Gute Unternehmen aufbauen

Nichts in mir ist kaputt.

Wie ich mein Leben strukturieren kann, dass es so wenig wie möglich die Bedingungen des Kapitalismus und des Patriarchats erfüllt, und so viele Erfahrungen und Widersprüche, so viel Aufmerksamkeit und Freude wie möglich erhält.

  1. Nichts in mir ist kaputt. Nichts an mir muss repariert werden.
  2. Die Menschen um mich sind nicht kaputt und sie müssen nicht repariert werden.
  3. Bevor ich etwas Neues ausprobiere oder kaufe, frage ich mich: Will mich das hier reparieren? Versuche ich mich hiermit zu reparieren? Dann erinnere ich mich daran: Nichts an mir muss repariert werden.
  4. Wie kann ich etwas Neues anfangen und darin „besser“ werden, damit wachsen und mich verändern, ohne mich durch die Scham von „nicht gut genug“ zu quälen? Indem ich Anfänge mag. Indem ich das Anfangen feiere. Indem ich keine Zahlen beachte. Indem ich mich hindurchfühle.
  5. Ich übernehme Verantwortung für meine Ziele und für die Werkzeuge, die ich verwende.
  6. Ich sorge so weit für mich, dass ich diese Verantwortung übernehmen kann. Ich füttere mich.
  7. Ich entscheide mich immer wieder dafür, in meinem Körper zu sein und ihn zu spüren.
  8. Ich entscheide mich dafür, dass es egal ist, wie das von außen aussieht. We like the body.
  9. Ich bin bereit, das hier zu genießen und meine Freude daran zu zeigen.

Handel ist nicht gleich Kapitalismus

Handel ist das Tauschen, Kaufen und Verkaufen von Waren und Dienstleistungen.

Kapitalismus ist ein umstrittenerer Begriff, aber er bedeutet in allen Fällen mehr als reiner Handel und enthält einen Aspekt der Anhäufung von Macht und Geld bei bestimmten Einzelpersonen.

Handel und Märkte gibt es seitdem wir als Menschen Waren und Können austauschen, und es wird sie auch noch geben in einer postkapitalistischen Wirtschaftsform, in der Gewinnstreben und Ausbeutung nicht jede wirtschaftliche Handlung bestimmen.Markets have always existed. They will continue to exist in a post-capitalist world where exploitation isn’t incentivized and profit isn’t the end goal.“ – Business for the People

Diese simple Unterscheidung gibt mir den Mut und die Kraft, mein eigenes Unternehmen weiter zu einem Sozialunternehmen umzustrukturieren. Weiter daran zu arbeiten, dass ich mit anderen Menschen auf Augenhöhe, in vollständiger körperlicher und emotionaler Präsenz und in einem sicheren Raum, meine Produkte und mein Können tauschen kann. Dass diese Menschen dabei für sich sorgen und freie Entscheidungen treffen und ihre Bedürfnisse erfüllen können, dass ich dabei für mich sorge und meine Bedürfnisse erfüllen kann. Dass alle Beteiligten dabei höchstens Beziehungen anhäufen.


antikapitalistisches Unternehmen

Meine Definition eines antikapitalistisches Unternehmens ist: Ein Unternehmen, das sich der kapitalistischen Logik widersetzt und aktiv versucht, eine alternative, menschenzentrierte Form des Wirtschaftens zu leben. Dazu gehört die Haltung, sich dem Kapitalismus – trotz aller grundlegender Strukturen, die er unmissverständlich schafft – nicht ausgeliefert zu fühlen.„Der andere Kapitalismus ist eigeninitiativer Kapitalismus. Du eignest dir die Ökonomie an und gestaltest sie.“ – aus einem Gespräch zu Wolf Lotters Buch „Zivilkapitalismus“ Stattdessen nutzen antikapitalistische Unternehmer:innen wirtschaftliche Werkzeuge, um ihre nicht-kapitalistischen Werte zu leben und zu verbreiten.

“I am not satisfied with the world, so I add to it. My desires are on display. What I make I love and hate.” — Lynne Tillman

Beispiele für antikapitalistische Wirtschaftsansätze


Kapitalismus

Kapitalismus ist einer dieser Begriffe, den alle irgendwie verstehen, aber den man nur schwer konkret definieren kann.

Hier meine Versuche:

Ich lehne mich mit diesem Versuch eines Festpinnens an die Definition von Erik Olin Wright in seinem Buch How to be an Anti-Capitalist in the 21st Century an: „(…) the distinct feature of a capitalist market economy is the ways in which private owners of capital wield power both within firms and within the economic system as a whole.Kapitalistische Marktwirtschaft ist eine Wirtschaftsform, in der die Arbeit vieler Menschen wenige Menschen reich macht. Diesen wenigen gehören die gesamten Produktionsmittel und sie können daraus privaten Profit ziehen und nach Belieben anhäufen. Im Gegensatz dazu steht zum Beispiel die kooperative Marktwirtschaft, in der gemeinschaftlich geführte Unternehmen ihre Gewinne an ihre Mitarbeiter:innen verteilen.

our economics privatises profits and socialises risks“ – Zitat von Professor David Harvey in diesem Artikel Und: Kapitalismus verlegt den Profit in den privaten Bereich und die Risiken in den sozialen Bereich (wie wir während Corona allzu deutlich erkennen können).

