeit ist wie mehrere Stunden auf einer Tastatur zu tippen

tag an tag knüpfen

das mache ich hier

ChatGPT bestimmt kein Gender und weiß, dass if the author’s gender is not explicitly stated in the provided texts, it remains unknown. Nice.

Kompensiere ich in meiner sonstigen, projektbezogenen Geschwindigkeit manchmal die Langsamkeit, die ich an anderen Stellen meiner Entwicklung habe?

Manchmal also schneller werden und manchmal langsamer.

several instances of the shame of not following through, die Scham des Zurückrudernmüssens – das erinnert mich an bestimmte Business-Ratschläge, die ich vor langer Zeit aufgesogen habe, dass man immer liefern (und overdelivern) (überliefern, hi hi) muss, the golden rule is to follow through, to do what you said you’ll do, to not be a flake, nur so könne man Vertrauen aufbauen. Ja, klar. Und es ist noch viel mehr und ganz anders, und ich bin manchmal schnell begeistert und hüpfe auf mein Pferd und reite los und setze andere in Bewegung, und merke dann manchmal später, dass ich zu schnell war und dass Zeit vergangen ist und sich inzwischen alles anders anfühlt oder die Realität andere Erkenntnisse gebracht hat und dann ist es manchmal, oft, so viel sinnvoller und doch auf Dauer auch vertrauensbildender, wenn ich dann zurückrudere. Mich schämend entschuldige und sage, das wird doch nichts. Und auch wenn ich das einsehe, dass es sinnvoll ist, ich will es seltener haben, das ist keine schöne Situation. Gleichzeitig fühlt es sich gut an, wenigstens nachträgliche Neins zu sagen, und ich muss dazu stehen, dass ich diese Sachen selbsttätig angestoßen habe, und ich liege einfach manchmal falsch und schätze mich und meine Energie und die Zeit, die mir zur Verfügung steht, falsch ein, nach wie vor. Aber ich lerne! Für das Lernen muss ich mich nicht schämen.

Die Sonne leuchtet auf die Eisschicht am Fenster, die aussieht wie Hammerschlaglack, und bricht sich darin und leuchtet noch stärker und füllt die kalten Räume und sie erwärmen sich nicht dadurch.

Can you wait until the lake is clear? Do you have the patience to wait until something comes up? Das ließ mich an meinen Brief heute denken, den ich schon fast wieder an den Haaren aus der Erde ziehen wollte, und an die unterschiedlichen Modi, mit denen die Freundis und ich der Welt begegnen, mit Kraft und Muskeln, mit Zartheit und Zögern, mit Ruhe und Unruhe. Und niemand muss sich für einen Modus schämen, und keiner ist besser oder schlechter als ein anderer.

Bei dieser Kälte nochmal mehr Dankbarkeit für die warmen sicheren Räume, in denen ich mich aufhalten, arbeiten, schlafen kann.

8. Januar 2024

Wie würde AI das Gender der Kompost-Autor:innen einschätzen? Würde es sich zum Beispiel daran orientieren, dass ich viel über Beziehungen schreibe? Und was würde das aussagen? Überhaupt etwas?

Die Beziehungsperson meines Coachis hat genderaffirming top surgery bekommen, und ich beobachte in meinem Beglückwünschen und Mitfreuen, in der intensiven Nachsorge, in der Aufregung und heiligen Schutzbubbel darum und wie es lang ersehnt wurde, Parallelen zu der Geburt von kleinen Menschen. Vielleicht ist es ja wirklich eine Art von Neugeburt eines größeren Menschen.

Spiel als das, was ultra ernst nimmt und gleichzeitig komplett erfunden ist.

aus der Einführung von Rainald Goetz' Abfall für alleAbfall für alle, das Experiment, es einmal aufzuschreiben zu versuchen, wie man lebt und denkt und arbeitet. (…) Die Spannung, ob ein solches Protokoll der Welt, gespiegelt in Bewusstseinstext, Plausibilität gewinnt für Leser, auf die hin es sich entworfen hat, täglich, fragmentiert in zersprengte Notizen, (…) Hysterie von Kohärenz und Kontinuität. Ein Argument, ein Blick, ein Meilenstein abstrakter Nähe, jedes Tagebuch ist eines jeden Ichgeschichte.

Ist der Kompost für mich ein literarisches Projekt? Es fühlt sich nicht so an, eher wie eine Lebenspraxis. Aber so weit entfernt voneinander sind Lebens- und Schreibpraxis nun auch nicht.

In einer Coaching-Stunde muss ich das Vertrauen haben, dass das, was dran ist, auch ehrlich dran ist, und nicht eine kurzfristige Stimmung den ganzen Termin torpediert (darin auch etwas kapitalistisches, den teuren Termin möglichst effizient ausnutzen müssen). Ähnlich vielleicht wie hier das Vertrauen, dass der Tag, auf den jemand stößt, wenn sie zum ersten Mal auf den Kompost stößt, mich schon auch zeigt, oder mich nicht verstellt, oder zumindest nichts torpediert (was könnte torpediert werden?).

Elfriede Gerstl, geschickt von Kathrin Bacheine sache weiterführen / heisst manchmal / das gegenteil machen / heisst manchmal / eine sache weiterführen

Lotz & Goetz

Ich kann natürlich doch auch ein bisschen kompetitiv im Kompost sein, heute mehr und klüger denken wollen als gestern.

Ich lese diese Woche weder den ganzen Lotz noch den ganzen Goetz

langweilen mich übergeordnete Sortierungen grundsätzlich? wird es für mich immer nur im konkreten Kleinen spannend? oder ist das ein AI Thema, liegt es also an der Art und Weise, wie dieses Modell Muster erkennt und den Begriffen, die es dafür findet?

Traum: die Suche nach Sauerkraut am Bubenbad

7. Januar 2024

Mich interessiert das Texte generieren lassen von AI nicht, mich interessieren AI generierte Texte nicht. In dem Zitate-Artikel, den ich jetzt wochenlange hatte liegen lassen, habe ich einige Ausschnitte gefunden, die ich mir bei meiner Erstrecherche aus ChatGPT rüberkopiert hatte, Stichworte und Outlines nur, aber selbst diese kleinen Textfitzel haben mich so aus meinem Tonfall gebracht, führen mich auf schlittrige Sprachflächen, da will ich nicht hin.

Und mich schreckt ab, was für Züge AI und die Möglichkeiten dieser Modelle in Menschen weckt. Ein fantasieloser Hauptimpuls scheint immer wieder zu sein: wie kann mir AI Arbeit abnehmen, wo muss ich mir dann weniger überlegen oder umsetzen oder Menschen bezahlen, die etwas für mich umsetzen, also wie kann ich Geld damit machen oder Zeit damit sparen. Anstatt dass es als Spiel- und Werkzeug begriffen wird, um eventuell anders zu arbeiten, um zu experimentieren mit dem Zugriff auf Sortierungen und Verknüpfungen und Übersichten, die wir bisher nicht hatten, um mit dieser Zaubertechnologie tiefer zu gehen. Nicht dass das einfach oder unbedingt möglich wäre, aber es zumindest auszuprobieren.

