Mit Gefühlen arbeiten

Was bedeutet es konkret, bei der Arbeit Gefühlen und Intuition radikal Raum zu geben, sie als gleichwertig zu Logik und Plänen zu verstehen? Wie verändert sich auf dieser Basis die Arbeit – mein selbständiger Arbeitsalltag, die Zusammenarbeit mit anderen, die Produkte, die ich entwickle?

A feeling is not a boundary. / A feeling is not a request. / A feeling is not a problem to be solved. / A feeling is a momentary sensation to be experienced.“ – aus Bear Héberts Regeln für GefühleGefühle gehören zur Arbeit dazu, wollen gesehen und gefühlt und vielleicht sogar besprochen werden. Wenn das nicht bewusst passiert, finden sie auf eigene Faust an die Oberfläche, mit aller Wucht, die sie dazu benötigen. Wenn ich meine Gefühle nicht mitnehme, mir nicht die Zeit gebe, hinzuspüren und sie zu durchleben und eventuell mich nach ihnen auszurichten, wird es irgendwo haken oder bremsen oder mir alles in’s Gesicht fliegen.

Und: Das gilt natürlich nicht nur für meine Gefühle, sondern für die aller Beteiligten.

Wie kann ich weich weitermachen? Weich im Sinne von: Mit Raum für das, was ich in mir spüre und ahne. Das ist meine Frage für heute, für die Planung der nächsten Wochen. Das bedeutet auf jeden Fall: Langsamer arbeiten.

Ich bin bereit, mit meinem Unbehagen, meiner Unsicherheit und meiner Verwirrung zu sitzen und aus ihnen zu lernen, ich bin bereit, meine Wut zu nutzen. Ich suche eine Sprache für diese Gefühle und Rituale zum Hinfühlen. Ich verankere in mir: Bedürfnisse sind keine Probleme.

(siehe auch: Schuldgefühle verhindern die eigentliche Arbeit und mit weicher Logik denken)