Siehe auch: Meine Definition eines antikapitalistischen Unternehmens und Handel ist nicht gleich Kapitalismus


Sozialunternehmen

Meine Definition: Ein Sozialunternehmen ist ein Unternehmen, das versucht, aktuelle soziale Probleme unternehmerisch zu lösen, das sich als Teil eines dichten gesellschaftlichen Gewebes begreift und das Wohlergehen der Menschen in dieser Gesellschaft als oberste Priorität setzt.

Ein Sozialunternehmen wird betrieben von Menschen, die begreifen, dass sie nicht in einem Vakuum agieren und dass sie außerhalb des gesellschaftlichen Geflechts nicht bestehen könnten. Sie handeln explizit antirassistisch, antisexistisch und aktiv gegen jede weitere Form von Diskriminierung und Benachteiligung. Sie sind offen für neue Menschen und Ideen; sie haben keine Angst vor Konkurrent:innen, sondern arbeiten aktiv daran mit, dass ihre Ideen weitergetragen, umgewandelt und umgesetzt werden.

Ein Sozialunternehmen erzielt zwar Gewinne, stellt aber die Schaffung sozialer Mehrwerte über das Anhäufen finanzieller Gewinne. Es gibt darin keine Investoren, an die Gewinne ausgeschüttet werden müssen, es gibt keine haltlosen Unterschiede in Lohnzahlungen (zum Beispiel zwischen verschiedenen Geschlechtern oder zwischen Führungskräften und Produzierenden). Es ist ein Unternehmen, das nicht nur an heute oder dieses Geschäftsjahr denkt, sondern mindestens dreißig Jahre weiter.

In vielen Fällen sind Sozialunternehmen auch antikapitalistische Unternehmen – jedoch würden sich viele nicht selber so nennen.

Ich versuche derzeit, mein eigenes Unternehmen noch viel deutlicher zu einem Sozialunternehmen umzugestalten.


Wie gestalten wir das Internet nachhaltiger?

Das Internet ist nicht nur ätherisch und körperlos. Es besteht auch aus Gegenständen (Servern, Kabeln, Klimaanlagen, Rechenzentren, Computern, Smartphones) und diese Gegenstände, ihre Herstellung und ihr Betrieb brauchen Strom. siehe zum Beispiel hierDer CO₂-Ausstoß des Internets ist in etwa so hoch wie der internationale Flugverkehr.

„Although none of these options may sound attractive, it’s important to note that setting a limit would not stop technological progress. Advances in energy efficiency will continue to give room for new devices and applications to appear. However, innovation will need to happen within the limits of energy efficiency improvements, as is now the case with cars and mobile computing devices. In other words: energy efficiency can be an important part of the solution if it is combined with sufficiency.“; siehe hierHandeln müssen (wie immer) vor allem Regierungen und große Unternehmen. Zum Beispiel durch Umstellen auf Ökostrom, wobei das vermutlich nicht weit genug greift, da Ökostrom den riesigen Bedarf des Internets nicht decken und keine durchgehende Verfügbarkeit sicherstellen kann. Eine bessere Alternative könnte es sein, die Geschwindigkeit des Datenverkehrs zu drosseln oder den Preis für Energiekosten zu erhöhen.

Außerdem könnten Nutzer:innen:

Aber: Diese Ansätze fühlen sich für viele Menschen vermutlich an wie ein Verbot und führen zu Scham und / oder aggressivem Trotz, und damit lässt sich kaum positive Veränderung vorantreiben. Genau deshalb sind vor allem die Regierungen und die großen Unternehmen gefordert, Strukturen aufzubauen, die von vornerein ressourcenschonender sind.


Wie sieht eine nachhaltige Website aus?

Je länger unsere Websites brauchen, um geladen zu werden (= je „fetter“ sie werden, also je mehr hochaufgelöste Bilder sie zum Beispiel enthalten), umso mehr Strom verbrauchen sie – und erhöhen damit den CO₂ Fußabdruck des Internets. Das passiert in vielen Fällen unnötigerweise, da zum Beispiel diese großen Bilder oft keine inhaltliche Aussage haben, sondern rein dekorativ, weil „man das eben so macht“.

Ideen für eine nachhaltigere Website

Inspiration

Mein Nachdenken über ressourcenschonende Websites wurde vor allem angeregt vom Low-tech Magazine. Die Website dieser Zeitschrift ist ein solarbetriebener und selbstgehosteter Blog. Hier und hier gibt es weitere Details zu diesem Projekt, und hier einen ausführlichen Artikel zu Sustainable Web Design.