Im Zusammenhang mit dem „entmenschlichen“ die Gedanken eines Freundis zu dem Begriff „menschlich“, dass das eine Fehlerfreundlichkeit mit einschließe, gleich so etwas wankendes, löchriges, betont warmes habe, vielleicht im Gegensatz zu einem Computer? Muss nochmal nachfragen, was es genau dazu gesagt hatte.

Den bisherigen Kompost in ChatGPT gefüttert und das System gebeten, mir die Hauptthemen darin zu benennen. Ich lieb vor allem, wie in der Antwort von mehreren Autor:innen die Rede ist – japjap wir sind die Ricardas. Ansonsten weiterhin erstaunlich, wie schnell die Anworten langweilig werden, es ist eine nervöse, kräftige Anstrengung nötig, um das immense Schiff dieses Sprachmodells in halbwegs interessante Gewässer zu führen. Manchmal kleine spannende Momente, „wir“ haben zum Beispiel gemeinsam den Begriff Brückenmasken erfunden (Masken, die nicht dazu dienen, sogenannte Authentizität zu verdecken, sondern versuchen, auf eine Art Verbindung herzustellen).

Lustig fand ich die Themenzusammenfassung unter Miscellaneous:

Mir neulich überlegt, beim Spazierengehen in der Siedlung: dass es schön wäre, wenn ich berühmt wäre, weil ich dann mit der Stadt verhandeln könnte, dass sie nach meinem Tod das Atelier übernimmt, als sicherer Ort für schreibende Orlandos. Interessant, wie langfristig ich mich in diesem Gedanken hier in Leipzig verorte. Und interessant, dass dieser Gedanke nicht wirklich damit rechnet, dass in Kürze hier eine AfD Regierung Kontrolle haben wird, die kein Interesse an schreibenden Orlandos hat.

6. Januar 2024

Was sind die Fragen, die ich mir eigentlich gern stellen will, über die ich finde, dass ich nachdenken könnte? Big picture Fragen, aber konkret auf meine Felder bezogen, auch auf die Arbeitsfelder. Anders: Welche Fragen würde ich mir stellen, wenn ich meine Selbständigkeit als ein Forschungsprojekt verstehen würde?

aus Orlando, meine politische BiographieDer Totenkopf als immergleiche Maske

Die Freude auch am nicht fertig werden, daran, dass ich genau weiß, wo ich beim nächsten Mal weiter bauen werde. So will ich eigentlich immer arbeiten. Oder zumindest öfter. Immer ist schon ein großes Wort.

Bei Brené Brown hatte ich über entmenschlichende Haltungen gelesen, und das die eine Grenze bilden, ein geht nicht, denn danach sei alles erlaubt und nichts mehr sicher. Was ja sachlich richtig ist, sieht man ja in Gaza in alle Richtungen. Dennoch so eine seltsame Formulierung, als dürfe man mit Tieren alles machen, als hätten die kein Leben und keine Würde verdient.

Wie gut und befreiend sich das anfühlt, wenn jemand einem klar sagt, was er:sie braucht

Die Übung für mein Handgelenk, als würde ich einer anderen Person STOPP sagen, ist eine körperliche Manifestation von das geht nicht.

Neblige Kiste heute

Zwei Freundis haben mich auf die Struktur im und die Strukturierung durch den Kompost angesprochen. Mir selber fällt beides kaum auf. Wie ist das Erlebnis durch das Scrollen? Wie nah bin ich der Struktur? Wie bewusst habe ich sie gesetzt? Was macht sie mit mir? Bin ich „strukturierter“ als andere, und wann ist das hilfreich und wann hinderlich. Ist das diese innere Architektur, von der Fripp spricht, und für mich fühlt es sich aber eher an wie ein innerer Garten.

Diese Unterscheidung in Architekti/Gärtneri als Grundtypen des Umgangs mit Informationen und Gedanken ist vielleicht auch viel zu binär, Hausstrukturen haben ja auch oft Gärten angedockt und sowohl Häuser als auch Gärten können wuchern.

5. Januar 2024

Gertrude Stein in Everybody’s AutobiographyIf you write a half hour a day it makes a lot of writing year by year. To be sure all day and every day you are waiting around to write that half hour a day.

abzeichnen ist so schön wie ausmalen. da ich so lange schon mich zwinge, aus dem kopf zu zeichnen, fühlt sich das abzeichnen von etwas, das ich sehe, ganz leicht an. wie kniebeugen mit gewicht und dann ohne.

das freundi erzählt von der drangsal der bauern und wie sie sich gegen habeck richten und sagt, dass die politiker sich nicht wundern müssen, dass handlungen handlungen hervorrufen. ich wundere mich nicht darüber, nur darüber, dass sie nicht lindner angreifen. aber der fährt ja nicht fähre.

Lena Müller zur Writing with Care Writing with Rage KonferenzEs braucht Zeit, die nicht besetzt ist von den Worten und Gefühlen und Bedürfnissen anderer. Es braucht einen Raum, der die Entfernung erlaubt, den Rückzug, den Eigensinn, die Abschweifung und die Ausschweifung. (…) Auf der einen Seite den Rückzug aus dem Sozialen, das Verstopfen der offenen Einfühlungskanäle – damit die Worte kommen, die Ideen, damit ich die Figuren sprechen höre, mich wiederum in sie einfühlen kann, damit ein Sound an mein Ohr dringt und ich ihm folgen kann. Auf der anderen Seite eine Verbindung zur Welt, einen Austausch, ein In-der-Welt-Sein als Einzelne, deren Gedanken, Texte und Worte sich verbünden können mit den Gedanken, Texten und Worten anderer. Insofern scheint das Zimmer für sich allein immer beides: einerseits der konkrete Raum, der Raum zum Schreiben, mit einer Tür verschließbar. Andererseits der Sehnsuchtsort, Utopie. Gleichzeitig allein und verbunden. Nicht-ausschließende und nicht-ausschließliche Mutterschaften, vielfältige Allianzen zwischen Kinderlosen und Menschen mit Kindern.

Es bleibt so wichtig, alles zuerst zu schreiben und dann zu entscheiden, was man damit macht, löschen oder einer Person zeigen oder zweien oder in diesem Eck oder jenem veröffentlichen. Das sind einfach zwei unterschiedliche Schritte, und sie brauchen Abstand voneinander.

Das Freundi erzählt, wie schroff Tonfälle Anfang der Siebziger gewesen seien, man hätte sich oft gegenseitig beleidigt und achtsam sei noch überhaupt kein Begriff gewesen, es führt das auf die Energie der 68er zurück.

In welcher Form macht es einen Unterschied, ob man fünfzehn Jahre früher oder später geboren wurde (Arno Geigers Realität ist wie weit entfernt von meiner?).

Ich mag sehr, dass es keine instant gratification gibt in meinem Kompost – vielleicht taucht er in Gesprächen auf, vielleicht nicht, aber es gibt keine Like-, Lese- oder Klickzahlen. Das macht ihn zu einem geschützten Raum für mich, zu einem, in dem ich gar nicht wirklich kompetitiv sein kann, geschützt also auch vor mir selber.

