Freude

Was ich machen will, wo es mich hinzieht von innen, wo ich anspringe: Driften, treiben, strömern, entdecken, ohne Zeit und Termin und Handy und Identität, ohne Ziel aber mit Absicht, wie träumen, wie wachsen. Über Dérives nachzudenken, über dieses (privilegierte) Werkzeug, lesen, was dazu bereits gedacht wurde. Das ist erstmal im Moment der dringendste Wunsch, glaube ich, das ist, was am meisten fehlt.

Außerdem: Schwimmen im See, so oft wie möglich. So weit kommen mit meinem neuen Handwerk, dass ich wirklich mit dem Holz arbeiten kann, dass ich Möglichkeiten selber sehe, dass ich flüssig Holz spreche und mich nicht dauernd selber aufhalte. Im Schreiben will ich fühlen, noch viel tiefer spüren und aufblättern, mich noch mehr trauen, noch unbekümmerter und ehrlicher werden, noch melodischer. Hören will ich lernen, Melodien hören und sie aufnehmen und sie bauen, Alltagsmelodien. Das zieht sich, wie das Schreiben, über alles andere hinweg, oder verknüpft alles. Sheeplandish sprechen. Gut stopfen lernen, Löcher fein und fest verweben. Mit Freundinnen sprechen, mit ihnen lesen, hören, schreiben, denken, lachen, stopfen, schwimmen, driften. Das zieht sich auch über vieles hinweg. Mit meiner Stimme arbeiten. Mit meiner Stimme spielen. Mit allem spielen. Bewusster werden, bewusster arbeiten, bündeln, weitergeben. Gruppen in wirklich wichtigen Prozessen anleiten, meinen Einfluss sinnvoll nutzen und sinnvoll vergrößern.

Und: Ich finde Freude darin. In dem Wind, in den Pausen, im Stillstand, im Gras, im plötzlichen Regenguss, in Kollaborations-Ideen, in dem Balkonabend, in Ruhe.


And what if we don’t want to be billionaires? What if we just want to be, you know, happy?

I have decided to be happy. I have to be happy to do good work. I can be happy without doing work, neither good nor bad. Icecream for lunch. Sun in my braids. Instagram for novels.


Anxiety stops you from enjoying being in your head.

“Do all of the things. Don’t just write a book right now. DO ALL OF THE THINGS RIGHT NOW. Enjoy them and celebrate them. Today is all you have. You don’t need a future. You don’t need a finish line. When you realize that, time slows down. You just need this day.

Believe in this day. Celebrate your funky, fucked-up brain and your off-kilter, uncertain life today, and you’re a success, period. (…)That’s all there is. It is enough.” — HEATHER HAVRILESKY

Das ist von hier und die einzige Art von Fatalismus, die ich gerade ertragen kann, und die ich dringend brauche. Mein Problem ist nicht, dass ich die Dinge nicht ernst genug nehme, sondern dass ich sie nicht genug genieße. Wie Hund: rein ins Wasser.

Da wieder hinkommen: Es in meinem Kopf mögen, und total abfeiern, was dort passiert.


Where’s the point if I’m not having any fun?

Die Freude kommt mit der Aufmerksamkeit, mit was auch sonst, und die kommt mit der Wachheit. Ich verabschiede mich (zum wiederholten Mal) von der ebenfalls immer noch in mir verkrallten Vorstellung, dass Kunst nur das sein kann, was nichts mit unmittelbaren Bedürfnissen, mit Körper und Alltag und dem eigentlichen Leben zu tun hat.

Ich will diese falschen Wertungen des Angewandten nicht mehr, ich will diese Stimmen nicht in mir, ich will vom Essen schreiben, ich will so viel Geld machen und so viele hübsche Fotos und dumme Sprüchlein, wie ich eben will und ganze Schmucklabels und große rohe Mengen an Texten, ich will Tiere und Babies mögen, ich will lila flatternde Kohlblätter zusammenbinden oder auch nicht, es spielt keine Rolle und natürlich spielt nur das eigentlich eine Rolle: Wie fühlen wir dabei mehr?

Was würde ich sagen, wenn ich weniger sagen wollen würde?