Anarchist Bookstores als Sehnsuchtsorte als Andockorte als der Ort wo ich eigentlich in Gemeinschaft schreiben will und ab und an aufschauen wenn jemand zur Tür hinein kommt

Robert FrippWithout a practice, without a discipline, life is pretty much a series of contingent events; moving from one situation to another, jumping from one mess to another, or simply sleeping through it all. With a practice, we develop a structure of acting in the world; within which we construct an interior architecture, moving to realise what we are, uniquely, born to achieve.

Angst, dass diese Logbuch-Praxis all meine Energie und Zeit raubt und ich nichts mehr für den Brotjob übrig habe

Ich hab ja auch nicht endlos Löffel

Ich habe eine Neujahrskarte erhalten, auf der steht geht nicht gibt’s, und sie ruft auf dazu, in bestimmten Kontexten Grenzen zu setzen und einzuhalten. Da stolpere ich gerade immer wieder darauf rum, wann sage ich, dass etwas nicht geht. Was genau ist der Unterschied zwischen Meinungen und Haltungen? Meinungen habe ich ja gesagt kann ich viele nachvollziehen. Aber Haltungen nicht alle, die kommen mir größer und gewaltiger und bewusster vor?

Soll der Zitate-Artikel wirklich so lang werden, wie ich ihn angelegt habe? Für wen mache ich das? Für mich, für die Lesenden, für die Suchmaschinen? Ist das die „richtige“ Mühe gerade, ist hier meine Zeit im Moment am besten aufgehoben? So eine unangenehme Frage.

Es gibt ein bisschen Regen heute und ein bisschen goldenes Licht, wieder nur sehr kurz, eher als Deko, es ist etwas kühler, es ist angenehm draußen, ich wollte das Fenster kaum wieder zu machen.

Ich sehe öfter zurzeit, dass Menschen, die tätowieren, auch Keramik machen und oder auch malen, es scheint ein generatives Patchwork zu sein, Zeichnung unter allem. Die vielen Wege, die zum Tätowieren hin führen. Ich bin noch sehr am Begreifen, was für eine Kunst es ist, und was für ein Handwerk.

Ich will so tätowieren wie ich Löffel schnitze, nicht technisch perfekt aber voller Freude und so dass sie genau das tun was sie tun sollen. Und natürlich auch nicht immer gelingen. Ich will das auskosten, dass ich darin linkisch sein werde.

Und ich stelle fest, dass ich blasse Tattoos auch sehr mag, also nicht ausschließlich, aber so Unterschiede in Schattierungen sind schon gut.

Traum: mich mit dem Freundi darüber aufgeregt, welche Bücher in der Brigitte empfohlen werden und welche nicht, dass Heidenreich doch auch mal den Lotz lesen könnte. Genau genommen auch hier eine Sortierung. Und ich hatte ein dickes Papiertagebuch wie früher, und darin Fotos, und kleine Gifs von mir, es waren Selbstportraits von mir beim konzentrierten Arbeiten, ich sah darauf ähnlich aus wie ich im Kindergarten.

4. Januar 2024

Schlaf was schönes.

Was ist das Tolle an Westen? Ich glaube dass sie das Herz schützen. Das ist wie einschlafen mit Kuscheltier auf der Brust nur tagsüber. Oder wie Umarmungen.

Aus dem Gespräch mit dem Freundi: wie spannend, wie unterschiedlich Menschen denken, was wem leicht fällt und was wem schwer (zB das Notieren und Formulieren ist für mich keine Herausforderung, ich muss eher darauf achten, dass ich es ein bisschen in Schach halte, Auszüge davon auf Instagram oder in eine ähnliche bevölkerte Öffentlichkeit zu stellen, fühlt sich dagegen im Moment noch fast nicht machbar an)

Wir wollen Social Media without the feeling of being sorted. Wie der Mops mit dem Stehkragen, so wollen wir Instagram begegnen – schau mal hier ist etwas, und ich bin auch da, und nicht auf dieser Seite stehe ich das sind meine Meinungen und Überzeugungen das ist meine Identität.

Auf meiner Website fühle ich mich sicherer als auf Instagram. Wer bei mir vorbei kommt, kommt bewusst (ich tauche nicht einfach so im Feed auf) und mit vermutlich aufrichtigem Interesse und Neugier, so dass ich sie gleich einladen will, dass ich gleich selber ein Interesse und eine Neugier habe.

Der Kompost ist für mich wie Studieren, oder eher wie meine romantische Vorstellung davon. Also es klingt fast absurd, aber mein Leben fühlt sich gerade mehr wie meins an, ich mag meinen Alltag gerade so gern, ich denke so gern weiter, ich bin so glücklich über diesen Raum, meine Gedanken vom Vortag nochmal anschauen zu können. Nicht zu Ende denken, sondern einfach weiter.

das Schwimmbad heute, genau wie ich befürchtet hatte, deutlich voller als sonst, mit lauter Menschen vermutlich, die gute Vorsätze für das neue Jahr haben. wie leicht ich besitzig und überheblich werde! aber das ist nicht meine Halle, wir sind keine Eingeweihten, ich gehe auch erst seit einem Dreivierteljahr wieder wirklich regelmäßig schwimmen. ach Menschen. und dabei mag ich die Fülle sogar ein bisschen, es ist zwar natürlich schön, eine Bahn für sich zu haben und komplett im eigenen Rhythmus schwimmen zu können, aber es ist auch interessant, mit anderen zu schwimmen, andere zu überholen und andere vorzulassen und gemeinsame Rhythmen zu finden, ein bisschen wie Tanzen. und es sind viele Körper und schöne Bewegungen, ich mag die Füßies, die an mir vorbei flattern, die Schenkel, die sich in der Bahn nebenan auf und ab wiegen.

aus aloks neujahrsvorstäzen: don’t mistake the rules as reality. color outside the lines. they do not exist (you do). / beauty is the elixir for boredom. become fluent in everything that makes you want to live. / shame lives in should. swap guilt with grace. see what happens.

Absichtlich trödeln und Zeit ausdehnen. Das mache ich so selten. Dann ist Zeit auf einmal auch lang. Einfach noch mal hinlegen anstatt los zu gehen.

Immer wieder denke ich, ich will die Telko bewusster gestalten, irgendwie fokussierter oder thematischer. Vielleicht einen salonartigen Austausch über meine Themen des letzten Briefes. Aber vielleicht ist es genau richtig, dass es ein offenes Format ist für alle Themen, die Menschen mitbringen?

Wieso lasse ich mir von Fiktionen (über die Knappheit von Zeit und die benötigte Dringlichkeit zum Beispiel) so oft Energie ziehen? Geben mir Fiktionen genau so oft auch Energie?

Mein geschwungener Stein umarmt den Stein vom Freundi, den mir das Freundi mitgegeben hat.

Und eigentlich gehört uns kein Stein.

Somebody is burning their waffles, denke ich auf meinem Spaziergang. Was wie ein Sprichwort klingt, für eine Situation vielleicht, in der jemand versucht, etwas Gutes zu tun und daran scheitert.

Brené Brown in Braving the Wilderness über das ideologische Einsortieren von Menschen und ob diese Nähe Menschen ein Gefühl von Verbundenheit gibtIf we’ve hunkered down ideologically and geographically with people who we perceive to be just like us, doesn’t that mean that we’ve surrounded ourselves with friends and people with whom we feel deeply connected? Shouldn’t „You’re either with us or against us?“ have led to closer ties among the like-minded? The answer to these questions is a resounding and surprising no. At the same time sorting is on the rise, so is loneliness.

Brown bezieht sich hier auf das Buch The Big Sort von Bill BishopAccording to Bishop, in 1976 less than 25 percent of Americans lived in places where the presidential election was a landslide. In other words, we lived next door to, and attended school and worshiped with, people who held different beliefs than ours. We were ideologically diverse. In contrast, in 2016, 80 percent of U.S. counties gave either Donald Trump or Hillary Clinton a landslide victory. Most of us no longer even live near people who are all that different from us in terms of political and social beliefs.

Now let’s compare these numbers to what’s happening in the realm of loneliness. In 1980 approximately 20 percent of Americans reported feeling lonely. Today, it’s more than double that percentage. And this is not just a local issue. Rates of loneliness are rapidly increasing in countries around the world. Clearly, selecting like-minded friends and neighbors and separating ourselves as much as possible from people whom we think of as different from us has not delivered that deep sense of belonging that we are hardwired to crave.

Durcheinander gewürfelt ist auch nicht unbedingt weniger einsam, und trotzdem ist das ein kleiner Trost für mich und eine Erklärung dafür, warum mir Connewitz so ein lonely feeling macht.

Tamara Santibañez in ihrem NewsletterLately I struggle with the distance between friendships and political formations; sometimes they feel one and the same and sometimes they feel irreconcilably different. I can feel held by community in a timeless way at midnight and wake up the next morning feeling isolated and unsure of how to connect, and I’m working on accepting both day by day, trying to practice devotion to something bigger than myself.

masks to pass, and passing not as a negative or a positive thing but as a movement to someplace different and then having the space (even if only the tiny space behind the mask where you can wiggle your eyebrows unseen) to feel and adjust and ask yourself if you want to be there

Mich selber stärker den Unterschied spüren lassen, denn es verwischt schon jetzt: in meinem Tagebuch schreibe ich für MICH, erst am Tag drauf soll-muss-darf die Umwandlung passieren, das Aufbereiten für Außen.

Traum: Eine Platte von der Omi gehört mit Chorknaben und auf einmal sehr schmissigen songs von den Lava People. Dann die kaputten Fenster in unserer Dachgeschosswohnung, die Mannschaft zur Reparatur, the rubble all around.

3. Januar 2024

Drag ist Scham Alchemie

Immer gleich die Kritik mitlesen

hier schreibt Trysh Travis in The Cool Chick in Recovery über die Schriftstellerin Joyce Johnson und die Scham-Expertin Brené Brown und über Coolness und damit auch über MaskenSo as early as high school, sneaking out to Washington Square Park, Johnson assembled what she called a “downtown disguise” to pass in that world. A black dirndl and flats, Mexican belt, and "copper earrings [that] clank reassuringly … in the slightest breeze" allowed her (unironically) to manage her fear of being seen as inauthentic by the folk singers, intellectuals, and labor organizers clustered around the park fountain. Blending into the crowd, she got what she came for: big ideas, innovative rhythms and language, frank expressions of sexuality and power. Sure she had native intelligence and talent, but since when did that buy a ticket out of Squaresville? To play in the wide world, Johnson learned, she had to be “cool and clever as any double agent.” The costume got her there all right, but along the way it did begin to chafe.

(…)

But to banish cool entirely? Drop your armor, Brown proclaims at the end of Rising Strong, and you change not just your life but also the world. Openness and empathy, respect for our shared human vulnerabilities - cultivating these traits will dissolve racism and income inequality and end sexual violence. Now that goes beyond cheesy. Believing that kind of thing is only possible if you write power out of the equation. Brown’s willingness to do just that is the reason why popular therapeutic culture is so reviled by Left intellectuals.

Twelve-step meetings, however, close with the useful reminder to “take what you like and leave the rest.” Although she frustrates me, I like Brené Brown, even if (in fact, maybe because) she needs to think a little harder about history. If she did, she might realize that the cool chick lives for a reason, and that she lives within what Joyce Johnson reminds us is feminisms “never-to-be-completed work of transforming relationships with men.” Change will be made slowly (thanks, Mom), within a tightly constrained space. Meantime, cool can level the playing field of sexual politics, if only temporarily. It can open up space to operate, to strategize. And when it does, it creates opportunities for pleasure as well as power.

Yup: Masks used to open up space to operate, to strategize, creating opportunities for pleasure as well as power.

aus Braving the WildernessBrené Browns take on masks: I found my primary coping mechanism for not belonging in studying people. I was a seeker of pattern and connection. I knew if I could recognize patterns in people’s behaviors and connect those patterns to what people were feeling and doing, I could find my way. I used my pattern recognition skills to anticipate what people wanted, what they thought, or what they were doing. I learned how to say the right thing or show up in the right way. I became an expert fitter-in, a chameleon. And a very lonely stranger to myself. As time passed, I grew to know many of the people around me better than they knew themselves, but in that process, I lost me.

Und: True belonging is the spiritual practice of believing in and belonging to yourself so deeply that you can share your most authentic self with the world and find sacredness in both being a part of something and standing alone in the wilderness. True belonging doesn’t require you to change who you are; it requires you to be who you are.

Auch hier Masken als masking authenticity, aber das ist nicht das, was ich meine, ich meine Masken nicht als ein Ziel oder als ein coping mechanism, sondern als Spiel- und Werkzeuge für einen Prozess

ebenfalls Brené Brown, Braving the WildernessDie erste Definition von Spiritualität, mit der ich etwas anfangen kann bzw in der ich erkennen kann, wie und warum mich das betrifft: Spirituality is recognizing and celebrating that we are all inextricably connected to each other by a power greater than all of us, and that our connection to that power and to one another is grounded in love and compassion.

eine Herangehensweise von Michael Dean, die er hier kurz beschreibt: I have a specific 27-point checklist, that I (try to) run every day, and I even use a stopwatch to measure how long each item takes. The whole list gets done in under 60 minutes. By limiting this extremely-optimized hyper-diligent “checklist consciousness” to one hour every day, I can get away with tangents and rabbit holes with the rest of my time. The checklist is a way to “get centered,” so the next morning I can plunge into the next one thing without worrying about all the loose ends.Die nachmittägliche Checklisten Herangehensweise ausprobiert. Alles dauert natürlich deutlich länger, also nur 10 Minuten Nachrichten beantworten ist super schwierig für mich UND es ist total hilfreich zu wissen, dass ich morgen wieder Zeit dafür geblockt habe – the power of blocking time! UND ich merke, dass es mich in einen guten wenn auch slightly gefährlichen Abhakmodus bringt, noch kurz das Bad geputzt, noch kurz die ganze TK Abrechnung gemacht etc

Emojis als kleine Masken

ich habe interne und externe Emojis, welche die ich nur für mich verwende und welche, die ich anderen schicke und dann wiederum auch sehr unterschiedlich, wem ich welche schicke - warum ist das so? was benutze ich wann? was bedeutet was für wen? Kontext, überall

Wo sich das mit der Scham überall versteckt, auch und vielleicht sogar besonders in „moralisch wertvollen“ Handlungen. Auch ethisches Marketing kann dazu dienen, eine Scham zu verstecken (wenn ich zum Beispiel unbewusst nicht daran glaube, einen bestimmten Preis verlangen zu dürfen oder eine bestimmte Art von Erfolg haben zu dürfen, kann das Anbieten von Stipendienplätzen das ganz bequem vor mir selber verstecken). Glaube ich daran, dass es meine Angebote genau so geben darf, zu genau diesen Preisen? Hat das eine solide Basis und Selbstverständlichkeit in mir? Will ich damit „Erfolg“ haben? Was steckt noch alles in meinem Bedürfnis, soziale Preismodelle anzubieten?

Diese Notizen nicht vergleichen mit einem durchgearbeiteten fragmentarischem Buch, auch wenn die Form sich vielleicht ähnelt.

Die verschiedenen Formen, die Mut annimmt. Dieses öffentliche Kompostieren braucht Mut, oder brauchte es zum Loslegen, jetzt bin ich schon im Umsetzungsfährwasser, jetzt denke ich nicht mehr bei jeder Zeile darüber nach, ob ich mich traue, sie zu veröffentlichen. Der neue Job vom Freundi braucht auch Mut, selbst wenn es die angeblich sicherere Version ist, sich anstellen zu lassen und die Selbständigkeit „nur noch“ wochenends und feierabends weiter zu treiben. Mich beeindruckt, dass das Freundi einen Brief an sich selber geschrieben hat, den es in einem Jahr lesen wird, um sich daran zu erinnern, was es mit diesem Schritt eigentlich wollte.

„Darf“ ich nach Bauchgefühl entscheiden, für welche meiner Angebote ich ein Stipendium anbiete und für welche nicht? Ist das eine Grundsatzfrage, müsste ich das kategorisch entscheiden und dann auf alle Angebote anwenden, egal wie viel sie kosten? Weiß ich denn, ob sich jemand 60€ leisten kann oder nicht? Ist mein Zurückschrecken vor dem Aufwand, vor der anstehenden Kommunikation, eine valide Komponente in diesen Überlegungen? (Ja natürlich, Bedürfnisse sind immer erstmal valide)

Ein Lied im NTS Early Bird Radio erinnert mich an eine frühere Zeit und an ein Freundi aus dieser Zeit, an die eine Nacht (war es nur eine?), die ich bei ihm und mit ihm verbracht habe, in seiner Kellerwohnung, und ich stelle fest, wie sicher und geborgen ich mich in dem Moment gefühlt hatte. Was ich damals offensichtlich nicht ganz umrissen habe, oder es nicht ausreichend wertschätzen konnte, so tief wie ich in meinen überhitzten Gefühlen für ein Freundi von diesem Freundi steckte, wie diese hitzige Verliebtheit alles andere wegsengte.

Interessant auch der Versuch, diesen winzigen Erinnerungsmoment (von denen ich im Laufe eines Tages Dutzende habe), auszuformulieren, für ein Außen verständlich zu machen, ihn durchzukämmen auf etwas, was auch für andere Menschen interessant sein könnte.

(Ah, und jetzt kommt es mir: Die Figur in dem Film gestern erinnerte mich an das Freundi, das war die Verbindung.)

Ich sehe eine Person, die für die Krähen Krümel an den Stamm schüttet. Denken muss ich aber an die Wolfsfrage, und was sie alles bedeutet. Wolf macht Wolfsding, Mensch macht das, was wir gelernt haben, als Menschding zu akzeptieren. Sprich: Sich um die sogenannte Ordnung sorgen, die Mensch in der Welt geschaffen hat. Sich zutiefst und unlogisch in binären Grabenkämpfen einrichten. Sich einmischen und alles noch schlimmer machen.

Im Traum trug ich gläserne Clogs

2. Januar 2024

Manchmal sehe ich Menschen mit Hunden auf der Straße und bin einfach verwirrt, dass das geht, dass da ein Tier ein anderes Tier an einer Leine führt, und es anschimpft, wenn es sich mit der Leine um einen Laternenpfahl verwickelt hat.

Nochmal das Wasser des letzten Jahres erinnern, die Seen, das Meer, die Strände und die unterschiedlichen Steine, all the swims.

Vielleicht lerne ich hier, eine Haltung zu Meinungen zu entwickeln, oder zumindest zu üben, gelegentlich welche zu äußern. Die ich sonst ungern habe, weil sie mir so fluide und wandelsam erscheinen, so kontextabhängig, ich kann mich meist in fast alle, naja sagen wir viele, Meinungen zumindest hineinversetzen. Und gleichzeitig scheint es mir so sehr, dass wir nach Meinungen einsortiert werden von anderen, dass Meinungen Flaggen der Identität sind, die wir vor uns her tragen, und die Flaggenfarben müssen bitte schön zusammenpassen. Und falsch liegen mit einer Meinung, oder sie einfach so ändern, ist beides sehr unerhört. Aber wer weiß, vielleicht finde ich übermorgen den neuen Geiger ja total gut, und dann schreibe ich es auch hier rein.

Schlaf kann auch nur mit ganz leichtem Griff gehalten werden.

Ich mag Äpfel gerade sehr gerne. Schlichtes Obst.

Zu welchem Datum gehören die Notizen aus einer schlaflosen Nacht? Es sind Grüße aus dem Mini-Bardo.

Vielleicht ärgere ich mich vor allem über Geigers uneingeordnetes und seltsam unreflektiertes Erzählen seiner literarischen Laufbahn, es fehlt mir eine strukturelle Ebene darin, er feilt seitenlang einsam in seinem Kämmerchen an einem Roman und auf einmal wird er zum Klagenfurter Wettlesen eingeladen, da fehlen Schritte und Verbindungen und Beziehungen und Menschengeflecht, und es ist eigenartig, das auszulassen, wenn man sich sonst so inszeniert. Und ich ärgere mich über abtörnend fröhlich-naive Bemerkungen, wie seine neue Freundin immer zum Sex bereit gewesen sei, auch wenn sie sich gerade gestritten hätten. Und es fehlt mir eine Deutlichkeit, mit der benannt wird, dass sein Müllsammeln von Anfang an ein selbstbestimmtes, freiwilliges Unterfangen war, da steckt eine Vagabundenromantisierung drin, die ich nicht gut ertrage.

Nicht einschlafen können, obwohl ich hundemüde bin, ist immer wieder speziell unangenehm. Der halbherzige Versuch, zu meditieren, scheitert. Der engagierte Versuch, die Augen geschlossen zu halten, scheitert. Alle Menschen, die ich kenne, tauchen in meinen Gedanken auf, mit all ihrem Sein und all ihren Fragen. Egal wie ich liege, liege ich unbequem. Stehe bettelnd vor der Tür zum Schlaf. Ich schalte das Licht wieder an. Man soll sich nicht so quälen. Schaue Schwimmvideos. Die machen mir eine leicht fiebrige Wachheit. Ich lese das Buch weiter. Ärgere mich über Arno Geigers glückliches Geheimnis, wollte das Buch gut finden, weil meine Mutter es mir schenkte und sie es so mochte, finde es aber leider holprig und langweilig und um sich selbst schlingernd, verstehe nicht, was er eigentlich erzählen will und was er auslässt und was sein Experiment dabei ist und warum ich das lesen soll. Lese es nicht weiter. Werde hungrig vom Wachliegen.

1. Januar 2024

Ist das, was ich hier tue, ein Inventarisieren? Oder eher ein Sammeln? Oder ein Kuratieren? Manchmal ergeben sich sehr poetische Zusammenhänge aus den Schnipseln eines Tages.

(Heute die Kerzen bewusst angelassen, mal sehen, wie lange ich es aushalte.) (nicht lange)

Ich habe keinerlei Erwartung oder Vorstellung, dass irgendjemand Teile dieses Logbuchs liest – dass es aber jemand tun könnte, führt dazu, dass ich meine Gedanken präziser ausformuliere, was mir beim Denken hilft.

Ich bin erst heute dazu gekommen, den Nachtisch zu machen, den ich die gesamten sogenannten Feiertage über schon zubereiten wollte, und das fühlt sich irgendwie schön an, den Feiertagsnachtisch in den nächsten Tagen mit in den Alltag zu nehmen.

Haben diese kleinen, über den Tag verteilten Notizen mit „Achtsamkeit“, mit „Mindfulness“ zu tun? Ist das auch eine Art zu meditieren?

Ein Kind beim Spaziergang gesehen, das mich mit seiner schönen starken Energie (aber nach dem Mittagessen gehen wir wieder raus!) an Irlande Côté erinnert, die in dem Film A Colony, den ich gestern anschaute, eine Nebenrolle spielte, aber eigentlich die Hauptrolle, die so lebendig und präsent und sichtbar war, dass es mir im Herzen zog. Die Energie mitnehmen.

Statt Vorsatz und alles neu: verpflichte ich mich mir selber, also zu dem wie ich bin, also zu mir und all meinen Masken, meinem Innerem und Äußerem, und das zu zeigen, soll heißen: mich nicht zu schämen. Ich verpflichte mich zu meinem Alltag, zu meiner Praxis, to my practices. Denn die sind erprobt und passend und generativ, die verändern sich organisch mit mir, die muss ich jetzt nicht zum neuen Jahr neu aus dem Boden stampfen, die sind stützende Behälter für meine Wachstums- und Lernprozesse. Das fühle ich dieses Jahr zum ersten Mal so klar, und bin sehr dankbar dafür.

Beim Aufwachen der Wunsch, mich im Namen der Menschheit bei den anderen Tieren zu entschuldigen für das Geböllere in der Nacht.

31. Dezember 2023

Wie das Freundi den Papierpanzer zertritt (eine Böllerverpackung), ein befriedigendes Bild

Der Grundimpuls meiner Sparsamkeit zwingt mich dazu, Kerzen zu löschen, wenn ich sie nicht anschaue, zum Beispiel weil ich anfange, in einem Buch oder Bildschirm zu versinken.

Bereits mindestens einen Eintrag wieder aus dem Kompost gelöscht, weil ich fürchtete, im Widergeben einer Alltagsbeobachtung mißverstanden zu werden. Genauer: weil es eine Alltagsbeobachtung war, die leicht sehr unterschiedlich interpretiert hätte werden können, und ich Sorge bekam, mit der knappen und nicht weiter kommentierten Form, die ich gewählt hatte, Menschen zu verletzen. Genau so wahre Interpretation meines Löschens: Ich fühle mich zu wenig informiert bezüglich der aktuellen politischen Debatte, die in dieser Beobachtung steckte, und bekam Sorge, mich zu blamieren.

Just spending some quality time with my compost.

Diese Qigong Übungen machen erstaunlich viel mit meinen Armen und Händen, ich glaube, ich halte dort oft sehr viel mehr Spannung als nötig. Ich denke öfter zurzeit darüber nach, wie fest ich zupacke, und sagte gestern auch so etwas wie „dann halten wir den Plan mal mit einem ganz leichten Griff“.

Menschen wie James Rafael, mit dessen YouTube Videos ich derzeit handgelenkschonendes Yoga und Qigong übe, der dermaßen liebevolle, niedliche, wholesome Vibes aussendet, der unglaublich viel lächelt, aber irgendwie erreicht es mich zurzeit und ich muss dann auch lächeln, solche Menschen leisten auf digitale Weise emotionale Arbeit für eine ganze Reihe von anderen Menschen. Ich sauge das auf, und ich mache mir gleichzeitig Sorgen um diesen mir eigentlich unbekannten Menschen, frage mich, wie er für sich sorgt, wann und ob er diese sich selbstauferlegte Aufgabe auch ablegen kann. Und ich weiß, dass ich selber auch beruflich emotionale Arbeit übernehme, in den Briefen und Artikeln, in Beratungen, im Co-Working usw, und dass es manchmal sogar einfacher ist, bei mir zu bleiben und nur das zu geben, was ich wirklich geben kann, wenn es an eine unbestimmte Mehrzahl von Menschen rausgeht, als wenn ich einer einzelnen Person gegenüber sitze.

Das Freundi sagt ich hab Ofenfüße, es hole gleich zwei Eier und würde die auf meinen Füßen braten

Traum: mit einem Freundi iwie den JBL Lautsprecher umprogrammiert, in einem Laden mit sehr viel Kruscht, ich war mehrfach verlockt, dem Kind einen Pferde-Regenschirm zu kaufen. Später in der WG von mehreren Freundis, die sich im echten Leben gar nicht kennen, es lagen sehr viele Klamotten rum und hingen am gekippten Fenster und es müffelte und wir hingen auf der Sprossenwand im Treppenhaus herum, ich konnte gut Übungen darauf machen, weil ich so gute Bauchmuskeln habe, das eine Freundi kletterte hoch und sprang von dort wieder ins Bett

30. Dezember 2023

Beim Durchschauen der Zeichentagebücher gefunden, irgendwann im Herbst geschrieben: Verändert sich nicht auch ein dauerhaftes, „ewiges“ Tattoo laufend, ist es nicht auch Einflüssen, Kontexten, Körperveränderungen ausgesetzt? Inzwischen würde ich ergänzen: Deutungen.

Vielleicht muss und kann ich auch einfach akzeptieren, dass ich in meinem jetzigen Lebensmodell einfach anders Zeit habe als andere Menschen. Dass das eine Leben sich nicht auf das andere legen lässt.

Im Schwimmbad verschnaufe ich kurz am Beckenrand, zwei der drei Mitschwimmer:innen in der Bahn stehen dort auch. Die eine Person ist wütend und ärgert sich über ein Manöver im Wasser, sie schwimme langsamer und sei von einer schnelleren Person bedrängt worden, die andere Person hört zu und sagt leiser etwas beschwichtigendes. Ich schwimme weiter und frage mich lange noch, ob ich wohl gemeint war, einmal hatte ich sie versehentlich etwas zu nah am Rand überholt, aber ich versuche eigentlich immer möglichst umsichtig zu schwimmen, ich will ja, dass sich alle in der Bahn sicher fühlen können, wie ich mich auch darin sicher fühlen will. Ich beschließe dann, dass sie mir das hätte sagen können, wenn sie mich gemeint hätte, und dass ich ihren Ärger und den Raum, dem sie ihm gibt, irgendwie auch mag, und die vierte Person in der Bahn war auch mir gegenüber etwas rüpelig, und Schwimmbäder sind eben öffentliche Gemeinschaftsorte und da finden Verhandlungen statt.

Ein Paar überquert die Straße, er schiebt einen großen Küchenschrank auf Rädern vor sich, sie schiebt mit der einen Hand einen Kinderwagen und zieht mit der anderen Hand einen Bollerwagen mit weiteren Teilen des Schrankes.

Ich lese bei bell hooks von der Bedeutung von Lügen und Ehrlichkeit in der Liebe, dass es kein wirkliches Lieben ohne Ehrlichkeit gibt. Ich verstehe, wo hooks her kommt und sehe die patriarchal erzwungenen Verstellungen, und auch ihre Auswirkungen, und ja, ich bin in Liebesbeziehungen auch sehr für ein möglichst angstfreies gegenseitiges Zeigen von dem, was da ist und in dem Moment wahr und lebendig ist. Und ich empfinde Wahrheit nicht als etwas Fixes, Unveränderliches, ich habe Wahrheiten in mir, und die schwanken mit mir und dem Mond und den Umständen, und außerhalb von vertrauten Beziehungen will ich mich immer weniger dem Druck beugen, jederzeit mich ganz offenlegen zu müssen, jederzeit „authentisch“ sein zu müssen. Ich will erst herausfinden können, ob der Boden, den ich gerade betrete, mich auch trägt.

Liegt diese gefühlte Verkehrung von Authentizität in etwas Erwartetes, Fremdbestimmtes an unseren Vorstellungen von Selbstdarstellung (zB auf Instagram als Privatpersonen, die aber auf eine Art auch etwas verkaufen oder anbieten, oder auf Websites als Selbständige, wo wir definitiv etwas verkaufen)? Also weil wir diese allzu glatten Bilder und Rollen nicht mehr sehen können, erwarten wir Authentizität von anderen im Sinne eines Bruchs mit der Perfektion, aber eben vor allem für uns selber, damit wir uns wohler und verbundener fühlen können mit unserer eigenen, uns selber wohlbekannten Unperfektheit? Haben wir deshalb eine Sehnsucht nach „Menschlichem“? Und wann kippt eben auch das und wird dann zu einer Performance des Menschlichen?

Earning money with teaching things that I practice and not with the products of these practices.

Marlee GracePeople are interested in intersections.

Dieser Kompostierprozess auch ein Vorgang des laufenden Destillierens, dann „muss“ ich nicht am Ende eines Jahres ganz viel zusammenfassen und überblicken, sondern kann ver- und überarbeitetete Stellen zusammenfädeln – und damit leben, dass immer viel untergeht und wir nie ein vollständiges Bild haben, nicht von uns selber, nicht von anderen

Die verschiedenen Unterkünfte in denen Autor:innen anscheinend bei offiziellen Residencies untergebracht werden: ehemalige Wartezimmer mit Glastüren, vor denen oft Menschen stehen und reden, in einem Internat mit Fünftklässler:innen, in einem Zimmer ohne Schreibtisch – ist es wirklich so schwer, sich vorzustellen, was eine schreibende Person braucht?

Traum: Ein Freundi war irgendwie ein anderes Freundi und in den USA und hatte dort eine Lesung vorbereitet und ich war mit einem ihrer Brüder zu Besuch und wir durften hinten sitzen in dem kleinen weißen Haus in dem das stattfand und ich machte eine Aschenbecher Wachs Skulptur die überhand nahm die riesig würde in deren Mitte ein ganzes Fitness Gerät aus Wachs stand und Zigaretten zum Rauchen für die neuen Nachbarn und der andere Bruder hatte ein Plakat gestaltet

In einem anderen Teil war ich in einer riesigen Unterkunft musste immer zum Bereich K aber das ging kaum ich landete immer in Krankenhausfluren und es war sehr verdächtig und geheim alles und ich sollte dort ein Praktikum oder so machen oder zur Schule gehen

aber: lat. invenire „come upon“, inventarium „a list of what is found“, das mag ich schon, das verstehe ich (es ist der Besitz-Kontext des Begriffes Inventur, der mir unsympathisch ist)

29. Dezember 2023

do I like the word inventory no I do not like the word inventory

Frage von gestern: Was ist die lustigste Art, diese Tätigkeit auszuführen?

auch aus dem Telefonat: Ich beobachte an mir, dass ich auch andere Menschen immer weniger als „fertig“ oder statisch betrachte, sondern sehr im Prozess und in Veränderungen begriffen. Konkret sehe ich Tätowierungen nicht mehr nur als „das ist mein Bild von mir, so will ich jetzt aussehen“, sondern als Teilbilder, ich sehe die noch nicht gestochenen Tätowierungen, die Pläne für weitere, die kommenden Cover-Ups. Die Transformationen sind nie vorbei, wir kommen nicht irgendwann fertig gebacken aus dem Ofen gekrabbelt, fertig ist ein Prozess. Bei hormongestützten Transformationen besonders spannend die Frage: Was passiert in dem Zwischendrin? Wem begegnet man in der Zeit wie? Wann genau beginnt die Veränderung, und hört sie jemals auf?

aus dem Telefonat mit Freundi: Authentizität als etwas Fremdbestimmtes, als ein Außenbegriff, der mehr mit den Erwartungen anderer oder unserer Performance vor anderen zu tun hat als mit dem, „wie wir eigentlich sind“, was ja die gängige Bedeutung von Authentizität sein dürfte

Das Logbuch führen hat auch den Effekt, dass ich mich regelmäßig frage, wie ich mich fühle (nicht nur was ich denke oder besprochen habe), und ist damit vielleicht eine gute Übung für das bei mir bleiben und Bedürfnisse benennen

es gibt keine lückenlosen berichte

Ich hab SO VIEL MATERIAL. Ich könnte knapp 30 Jahre Tagebuch durchgehen und Teile hierher kopieren. Wüsste dann jemand mehr über mich? Mehr über sich? Bis wohin fände ich meine eigenen Gedanken noch interessant?

Toni MorrisonFreedom is choosing your responsibility. It’s not having no responsibilities; it’s choosing the ones you want.

Masken deshalb interessant, weil sie eine Selbstbestimmtheit enthalten, ein Auf- und Absetzen, eine Bewegung und eine Wahl, ein schnelleres Wechseln. Rollen fühlen sich groß und verflochten an, Masken griffig und spielerisch.

Masken und Augen – was bedeutet es, die Augen mit einer Maske zu verschließen? Nicht mehr gesehen zu werden, also es kann nicht mehr in einen hineingeschaut werden. Nicht mehr zu sehen, also man kann nichts mehr über die Augen aufnehmen. Wichtig für schamanische Rituale, wichtig für kleine und größere Trips. Schlafmasken.

Es ist doch wirklich sinnvoller, einen bewusst ausschließenden Raum zu eröffnen, als einen komplett offenen und angeblich komplett inklusiven Raum, wenn man dann keine Zeit und Kraft und Bereitschaft hat, Inklusionsarbeit zu leisten. Ich habe Verständnis für Menschen, die zu müde dafür sind. Und: Wie genau soll sich unsere jetzige Welt wirklich verändern, wenn ältere cis Männer implizit oder explizit aus Räumen ausgeschlossen werden, in denen sie ein weiches, fühlendes Miteinander üben könnten? Ich habe immer weniger Lust auf Pauschalisierungen und Feindbilder.

Traum: Ich zeichnete etwas auf einen Baum, auf die Rinde, und neben mir am Boden zündete ein Feuerwehrmensch mit einem kleinen Gasbrenner einzelne Blätter testweise an, um dann seinem Kollegen zuzurufen, hier müsse auch noch abgedeckt werden, hier müsse noch Papier hin. Später wedelte jemand an einem Restauranttisch ein herankrabbelndes Baby fort, das seien Tricks oder Klone, er sei selber einer.

28. Dezember 2023

Und die kleine Giraffenherde, mit ihren flachen muskulösen Hälsen und den riesigen Augen. Das Kind neben uns sagt die sehen so friedlich aus. Die Giraffen bewegen sich ab und an sanft, eine schiebt sich vor die andere, sie formen ein neues Tableau.

Meine Schwimmbekanntschaft erzählt mir abends um halb neun unter der Dusche, dass sie seit heute morgen um sieben im Bad sei, das mache sie schon zum zweiten Mal, das sei so toll, dass das Bad zwischen den Jahren mal so lange auf habe. Ich verstehe erst nicht so richtig, erst als sie mir erklärt, dass sie knapp 20 Kilometer geschwommen ist, begreife ich, dass sie wirklich den gesamten Tag geschwommen ist. Aber jetzt reiche es auch.

Ich spüre schon jetzt einen Vorwurf (von einem imaginierten Außen, also letzendlich von mir selber), dass ich hier nicht genug Weltgeschehen benenne und kritisiere. Aber es gibt wenig, was ich schlechter kann, als Weltgeschehen in Echtzeit benennen und kritisieren.

Ich spreche viel von generativ, generativer Smalltalk, generative Fragen – was genau meine ich damit? Nicht-binär, öffnend, spielerisch, anregend? Tauchte das erste Mal in der Arbeitsgruppe auf, als ein anderes Wort für antikapitalistisch.

wir warfen die beleidigung des gohliser joggers in den fluß, der in seiner neonkleidung an uns vorbei trampelte und rief klamotten aus dem lumpensack oder was, und mit etwas abstand ist es fast schon witzig, du magst neon tragen aber eine leuchte wirst du nie, fasste das freundi zusammen

einen satz oder eine haltung als „maske“ parat zu haben, hinter oder in der wir uns sammeln und bei uns bleiben können, um eine situation und ein gegenüber in ruhe betrachten zu können

das freundi erzählt vom psychodrama, wo es darum geht, seine eigenen unbewussten, übernommenen rollen (er)kennen zu lernen und sie aktiver selbstbestimmt zu wechseln, dass zu diesen masken also freiwilligkeit kommt

lebensplanung als architektur oder als gartenpflege, es kommt mehr auf das wie an als auf das was, ich kann dränglich umziehen und nichts mitnehmen wollen, ich kann umziehen und neu anfangen und bewusst meine themen und meine verarbeitung mitnehmen – je älter ich werde, desto mehr erkenne ich das organische, zufällige, mäandernde und spiralische im leben, umso weniger glaube ich daran, dass man leben konstruieren könne

das freundi zeichnet sein graphic novel einfach seite um seite, lässt skizzen, prozess, fehler, veränderungen in stil und herangehensweise sichtbar und offen. das wäre ein praxisnäherer ansatz als zu glauben, dass ich erst richtig gut figuren zeichnen können und eine klare vorstellung der bildwelten haben müsste, um dann loslegen zu dürfen.

was bräuchte eine tägliche nachmittags-admin-checkliste, um effektiv und hilfreich zu sein?

Semi-Öffentlichkeit als guter Übungsschritt des Veröffentlichens. Kas Veröffentlichen in der Hosentasche zum Beispiel, von dort kann das Gedicht herausgezogen und gezeigt werden, oder es fällt versehentlich heraus. Oder Michael Deans Logbuch, das zwar komplett einsehbar ist, aber durch seine schiere Größe sich auch wieder verschleiert. (Warum war das bei Lotz nicht so? Da habe ich den Mammuttext zur Gänze gelesen, und würde mit großem Vergnügen täglich weiter lesen. Lag das daran, dass die Heilige Schrift I als Buchform vor mir lag, und damit so eindeutig veröffentlicht war?)

Wie öffentlich ist diese Öffentlichkeit?

27. Dezember 2023

Ich werde körperlich immer flexibler und kann immer mehr Sachen (zum Beispiel verschiedene Schwimmstile), und das sieht von außen bestimmt gesund und schön aus, und von innen fühlt es sich zwar oft ganz gut an, aber immer begleitet von Schmerzen, im Handgelenk, Ellbogen, Rücken, Muskelkater, Kopfweh etc.

Ich will dieses Micrologging-Experiment tatsächlich vor allem deshalb machen, um heraus zu finden, worüber ich nachdenke und was ich entwickle, und ich habe iwie Angst davor (was wenn es nur Blödsinn ist?).

Das entscheidende Puzzlestück für mich ist vermutlich wirklich das, was ich bisher kaum mache, nämlich die Auswertung bzw Einsortierung, der regelmäßige Zeitpunkt, an dem ich drüberschaue was ich geschrieben habe und wo es hin passen könnte und es dann auch entsprechend verteile.

Wie ist das mit Drama? Wann ist es hilfreich, ist es irgendwann jemals hilfreich? Wir haben heute ohne viel Drama einen Konflikt geklärt. Was hat das mit Masken zu tun?

Brauche ich Timestamps hier?

Was sagt das über mich aus, dass ich mich wenig freue über die Schwangerschaften in meinem Umfeld? Es hat nichts mehr mit meinem eigenen Prozess zu tun, da bin ich mir ziemlich sicher, eher mit meiner Entscheidung und dass ich Sorge habe, noch mehr Menschen noch erschöpfter zu sehen?? Auch mit Klimakatastrophe, Zukunftsangst etc. Stelle fest, dass eigentlich alle „Meinungen“ zur Familienplanung anderer wenig wirkliche Aussagekraft haben.

Die drei Clownsnasen in der Telko, die Minimalmaske, der emotionale Airbag, die Muss-Allergie und wie es mit Freude und Spiel besser geht.

Kalis looking at it sideways – also statt frontal auf einen Konflikt zuzugehen und nur noch zwei Seiten darin zu sehen, ihm anders begegnen. Mit Tarotkarten, Spielen, dem Körper, Träumen, taking it to the trees. Diese Qualität soll der Website als Maske Workshop auch enthalten.

Kichernde alte Frau

26. Dezember 2023

Michelle Spencer und Rachel Katz hier im GesprächYou’re allowed to be on disability only if you’re really broken. You’re not actually allowed to live a good life. / R: This idea that if you’re sick enough not to work, then you don’t deserve joy (…) Joy is only for the productive. / M: Yeah, rest and joy. We have to earn rest. We also have to earn joy. It sort of explains how we treat old people too. Because they cease to be productive.

Über drei Stunden gebraucht, um mich von einer Überdosis Rettich zu erholen